Steuer-Ermittlungen Tausend Deutsche unter VerdachtSeite 4/4

Eine Million Euro am Fiskus vorbei

Bei einer Razzia waren am Donnerstagmorgen das Privathaus Zumwinkels in Köln und dessen Büro in der Konzernzentrale durchsucht worden. Anschließend war der Manager in einem zivilen Polizeiwagen zur Vernehmung zur Staatsanwaltschaft Bochum gebracht worden. Gegen eine Kaution wurde ein Haftbefehl gegen ihn außer Kraft gesetzt. Zumwinkel sei wieder zu Hause, hieß es später in einer Erklärung der Post.

Zumwinkel soll zehn Millionen Euro am Fiskus vorbei nach Liechtenstein gebracht haben. Weil er die Kapitalerträge daraus nicht versteuert habe, soll er dadurch rund einer Million Euro an Steuern hinterzogen haben.

 
Leser-Kommentare
  1. und mein Mitgefühl mit ihnen hält sich in Grenzen.
    Neben den Zumwinkels, Schremps, Essers sollten wir auch die Politiker nicht vergessen, die nun laut in die Mikrophone plappern und in die Notizblöcke diktieren, dabei zur Vorsicht bei Wählerwanderungen von Protestwählern an die politischen Ränder warnen. Sie fangen - als seien sie so programmiert, an zu quatschen sobald sie ein eingeschaltetes Mikrophon sehen und merken erst später, das Gehirn war noch nicht eingeschaltet. Auch das treibt den einen oder anderen zu den Protestwählern. Wie sollen sie auch anders ihren Unmut zeigen?

  2. Der Klassenkampf wird von oben geführt. Diesen Eindruck darf
    man bekommen, wenn man die Äußerungen von Steinbrück, Merkel, Beck und anderen
    Spitzenpolitikern liest und hört: Demnach werden unsere Gesellschaftsordnung
    und die soziale Marktwirtschaft durch die ‚Leistungseliten’ bedroht. Und dies
    ganz ohne ein ‚Kapitalistisches Manifest’. Ausreichend sind lückenhafte Steuer-,
    Wirtschafts- und Aktiengesetze, sowie ein gehöriges Maß an krimineller Energie,
    mit denen über die vorhandenen Gesetzeslücken hinaus, der Staat und damit die
    Allgemeinheit geschädigt werden. Die Appelle an die gesellschaftliche Verantwortung der
    Manager, klingen wie pure Verzweiflung; wir hörten sie schon, als es um ihre
    Millionenbezüge und Abfindungen ging.  Auch
    der Ruf nach höheren Strafen ist ein typischer Reflex. Diese populistische
    Forderung ändert nichts an den psychologischen Motiven von Steuerhinterziehung:
    der Gier und dem Machtwillen. Mit der Androhung von ein paar Jahren mehr Knast,
    verhindert man auch diese kriminellen Handlungen aus niederen Beweggründen
    nicht. Die Strafen müssten sich gegen das gesamte Eigentum der
    Steuerhinterzieher richten, wenn sie eine abschreckende Wirkung erzielen
    sollen. Aber das die Zumwinkels und CO. auf die staatlich Grundsicherung zurückgestuft
    werden, bleibt wohl nur ein Traum im Schlaf der Gerechten.Sollte es zutreffen, dass Eintausend mehr oder minder hochgestellte
    ‚Leistungseliten’, auch des wirtschaftlichen Mittelstandes, im Fadenkreuz der
    Ermittler stehen, bekäme die Justiz und die Politik ein Problem: Die
    Verurteilung dieser Personen käme einem Enthauptungsschlag der deutschen
    Wirtschaft gleich. Ob wir aus diesem Grund eine weitere, diesmal sachzwangbegründete
    Amnestie für Steuerhinterzieher bekommen werden, oder, ob die Räumlichkeiten
    der demnächst frei werdenden Frankfurter Börse für die Steuerkriminellen zum
    Knast umgebaut werden, bleibt abzuwarten.

  3. Wenn hier irgendetwas kriminell ist, dann sind es 35% Kapitalertragssteuer auf meine Anlagen, die ich mit schon versteuertem Geld bezahle. Im Vergleich, in den USA zahlt man 15% des Gewinns von Aktien, die nach einem Jahr oder laenger verkauft werden. Wie Warren Buffet sagt, gerade der Kleinanleger hat die Moeglichkeit, ueberdurchschnittliche Gewinne im Aktienhandel zu erzielen. Deshalb geht die Empoerung in die falsche Richtung. Wer hier stielt, ist der Staat, der sich nun aufregt, dass sich nicht alle bestehlen lassen. Waeren die Steuern niedriger, wuerde das Geld wohl kaum ins Ausland fliessen. Der Mob poebelt gegen die vermeintlichen Diebe und der Staat spuckt sich in die Haende, Ablenkungsmanoever erfolgreich.
     
    Geringere Steuern wuerden zu mehr Gerechtigkeit fuehren. Es werden nun einmal nicht alle Berufe gleich gut entlohnt, haengt vom Angebot und Nachfrage ab, und auch von Alter und Geschlecht. Das Online Aktienkonto diskriminiert nicht, es schert sich nicht um Dein Alter oder Geschlecht, wer gut anlegt, macht Gewinn. Die Mandarinen nehmen sich soviel sie wollen und kennen auch Deine Sorgen um Altersvorsorge und der Absicherung des Risikos Deines Lebensentwurfs nicht.  Wenn Du in Deiner Freizeit vor dem Rechner sitzt und Anlagemoeglichkeiten recherchierst, denke daran, dass Du 20 Minuten jeder Stunde fuer deren Rente arbeitest.

  4. Da, "das Kapital scheu wie ein Reh ist" und sich daher verschüchtert schnell in andere Länder verzieht, sollte, die gegenwärtige nationale Steuerdebatte um eine globale Steuerdebatte ergänzt werden. Hier liegen mehr Lösungsansätze zur Lösung der Weltprobleme als durch einen "War on Terror":Die weltweiten Staatsschulden betrugen im Jahre 2005
    32 333 Milliarden Dollar
    Die 8,7 Millionen reichsten Menschen in der Welt hatten im Jahre 2005 ein Finanzvermögen von
    33 300 Milliarden DollarVeranschlagt man durchschnittlich nur 5 % Zinsen, so betragen allein die

    Zinseinnahmen
    1 655 Milliarden Dollar   100 Milliarden Dollarzur jährlichen Finanzierung der Millenium-Ziele können weltweit seit dem Jahre 2000 nicht aufgebracht werden. Eine ver-rückte Welt!

    Quelle: Dirk Solte, Weltfinanzsystem am Limit -

    Einblicke in den "Heiligen Gral" der Globalisierung, Ulm 2007, S. 40

    mit Bezug auf den "World Wealth Report":
    http://www.ml.com/media/67216.pdf

  5. Die im Falle Zumwinkel und Co. hinterzogenen Steuergelder sind doch geradezu lächerliche Sümmchen im internationalen Vergleich. Sehen Sie sich den Herrn Chavez in Venezuela an. Der verteilt jährlich Milliardenbeträge zur privaten Nutzung an seine Genossen Castro, Ortega, Moreno, Kirchner. Per Koffer und immer in Tranchen zu einigen Millionen Dollar. Und alles in Dollar, wo der Herr Chaves sich doch im Kriegszustand mit den USA befindet. Und das in einem Land, das der fünftgrößte Erölproduzent der Welt war. Wie die Bertelsmann Stiftung bekanntgab, gehört Venezuela wegen dieser extensiven Verprivatisierung von Staatsvermögen zu den größten Diktaturen der Welt. Zu den großen Verlierern der zu­rückliegenden Jahre gehören dabei unter anderem Polen wegen seiner polarisierenden Regierung Kaczynski oder Venezuela unter Hugo Chávez. Den schlechtesten Entwicklungsstand von Demo­kratie und Marktwirtschaft verzeichnen die Experten der Stiftung dabei neben Nordkorea in der Volksrepublik Kongo, Sudan, Eritrea Myanmar und in Somalia. Ein Staatsanwalt eines demokratischen Landes hätte in Venezuela Tausend Jahre Arbeit.

    • Anonym
    • 21.02.2008 um 19:15 Uhr
    6. #1

    "Sie fangen - als seien sie so programmiert, an zu quatschen sobald sie
    ein eingeschaltetes Mikrophon sehen und merken erst später, das Gehirn
    war noch nicht eingeschaltet."                                                                                                            Dem kann ich im vollen Wortlaut beipflichten, dies gilt noch mehr für eine Kamera, bei der man sich in glanzvolle Positur zu stellen weiß. Augenzeuge, gesehen und erlebt an einem Abend der Landtagswahl in Stuttgart.                                                                                                            isaac ben laurence weismann

    • Anonym
    • 25.02.2008 um 16:44 Uhr

    war schon immer besser, als nackte Tatsachen der Wahrheit.                                                                                                            isaac ben laurence weismann

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