Es war der vielleicht letzte große Zusammenstoß der beiden demokratischen Präsidentschaftsbewerber, und er verlief weniger brutal als erwartet. Als Hillary Clinton und Barack Obama am Dienstagabend in der staatlichen Universität in Cleveland zur letzten Fernsehdebatte aufeinandertrafen, bevor am 4. März in Texas, Ohio, Rhode Island und Vermont gewählt wird, stand einiges auf dem Spiel. „ There Will Be Blood “, titelte der kürzlich mit dem renommierten George Polk Award ausgezeichnete Blogger Joshua Marshall in seiner Ankündigung der Debatte – eine Anspielung auf den gleichnamigen Film von Paul Thomas Anderson, dessen Hauptdarsteller Daniel Day-Lewis am Sonntag einen Oscar gewann.

Blutig wird es bei Anderson erst im Finale, doch das blieb am Dienstagabend aus. Während die beiden Protagonisten im Film, der Pragmatiker und der Prediger, einander an die Kehle gehen, endete die angespannte Fernsehdebatte zwischen der Pragmatikerin Clinton und dem Prediger Obama mit einer fast versöhnlichen Note. „Senatorin Clinton hat einen großartigen Wahlkampf geführt, sie ist eine herausragende Staatsdienerin, und ich bin sehr stolz darauf, gegen sie kandidiert zu haben“, beendete Barack Obama die Diskussion, wohlgemerkt in der Vergangenheitsform.

Die 20. Fernsehdebatte, die in diesem überlangen Vorwahlkampf geführt wurde, könnte tatsächlich die letzte sein. Die Wahlbeobachter sind sich weitestgehend einig: Wenn Clinton am Dienstag in Texas, Ohio oder sogar in beiden Staaten gegen Obama unterliegt, dann wäre das wohl ihre letzte Chance, sich würdevoll aus dem Rennen zurückzuziehen.

Zu lange dauert die Siegesphase von Barack Obama nun schon an, die begann, nachdem der Underdog den vermeintlichen Showdown bei den Massenvorwahlen am 5. Februar erfolgreich überstanden hatte. Seitdem hat er seinen Rückstand in einen Vorsprung verwandelt - sowohl bei der Zahl der Delegierten für den entscheidenden Parteikonvent im Sommer als auch in den landesweiten Umfragen.