China Die RegenmacherSeite 2/2

Trotz ungünstiger Wetterbedingungen waren die Ingenieure mit ihrem Erfolg zufrieden. „Wir sind bereits sehr gut im Regenmachen“, sagt Liu Xiaolin, Mitarbeiter des Wetterkontrollamtes in Hohot, „aber wir brauchen noch mehr Forschung und Erfahrung im Bereich der Regenvermeidung." Letztere funktioniert bisher nur auf relativ kleinen Flächen.

Die Pekinger Wettermacher werden deshalb am Olympia-Eröffnungstag zu einer Doppelstrategie greifen: In einer Entfernung von 120 bis 15 Kilometer vom Olympiagelände wird vorher Regen erzeugt, um die Luft von Schadstoffen zu reinigen und die Wolken zu entleeren, während innerhalb eines 15-Kilometer-Radius um die Sportstätten Niederschläge vermieden werden sollen. Sollten die Flugzeuge wegen  Sturms oder Gewitter nicht starten können, können die entsprechenden Chemikalien alternativ von insgesamt 26 rund um Peking gelegenen Basen mittels Raketen direkt in die Wolken geschossen werden.

Wäre es da nicht einfacher gewesen, den Beginn der Olympiade etwas nach hinten zu verschieben? Nach dem 24. August beginnt nämlich laut dem Jahrtausende alten chinesischen Bauernkalender die Periode chushu (zu Deutsch: Ende der Hitze). Das Wetter in Peking wird dann immer deutlich kühler und trockener. Wieso musste es unbedingt der 8. August sein?

Nur, weil die Zahl „8“ auf Chinesisch ausgesprochen so ähnlich klingt wie fa , was neben im Wörterbuch aufgeführten elf weiteren Bedeutungen auch „sich entwickeln“ bedeuten kann? Und weil die Zahl „8“ auf arabisch geschrieben, entfernte Ähnhlichkeit hat mit dem chinesischem Zeichen für xi , auf deutsch: Glück, Freude?

Es kann doch wohl nicht sein, dass Parteikader, die das Schamanentum als „Aberglauben“ ablehnen und die Religionen der Ewenki und der Drung nicht zu den fünf offiziell in China zugelassenen Religionsgemeinschaften zählen, zur selben Zeit so viel Wert auf ein „glückliches Datum“ legen. Vielleicht wollten die Parteikader die Gelegenheit nutzen, einmal aller Welt zu zeigen, an was sie wirklich glauben: an die Allmacht der Ingenieure.

 
Leser-Kommentare
  1. meine lieben Herrn Chinesen.Ein  paar Stunden vor dem Beginn der Spiele an alle Besucher bunte Aluminiumhütte verteilen und dann rund um die Stadt der Städte ein paar Wasserstoffbomben zünden. Sieht nicht nur bunter aus, sondern fegt wirklich jeden Dreck aus den Städten und die Luft bleibt herrlich strahlend sauber.Und dann können unter einem herrlcih klaren blauen Himmel endlich die Spiele der Freiheit und des nicht enden wollenden Spasses beginnen.SO macht man sauberes Wetter, ihr Anfänger!!

  2. Ich erinnere mich an eine Leichtathletik-WM in Helsinki (2005?) - da gingen viele Wettkämpfe im Regen unter, und das Stadion stand unter Wasser.Was wurde da geschimpft von den Medien.
    Und jetzt versucht man, solche Dinge zu vermeiden - und die Medien schimpfen auch.
    Problematisch aus meiner Sicht ist, dass nicht ganz klar ist, was die Regenvermeidung für Resultate in Peking erzielen wird . wird es statt 38°C dann 45°C warm sein, bei wahrscheinlich etwas geringerer Luftfeuchtigkeit?
    Eine spätere Austragung wäre sicher eine gute Option gewesen - das ging schließlich in Australien auch.
    Zum Schluss noch eine kleine Besserwisserei: Es heisst "BOCOG", nicht "BOGOC".
    Ich wünsche den Chinesen viel Glück mit den Spielen!

  3. Da macht man aus der Dreck und dem eigenen Land zu 60% ein elendes Dreckloch wo die Leute an der Umweltverschmutzung sprich schelchtem Trinkwasser, belastete Nahrung verrecken und dann geht man hin und macht das Wetetr mit noch mehr Chemioe wieder schön.@funnyMic: Haben Sie den Artikel wirklich gelesen. Wissen Siews potemkinsche DÖrfer sind? Die Bevölkerung tut mir leid. Ich hoffe nur das dieser Menschenmasse irgendwann dann doch mal der Kragen platzt.

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