Hamburg-Wahl Clement attackiert erneut SPD
Trotz eines drohenden Parteiausschlussverfahrens hat Ex-Wirtschaftsminister Wolfgang Clement seine Partei wie vor der Hessen- nun auch vor der Hamburg-Wahl scharf angegriffen.
Zwei Tage vor der Hamburg-Wahl hat der frühere Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) erneut seine eigene Partei scharf attackiert. In der Tageszeitung Die Welt warf Clement führenden SPD-Politikern in der Steuerdebatte pauschale Managerschelte, falsche Feindschaften und «ärgerliches Maulheldentum» vor.
Wenn zum Beispiel von den «neuen Asozialen» in der Industrie gesprochen werde, frage er sich, «ob diejenigen, die solche Behauptungen gebrauchen, überhaupt die geringste Ahnung haben, was sie da tun und welche Geister sie wecken», sagte Clement. SPD-Generalsekretär Hubertus Heil hatte in der Liechtensteiner Steueraffäre von «neuen Asozialen» gesprochen, die sich selbst über «Staat und Gesetz» erhoben hätten. Clement sagte: «Da werden Gegnerschaften, ja Feindschaften konstruiert, die die Gesellschaft gefährden und auseinandertreiben.»
Auch finde er es «schon problematisch, dass wir gegenüber dem kleinen Liechtenstein eine Tonlage anschlagen, als wollten wir demnächst einmarschieren», sagte Clement weiter. SPD-Chef Kurt Beck hatte sich für Sanktionen der EU gegenüber dem Fürstentum ausgesprochen, falls es weiter «verbrecherisches Verhalten nicht aufzuklären hilft oder es sogar unterstützt».
Clement sagte: «Ich kann meine Parteifreunde nur davor warnen, die falschen Feindbilder aufzubauen und zu pflegen. Da gibt es zurzeit ein ärgerliches Maulheldentum.» Zu Berichten, die hessische SPD- Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti werde sich unter Umständen auch mit den Stimmen der Partei Die Linke zur Ministerpräsidentin wählen lassen, sagte Clement: «Ich kann im Interesse der Glaubwürdigkeit nur hoffen, dass diese Berichte auf Fehlinformationen beruhen.»
- Datum 22.02.2008 - 04:16 Uhr
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- Quelle ZEIT online, dpa
- Kommentare 11
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Bravo Clement! Er soll sich bloss nicht das "Maul stopfen" lassen. Clement bleibt einer der wenigen Männer mit Vernunft in der SPD!
Wer sich so und zu diesem Zeitpunkt zu Wort meldet, der möchte auch mal wieder ein wenig Aufmerksamkeit auf sich lenken. Loyalität hat Clement, als er noch Minister und später Ministerpräsident war, immer eingeklagt. Auch als er durch einige sehr umstrittene Projekte in Nordrhein-Westfalen unter Druck geriet.Aber seine Loyalität gegenüber der SPD scheint scheint so groß nicht zu sein.Diese Interviews scheint Wolfgang Clement zu genießen. Ungenießbar - wie sich so manche älter gewordenen Parlamentarier, u. a. Schily, Stoiber und Clement, benehmen. Wenn es ihnen ernst wäre, wenn es ihnen um einen Richtungsstreit ginge, dann hätten sie diesen längst führen können. Sie haben sogar die Möglichkeit (die Macht) gehabt, diesen Kurs maßgeblich zu bestimmen. Nein, weil sie nicht mehr im Blickpunkt der Öffentlichkeit stehen, nutzen sie jede Gelegenheit, sich vermeintlich noch einmal zu profilieren.Ein Lob den alten Granden Helmut Schmidt, Weizsäcker, Geißler, Blüm, H.J. Vogel!
Wer sich so und zu diesem Zeitpunkt zu Wort meldet, der möchte auch mal wieder ein wenig Aufmerksamkeit auf sich lenken.
Ja, stimmt. Es ist schlimm. Da hat man sich nun soviel Mühe bei der Iszenierung des Steuerskandals gegeben. Endlich konnte Kurt Populist Beck vorführen, wie böse die Kapitalisten sind und dann kommt da einer, der aus der Reihe tanzt. Einer der sich noch nicht ganz hat gleichschalten lassen. Sowas aber auch!
Ungenießbar - wie sich so manche älter gewordenen Parlamentarier, u. a. Schily, Stoiber und Clement, benehmen.
Sie haben Schmidt vergessen. Auch der würde sicher gern mal. Er kann sich meistens zurückhalten. Nur manchmal platzt ihm der Kragen: siehe sein Statement, dass die Integration gescheitert sei.
Vielleicht lernen wir aber auch was von diesen weisen alten Männern? Hmm, die SPD fordert doch immer Mulitkulti und damit Meinungsvielfalt. Plötzlich aber diese Gleichschaltung?
Wenn es ihnen ernst wäre, wenn es ihnen um einen Richtungsstreit ginge,
"Und ich sage Ihnen die sozialistische Idee ist gescheitert!"
Verzeihung, aber hier stimmt doch gewaltig was nicht!Wen wollen Sie hier eigentlich vergackeiern?Ich erinnere an Ihren Artikel (hier klicken) von heute und den gesamten Thread dazu!Es ist zu hoffen, die Kommentatorinnen und Kommentatoren gehen Ihnen nicht weiter auf den Leim.
Der Angestellte Mustermann ist mit seiner Arbeit zufrieden. Der Chef ist auch mit ihm zufrieden. Eigentlich sind alle ganz zufrieden. Da meldet sich der Kollege Pickelmeier beim Vorstand - und erzählt ihm, dass der Kollege Mustermann und auch noch viele andere Kollegen aus der gleichen Abteilung keine Ahnung haben, alles verkehrt machen - aber auf ihn, Pickelmeier, höre ja keiner.
Wissen Sie, Dipsy, was ein korrekt handelnder Vorstand in solch einer Situation macht? Er schickt den Pickelmeier zurück in die Abteilung, mit dem Hinweis, diese Auseinandersetzung zuerst einmal intern zu klären.
Wolfgang Clement hat noch immer genügend Einfluß in seiner (?) Partei. Er hätte zuerst mit Beck, oder wem auch immer, über sein Unbehagen reden sollen. Reden müssen! Wenn das schlußendlich nicht fruchtet, kann er sich immer noch an Gott und die Welt (in diesem Fall, die von Springer) wenden. Oder im umgekehrten Fall, den Herren Journalisten sein Herz ausschütten und das erzählen, was er auf gar keinen Fall früher und schon gar nicht später (nämlich aus Loyalitätsgründen nach der Wahl) sagen wollte.
Das sei alles Schwarz-Weiß-Malerei? Aber Dipsy, wer Kurt Beck einen Populisten schimpft und der SPD Gleichschaltung (ist das tatsächlich belegbar?) vorwirft, sollte diesbezüglich großzügig bleiben.
Mir geht es nicht um die SPD (die wird auch ohne uns beide noch lange existieren). Die ersten zwei Buchstaben stehen für "Sozialdemokratische Partei". Wäre es eine hundertprozentige Wolfgang Clement-Partei, hieße das Kürzel - na, klar - WC...
Danke!
Manchmal fehlen einem die Worte, dann schreibt man einfach drauf los...
der Clement war nie mein Lieblingspolitiker hier in NRW. Vor allem als Nachfolger von diesem seligem bzw. unseligem Bruder Johannes, war auch mal Bundespräsident, nicht. Nur, der heutigeClement vertritt eine ganz andere Meinung, als der frühere MP hier in NRW oder Wirtschaftsminister in diesem Moloch Berlin. Woran liegt das? Der Mann war eigentlich, entgegen seiner Behauptung, nie ein Sozi. Im Gegenteil, der steht den rationalen Parteien viel näher. Bei der SPD und den Linken kan man von rationalen Parteien nicht mehr reden, Beck sei Dank.Dieser Knuti Beck, der mit Kommunisten und der alten SED Garde sympathisiert und auch paktieren will, hat in unserer Demokratie nichts zu suchen. In der seligen Pfalz, wunderschönes Weinland, mag der ankommen, aber in Deutschland ist der noch nicht angekommen.
Wer kennt sie nicht, diese ewigen Klassensprecher, später dann ewig Funktionäre im Kleingartenverein, ewige Betriebsräte oder eben Parteisoldaten. Sie sind geachtet aber nicht geliebt und oft auch gefürchtet. Geachtet, ihres Fleißes und Organisationstalentes wegen, nicht geliebt weil ihnen der Sinn für die Sache abgeht, zu offenkundig ist die Organisation ihr Selbstzweck. Gefürchtet ihre Energie und ihr Intrigenspiel, ein Spiel, welches sich geschickt aufgebauter Seilschaften bedient und jedes Mittel einsetzt zwecks Verhinderung organisationsinterner Demokratie.
Bekannt sind Ruhnau oder Wienand, bekannt ist "Das Ekel von Datteln" und bekannt ist natürlich auch Wolfgang Clement. Der Bekannteste wird wohl Gustav Noske sein. Letzterer wollte unbedingt der Bluthund sein und vollzog seine Rolle in mörderischer Konsequenz. Und heute? Heute muß einer der Drecksack sein...
Tucholsky führte in einer Fiktion den greisen Noske im Jahre 1947 vor: Da sitzt der boshafte Alte also im Lehnstuhl und läßt sich von der Pflegerin berichten, wie die Reichswehr durch die Straßen zieht. Und was lebt der Alte da auf: "Immer draufschlagen, kein Pardon geben", so zischelt der senile Greis und Speichel läuft aus seinem zahnlosen Mund. Die Pflegerin redet beruhigend auf ihn ein und säubert ihn. Da ertönen Schüsse vom nahen Exerzierplatz. Lustvoll entlehrt der Alte seinen Darm dabei zischelnd: "Immer reinhalten in das Proletenpack!". Resigniert hebt die Pflegerin die Schultern und säubert den Greis. Es ist ja immer das Gleiche...
Szenenwechsel 2015: Der greise Clement dämmert im Lehnstuhl, um ihn herum Ein-Euro-Hilfkräfte und der Anstaltspfleger vom Zeitarbeitsstrich. Gelangweilt lehnt der Pfleger an der Tür und unterweist die Hilfkeulen mit sparsamen Gesten. Einer liest aus der Bildzeitung vor. Genußvoll läßt sich der Greis den Anzeigenteil der letzten Seite verlesen und lauscht ergriffen dem Schleimer vom Dienst F.J. Wagner. Von der Straße her ist das Geräusch Dutzender Besen vernehmbar. Der Alte wacht endgültig auf, sein eingefallenes Gesicht bekommt Farbe, sein Mund verzieht sich zum zahnlosen Grinsen: "So ist es richtig, Parasiten werden nicht geduldet". Resigniert heben die Hilfkeulen die Schultern und beginnen den Greis zu säubern. Es ist immer das Gleiche....
Rausschmeißen? Im Leben nicht! Einladen in jeden Ortsverein, ihn einfach reden lassen. Offenkundiger kann man doch nicht so eine ewige Klassensprecherkreatur vorführen - als Mahnung zur Wachsamkeit innerhalb der Organsisation.
Burkard Schulte-Vogelheim
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