Steuerflucht Bedrohte OaseSeite 2/2

So zeigte sich Fürst Albert auch bei seinem Deutschland-Besuch kooperationsbereit. Im Gespräch mit der Kanzlerin soll er einen besseren Informationsaustausch bei Steuerhinterziehung und Korruption angeboten haben, teilte ein Sprecher der Bundesregierung mit. Bereits gestern hatten sich hochrangige Beamte beider Länder zu Gesprächen über ein mögliches Abkommen getroffen. Diese sollen in den nächsten Tagen fortgeführt werden.

Das Fürstentum bewegt sich nicht ohne Grund. Mit der Aufnahme Monacos in den Europarat und der Einführung des Euros im Land wächst der Druck, stärker mit den Europäern zu kooperieren, die Finanzströme transparenter zu machen und alle Vergehen streng zu verfolgen. Ein neues Geschäftsmodell muss her. Fürst Albert plante schon länger, den Teil des Finanzplatzes auszubauen, der sein Geld fernab von Geldwäsche und Steuerhinterziehung verdient. Die Gelegenheit ist günstig: Die Wirtschaft in Monaco boomt derzeit, der Stadtstaat wächst schneller als seine europäischen Nachbarn.

Das liegt zu einem Großteil noch immer an den Vermögenden im Land. Um sie will Monaco auch künftig werben. Vor allem Fondsmanager und Investmentbanker will das Fürstentum mit niedrigen Steuersätzen anlocken. Davon verspricht man sich eine Belebung des Banksektors, der noch immer einer der wichtigsten Einnahmequellen des Landes ist. "Die größten Vorteile bietet Monaco für jene, die dort hinziehen", sagt auch der Schweizer Anwalt Lucius Blattner, der sich auf dem Feld der Wirtschaftskriminalität spezialisiert hat. "Nicht aber um Schwarzgeld anzulegen."

Ein Mitglied des illustren Monaco-Clubs war lange Zeit auch Boris Becker . Der Tennisspieler hatte seinen Wohnsitz im Fürstentum, unterhielt aber auch Wohnungen in Deutschland, wo er sich aufhielt. Doch auch dieser Schwindel fiel auf. Und Becker musste zahlen.

 
Leser-Kommentare
  1. Es ist schon erstaunlich, wer da alles in Berlin empfangen wird...Die Grimaldis sind Nachfahren von Piraten - und so benehmen sie sich auch heute noch. Leider ist das Haengen von Seeraeubern aus der Mode gekommen... (Letzter Satz war ironisch gemeint - ich bin ein entschiedener Gegner der Todesstrafe.)

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