Kindstötung Tote Kinder als DDR-Erbe
Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Böhmer will Abtreibungen und Kindstötungen in einen Topf werfen. Dabei weiß man nicht einmal, ob in Ostdeutschland wirklich mehr Kinder getötet werden als im Westen
Wolfgang Böhmer hat sich gehörig in die Nesseln gesetzt. Er hat etwas behauptet, über das man vielleicht nachdenken kann, das aber weder mit Zahlen noch mit soziologischen Studien zu belegen ist. Böhmer sprach von einer „übernommenen DDR-Mentalität“ und begründete Kindstötungen „vor allem mit einer leichtfertigeren Einstellung zu werdendem Leben in den neuen Ländern“.
Die amtlichen Daten, auf die er sich bezieht, sehen auf den ersten Blick tatsächlich so aus, als würden Ostdeutsche ihre Kinder wesentlich häufiger töten als Westdeutsche. Je nach Gruppierung sind es zwei bis drei Mal so viele Fälle, erklärt die Kriminologin Theresia Höynck, die selbst am Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen eine groß angelegte Studie zum Thema „Tötungsdelikte an Kindern“ durchführt. Doch bei genauer Betrachtung halten Böhmers Argumente den Daten der Kriminalstatistik nicht stand.
Inzwischen hat der Ministerpräsident auch selbst relativiert, was er gesagt hat. „Ich bin weit davon entfernt, für alle Fälle eine Erklärung zu suchen. Es ist völlig falsch, alles in einem bestimmten Zusammenhang erklären zu wollen.“ Trotzdem meint er weiterhin, dass sich in der DDR nach der Legalisierung der Schwangerschaftsabbrüche innerhalb weniger Jahre ein recht unbekümmerter Umgang mit werdendem menschlichen Leben eingebürgert habe.
Böhmer selbst war lange Zeit Gynäkologe in der DDR. Doch davon einmal abgesehen, dass Frauen, die sich zur Abtreibung entschlossen haben, ihrem Gynäkologen wahrscheinlich meistens ihre seelischen Nöte nicht anvertrauen - Abtreibungen und Kindstötungen in einem Zusammenhang zu nennen ist ein starkes Stück, das zu Recht Empörung aus den verschiedensten Ecken hervorgerufen hat.
Denn Böhmer nimmt an, dass Kindstötungen wie Abtreibungen von manchen DDR-Frauen als Mittel zur Familienplanung eingesetzt wurden und noch werden. Umgekehrt hatte man in Westdeutschland Abtreibungen unter anderem auch deshalb straffrei gemacht, um die Zahl der Kindstötungen zu verringern.
Soziale Verhältnisse und die hohe Arbeitslosigkeit in Ostdeutschland wischt Böhmer als Ursachen einfach vom Tisch: „Niemandem geht es so schlecht, dass er sein eigenes Kind umbringen muss.“
- Datum 12.03.2008 - 06:07 Uhr
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- Quelle ZEIT online, 25.02.2008
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Es sagt glaub ich einiges aus über einen Menschen, wenn er eine ganze Region in den Dreck zieht mit einer Aussage, aber wir sind ja von Politikern eh nichts anderes gewohnt.Wo ich aber seiner Meinung bin ist, dass Kindstötung und Abtreibung sehr wohl das selbe sind. Nur weil der Staat den einen Mord erlaubt und den anderen nicht heißt das noch lange nicht, dass das eine besser ist als das andere.Welcher Wissenschaftler kann wirklich beweisen, dass ein Kind im Mutterleib bis zur 12 Woche noch nicht fühlt. Abgesehen davon hat es in jedem Fall eine Seele die lebt.
Wieso ist es ein starkes Stueck Kindesmord und Abtreibung in die selbe Schublade zu werfen. Ich sehe hier keinen Unterschied, ausser dem, dass das eine Straffrei ist und das andere nicht. Waere man konsequent, dann muesste auch das Toeten von Neugeborenen erlaubt sein, da sie nach der Argumentation, die Ungeborenen das Person-Sein abspricht, ebenfalls keine Person und nicht Traeger von Rechten sind. Es wird tatsaechlich sehr sehr leichtfertig mit dem ungeborenen Leben umgegangen und man betaeubt sich selbst mit laecherlichen Ausfluechten wie, die spueren eh nichts, usw. Als ob es darauf ankaeme!
Abtreibungen und Kindstötungen in einem Zusammenhang zu nennen, ist kein starkes Stück. Es handelt sich zwar nicht um das selbe, aber der Gedanke, dass man ein ungewolltes Kind entsorgen könne, liegt beiden Handlungen zugrunde. Also lasst ihn reden, er ist Gynäkologe, seine Einschätzung ist mit Sicherheit eine Anregung. Dass damit Millionen von Frauen im Beitrittsgebiet stigmatisiert, kriminalisiert würden blabla, blublub, ist doch totaler Quatsch. Unbequeme Fakten müssen diskutiert werden. Leute wie Claudia Roth, die weder einen Beruf erlernt haben noch Kinder geboren haben, sollten hierbei allerdings die Klappe nicht so weit aufreißen.
kennt Böhmer sich aus – immerhin war er Minister der CDU-Landesregierung von Sachsen-Anhalt, die 1994 geschlossen wegen Korruption zurücktreten mußte. Ein bis dahin nicht dagewesener Vorgang, den es auch seither nicht wieder gegeben hat. (Dürfte nicht unwesentlich dazu beigetragen haben, dass damals erstmals über eine Regierungsverantwortung der PDS nachgedacht wurde.)
Von 'in einen Topf werfen' kann doch gar nicht die Rede sein. Er sagte : " ... die vielen Taten seien Folge einer übernommenen DDR-Mentalität.
"Warum soll man denn nicht sagen können, dass in der DDR die Familienpolitik eine andere war als im Osten und dass das auch eventuell Konsequenzen auf den heutigen Umgang mit solchen Gesellschaftsproblemen hat.Mir scheint, er hat eine gewisse Erfahrung in diesem Bereich und er darf sich aufjeden Fall äuBern. Müssen wir jetzt alle so tun, als hätte es die DDR und ihre Familienpolitik nie gegeben? Ist der Osten nicht kritikfähig ? Oder geht es darum, jemandem der der CDU angehört auf jeden Fallmit einer Keule, egal welcher, auf den Kopf zu geben und den Mund zu verbieten, anstatt die Probleme zu analysieren und dann zu lösen, wofür jede Fragestellung nützlich ist.
...als im Westen...
Kindestötungen in Deutschland
Die Vorstellungen von Erziehung im Sozialismus, mit einer möglichst frühen Trennung der Kinder vom Elternhaus und ihren Familien, tragen selbstverständlich zu einer Entwicklung bei, wie wir sie nun in Ostdeutschland erleben müssen. Eine gesunde, soziale Entwicklung erfährt ein junger Mensch in seiner Familie und nicht in einer staatlichen Erziehungseinrichtung (Krippe, Kita, Ganztagsschule). Eine Weitergabe der Erfahrungen von Generation zu Generation war und ist im Sozialismus aber nicht gewollt. Die Quintessenz daraus ist nun die Ratlosigkeit und psychische Überforderung der Menschen, die das Leitbild Familie nie kennengelernt haben. Leider ist es nicht nur Ostdeutschland. Auch in den alten Bundesländern hören wir fast täglich etwas über Eltern mit Ängsten und Problemen beim Umgang mit ihren Kindern. Als Lösung werden nun sogenannte Elternführerscheine in die Diskussion gebracht. Dieses wird aber nur Stückwerk und keine richtige Lösung sein. Bei einem Kurs, einem Buch oder einer Selbstlern-DVD fehlt die substanzielle Selbsterfahrung. Ich kann nur etwas mit Engagement und Überzeugung leisten, was ich selbst erfahren durfte. Im konkreten Fall also, bei Erziehungs- und Kindesentwicklungsfragen auf Erfahrung und Wissen von meinen Eltern und Großeltern zurückgreifen dürfen. Die Politik kann dies unterstützen mit einer gezielten Familienförderung und der darin enthaltenen Rückbesinnung auf Generationenzusammenhalt. So kann es zu einer Wende in diesem Dilemma kommen. Kinder lernen wieder von Ihren Eltern, so wie diese vorher von ihren Eltern gelernt haben und die wiederum von ihren Eltern. Das klassische Familienbild also als wirkungsvolle Alternative zur sozialistischen Staatserziehung. Wenn die Gesellschaft in unserem Land überlebensfähig bleiben will, sollte sie sich schnell von allem, was mit Sozialismus zu tun hat, trennen. Und das nicht nur im Bereich der Erziehung.
Was reden wir da herum. Bei uns werden im Jahre über Eine Millionen werdende Menschenleben abgetrieben und wir beklagen uns, daß wir ein sterbendes Volk sind. Es gibt mittlerweise Ärzte die nur davon Leben. Lieber Katzen und Hunde halten und Menschenkreaturen dafür abzutreiben. So grausam das klingen mag Kindestötungen ist der Spiegel der Lieblosigkeit unserer Gesellschaft. Auch die Gemeinschaft ist daran schuldig. Ich halte nichts davon dieses einem verflossenem DDR System aufzubürden. Wer den Ärzten erlaubt neues Leben zu verhindern muß damit rechnen, daß Kindestötungen leider immer wieder vorkommen.
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