Fall Zumwinkel Verraten im Steuerparadies
Die Vorgänge um Klaus Zumwinkel erinnern an den Fall Batliner. Damals wie heute gab es Informanten, die die Liechtensteiner Stiftungsgeschäfte von wohlhabenden Deutschen verrieten
Manchmal ist eine einzelne CD-Rom 100 Millionen Euro wert. Im Frühjahr 2000 landete ein solcher Silberling auf dem Schreibtisch der Bochumer Staatsanwältin Margrit Lichtinghagen. Auf dem Datenträger befanden sich interne Daten von rund 150 Kunden des Liechtensteiner Treuhänders Herbert Batliner, einem der bekanntesten und schillerndsten Vermögensverwalter im Fürstentum. Unter den Namen waren der Milliardär Friedrich Flick oder der Springreiter Paul Schockemöhle.
Die Daten gaben Auskunft darüber, wie die vermögenden Herrschaften mit Hilfe von Stiftungen Geld am deutschen Fiskus vorbeischleusten. Zwei ehemalige Mitarbeiter Batliners hatten sie gestohlen und den deutschen Beamten zugespielt. Sofort kümmerte sich die Schwerpunktpunktabteilung 35 der Bochumer Staatsanwaltschaft um den Fall. Insgesamt 200 Millionen Euro Schwarzgelder entdeckten die Ermittler. Rund 100 Millionen Euro spülten die anschließenden Verfahren zurück in die Staatskasse.
Kein Wunder also, dass viele kurz nach der Festnahme von Klaus Zumwinkel die Spur zu Batliner verfolgten. Stand der Post-Chef ebenfalls auf jener berühmten Batliner-Liste? Doch ein Sprecher des Treuhänders dementierte. Mit Herrn Zumwinkel habe Batliner keine Kontakte gepflegt. Auch die Staatsanwaltschaft Bochum teilte mit, dass der Fall Batliner nichts mit den aktuellen Vorgängen zu tun gehabt habe.
Dennoch gibt es einige Parallelen zwischen beiden Fällen. Beide Male sind offenkundig Insider-Informationen weitergereicht worden, im Falle Zumwinkel soll es sich nach Recherchen der Süddeutschen Zeitung um eine einzelne Person gehandelt haben, die unter Vermittlung des Bundesnachrichtendienstes (BND) Wuppertaler Steuerfahndern Rede und Antwort stand. Der Unbekannte soll Material über Zumwinkels Steuersparmodell bei einem Vaduzer Geldinstitut mitgebracht haben, berichtet das Blatt. Die Oberfinanzdirektion Rheinland habe dann im August eine Sondergruppe von Prüfern eingesetzt, die sich um den Fall gekümmert habe.
Dass jemand die deutschen Behörden informiert hat, erscheint plausibel. "Egal wo das herkommt, es muss ein Hinweis gewesen sein", sagt Dieter Ondracek, Vorsitzender der deutschen Steuergewerkschaft. "Es handelt sich hierbei um einen der seltenen Fälle, bei denen so etwas entdeckt wird." Normalerweise sei es für die Behörden unmöglich, die geheimen Geldgeschäfte in Liechtenstein aufzuspüren. "Das System ist so angelegt, dass man nicht dahinterkommt."
Die zweite Parallele: Heute wie damals ermittelt die Staatsanwältin Lichtinghagen, die seit Jahren beharrlich gegen Steuerhinterziehung deutscher Vermögender im Fürstentum vorgeht. Ondracek vermutet, dass die Daten am Ende in Bochum bei der Staatsanwältin landeten, weil sie "Erfahrung mit den Vorgängen im Fall Batliner" habe. Womöglich hätten sich auch aus den Recherchen zu Batliner neue Spuren ergeben, die nun zu Zumwinkel geführt haben.
- Datum 15.02.2008 - 02:11 Uhr
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- Quelle ZEIT online, 14.2.2008
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war die sz etwas präziser. und warum wird die päpstliche pointe weggelassen? nur dann macht der begriff 'silberling' einen sinn. abschreiben will gelernt sein...gegen diebe ist nichts zu sagen, nur gegen die, die sich erwischen lassen.
ach so, im fall huber/csu: das war der tagesschau noch nicht mal ne nachricht wert. häuft sich vermutlich etwas, haben die sich gedacht, für die kinder, die um 20.00 noch wach sind.
Da scheint Herr Zumwinkel schlicht ein wenig Pech gehabt zu haben. Jedoch scheint die ganze Angelegenheit ja schon seit 1985 am laufen zu sein, 23 Jahre hat es gehalten. Wenn alle dicht halten, ist da auch kaum was zu machen.Der Sinn erschließt sich einem aber doch nicht, wenn man doch mehrere Millionen jedes Jahr verdient. Eine Untersuchung hat es aber klar gezeigt, "Steuerfüchse" gibt es in jeder Schicht, das macht auch vor der "Post" nicht halt.
Gerade jetzt beginnt Berlin Mitte, als Gast ist dabei der Altbundespräsident Roman Herzog. Vielleicht empfiehlt er eine neue Ruck-Rede, diesmal für Manager. "Leute durch Euch muß ein Ruck gehen, damit Ihr nicht mehr erwischt werdet. Diese Öffentlichkeit wirkt nur störend. Was wir brauchen, sind fleißige Ameisen in einem undurchschaubaren Staat, nur so kommen wir weiter". Fragt sich nur, ob die familiäre Verbindung zu "derer von Götz und Berlichingen" nicht auch Spuren in ein Alpenlänchen hinterlassen hat - wer weiß. Vorsichtshalber teile ich mit, daß ich mit diesem Beitrag nur meinem Drang nach Satire nachgeben mußte, keinesfalls Anhaltspunkte für eine neue Ruckrede und auch keine Anhaltspunkte für meine abschließende verwegene Annahme habe.
Wäre es so unwahrscheinlich, dass Herr Zumwinkel schlicht in Unehren abserviert werden sollte, um noch schneller als geplant die Post verlassen zu müssen?Oder ist das die Rache für den Post-Mindestlohn? Oder für noch etwas anderes?Seinerzeit wurde per gewaltsamen Tod Herr Rohwedder bei der Treuhand aus dem Weg geräumt, der behutsam sanieren und aufbauen wollte. Die Nachfolgerin Frau Breuel hat zusammen mit anderen immer noch amtierenden hingegen mitgeholfen, den Bestand zu verramschen und platt zu machen.Für abwegig kann man solche Gedanken leider nicht mehr halten - zumal es in der menschlichen Geschichte immer schon so gehandhabt wurde.
1. Es gibt ja wohl nicht nur den Fall Batliner - ein guter Freund vom Kanzler Kohl und ein guter Bekannter unseres ehemalligen Kardinals Ratzinger. 2. Es gab nach meiner Erinnerung den Fall eines freiberuflich tätigen Programmierers, der sich von einer Luxemburger Bank, im Rahmen seiner Tätigkeit, Kunden- bzw. Kontodaten besorgt hatte, um die 'deutsche Mutter', unter Androhung der Weitergabe der Daten an die Finanzverwaltung, zu erpressen. Ich meine, daß es damals um 800 Konten ging.3. Weiter gibt es einen wohl immer noch einen aktuellen Erpressungsfall eines Berufsverbrechers, der von der Staatsanwaltschaft Rostock verdächtigt wird, sich mehr als Euro 2 Mio. durch Erpressung von Bank-Kunden bei der Liechtensteinischen Landesbank (LLB) erpresst zu haben. Der Spiegel hat darüber ausführlich berichtet. Siehe auch: http://www.tagesanzeiger.ch/dyn/news/wirtschaft/840809.html oder http://www.tagblatt.ch/index.php?artikelxml=1467017&ressort=tagblattheute/schlagzeilen&jahr=2008&ms=hauptseiteDer Erpressung lag eine Bank-Kunden-Liste von mehreren 1.000 Kunden aus Deutschland zugrunde. Das gebunkerte Vermögen soll mehrere Milliarden betragen. 4. Der Fall Zumwinkel, die namenslose Anzeige, könnte auch dazu dienen, andere Bankkunden, die erpresst werden zahlungsbereit zu machen. Das krimminelle Geschäftsmodell der Erpresser scheint ja in Deutschland gut zu funktionieren. 5. Roland Koch, unser Experte für Stiftungen und Nachlässe, hat die zahlreichen Fälle, es soll in Liechtenstein mehr als 120.000 Stiftungen geben, des krimminellen Steuerbetruges deutscher Bürger nicht zum Wahlkampfthema gemacht. Schade für ihn. Wahrscheinlich hätte er dann die Wahl gewonnen.
... in der Schule abgeschrieben, nun offiziell über Jahre hinweg beim Finanzamt. Es tut gut als Geschädigter solcher Leute und Unternehmen, daß endlich etwas geschieht. Das wie und warum sollte "brutalstmöglichst" aufgeklärt werden. Von selbst geht in diesem Lande offensichtlich schon lange nichts mehr und die Keule, die geschwungen wird, hat für mich eine frappierende Ähnlichkeit mit anders gelagerten Fälle in Europa. "CIA(oh)", sie lassen grüßen, über die Grenzen aller Unmöglichkeiten und Unzulänglichkeiten hinweg. Es bleibt nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Politik in voller Unbedarftheit und nun jähes Entsetzen. Der BND sei involviert, wird berichtet. Es wundert mich in keinster Weise und ergibt genau den richtigen Sinn, wenn man sie denn alle imstande ist anzuwenden und miteinander verknüpft. Nur über die Informanten, die werden nicht ins Fadenkreuz genommen werden können, die arbeiten für andere politische Systeme. Scheinheiligkeiten hoch drei unter sogenannten "Bündnispartnern". Die Korruption hat nicht nur in Deutschland, sondern auch in Europa Maße angenommen, wo der "Bürger" vor solchen Elementen dringenden Schutzes bedarf; denn hier handelt es sich um eine Koalition von wegweisenden Banden. Im Empfehlung eigener Beiträge sehen Sie bitte nach unter: Die globale Mitte, Die Belanglosigkeit der Korruption, wie auch andere, die sich mit dem Thema seit Auftritt in diesem Forum befassen. Es gäbe noch mehr zu berichten, aber nicht immer habe ich die Kraft, dies zu Papier zu bringen. Nur wer korrupt handelt, den kann die Korruption auch umbringen. isaac ben laurence weismann
die sprachgewandten der ZEIT möchte ich doch sehr bitten, ein bisschen mehr auf die wortwahl zu achten: Verrat ist, besonders bei uns, negativ besetzt.oder wollen sie etwa nachbarn, die kindesmißhandlung melden, als verräter bezeichnen?in fordere ebenfalls das größte verdienskreuz am buntesten bande für diesen Staatsbürger, der Zumwinkel die charaktermaske heruntergerissen hat.meine wette zu Zumwinkel: gefängnisstrafe, die aber wg. alter und haftunfähigkeit nicht antreten wird: geld genug, um sich die besten ärzte und anwälte zu kaufen hat er ja.und krähen gibts da oben eh reichlich.
Übrigens erhielt Klaus Zumwinkel im Vorjahr den ,,Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen''. Das könnte ja noch als ,,dumm gelaufen'' durchgehen, aber: Otto Graf Lambsdorf, 1987 wegen Steuerhinterziehung rechtskräftig verurteilt, trägt eben diesen Orden seit 2006.
Da kann man auf die diesjährige Preisverleihung ja gespannt sein.
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