Karriere Gleiche Leistung, weniger Lohn

Frauen arbeiten ebenso hart wie Männer und bekommen dennoch weniger Geld. Das ist ungerecht. Doch es liegt an den Frauen selbst, mehr zu fordern, sagt die Beraterin Cornelia Topf. Ein Interview

Cornelia Topf berät und trainiert Frauen, die ihre Karriere vorantreiben oder ein höheres Gehalt bekommen wollen. Auch Männer lassen sich von ihr coachen. Doch Frauen belagern sie geradezu, sagt sie. Wieso brauchen Frauen eine Karriere- und Gehaltsberatung? Wir haben nachgefragt.

ZEIT: Sind Frauen selbst daran schuld, dass sie weniger verdienen als Männer?

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Cornelia Topf: Ja, klar! Für viele ist Geld ein Tabuthema. Häufig sind sie auch zu bescheiden, oder es ist ihnen peinlich, mehr zu fordern. Manche kommen zu mir und fragen, ob sie tatsächlich ein Gehaltsgespräch mit ihrem Chef führen sollen. Für Männer sind solche regelmäßigen Gespräche selbstverständlich.

Frauen erwarten erst dann eine bessere Bezahlung, wenn sie neue Kompetenzen erlangt haben. Sie denken, sie müssten noch mehr arbeiten, um mehr zu verdienen. Dabei sind viele ohnehin schon überlastet. Sie arbeiten hart im Beruf, organisieren die Familie, erledigen Reinigungs- und Bringdienste, pflegen private Netzwerke. Noch mehr ist häufig nicht drin. Also stellen diese Frauen auch keine Forderungen. Männer hingegen finden grundsätzlich, sie sollten mehr verdienen – und sind dann irritiert, wenn sie dafür auch mehr leisten sollen. Für sie geht es ums Prestige. Frauen sind daran nicht so sehr interessiert. Die Folge: Es gibt ein Heer von unterbezahlten Arbeitskräften, die sich abrackern, aber nicht adäquat entlohnt werden.

ZEIT: Das sind doch Klischees. Frauen haben längst gelernt, auch eigene Ansprüche durchzusetzen.

Topf: Sicher, es gibt Karrierefrauen, die es schon weit gebracht haben, zum Beispiel im gehobenen Management großer Konzerne. Aber sie sind häufig die einzigen Frauen auf ihrer Ebene, und manchmal gibt es in der Hierarchie über ihnen keine anderen weiblichen Führungskräfte. Diese Frauen treffen selten auf Vorgesetzte oder Kollegen, die sie unterstützen. Für sie ist es schwierig, noch weiter aufzusteigen.

ZEIT: Wie wichtig sind Netzwerke für den beruflichen Erfolg?

Topf: Sehr wichtig. Der Rat von Experten im richtigen Moment kann sehr viel helfen. Leider sind Frauen auch hier noch immer etwas unterbelichtet. Viele gehen nicht strategisch vor, sondern pflegen lieber den Kontakt zu Personen, die ihnen sympathisch sind. Aber es hilft nicht, bloß mit netten Leuten zu kuscheln. Viel wichtiger ist es, einmal am Tag einen wichtigen, nützlichen Anruf zu machen, auch wenn die Person am anderen Ende der Leitung nicht so charmant ist. Frauen finden das doof. Männer sind da viel zielstrebiger. Ein stabiles Netzwerk von Unterstützerinnen ist zentral, mit kurzen Drähten zu Angehörigen vieler anderer Berufe, zum Beispiel einer Architektin, einer Stilberaterin, einer PR-Fachfrau und einer Anwältin, die man schnell und unkompliziert um Rat bitten kann. Frauen müssen lernen, andere um Rat zu fragen, ob das nun ein Coach ist, die Frauenbeauftragte des eigenen Unternehmens oder der Betriebsrat.

Leser-Kommentare
  1. Das ist doch längst überfällig, daß Frauen den gleichen Lohn wie Männer erhalten. Was ist mit den Gewerkschaften los, hier haben sie doch einen guten Grund. Noch besser, Frauen gründet doch eine übergeordnete Frauengewerkschaft.

  2. Hallo Wolfgang,

    es kann gar nicht anders sein, als dass Frauen und Männer für _gleiche_ Arbeit gleichen Lohn erhalten, da stimme ich voll zu!

    Die starken Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen die gerne zitiert werden, entstammen aber partiell einem Vergleich gleichwertiger(!) Arbeit. Dabei wurden z.T. einfach Akademiker mit Akademikerinnen verglichen. Da hatte dann tatsächlich der promovierte Mitarbeiter der F&E in einer Pharmafirma ein höheres Gehalt als die promovierte Kulturwissenschaftlerin im Vertrieb, tätig als Vetriebsassistentin. Wundert das jemanden?
    Ich würde dazu empfehlen, den Kommentar #2 auf:
    http://kommentare.zeit.de...
    und folgende ZUsammenfassung:
    http://www.manndat.de/ind...
    zu lesen.

    Gruß

    P.S.: Sollte ich die Ironie in Deinem Kommentar übersehen haben, bitte ich das zu entschuldigen, mein Ironie-o-meter ist kaputt.

  3. "... ohnehin schon überlastet. Sie arbeiten hart im Beruf, organisieren die Familie, erledigen Reinigungs- und Bringedienste, pflegen private Netzwerke ..."
    Was ist denn das für ein blöder, klischeeverhafteter Artikel!? Alle drei Wochen wird die Sau Frauendiskriminierung durchs Dorf getrieben, ohne dass auch nur in Ansätzen dargelegt wird, worauf sich dass konkret bezieht. Kann schon sein, dass es im statistischen Mittel stimmt, dass Frauen zwischen Dreißig und Vierzig weniger verdienen als Männer. In diesem Alter gehen sie ja auch in Mutterschutz, arbeiten Teilzeit, weil sie das möchten und entscheiden sich oft gegen einen Aufstieg in der gruppeninternen Hackordnung, weil sie das eben nicht möchten. Das sagt aber noch garnichts zur Lohngerechtigkeit, sprich gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Die Stundensätze sind für alle gleich, sie sind von den Gewerkschaften bestätigt. Müller, Qualifikation W auf Arbeitsplatz X mit Wochenarbeitszeit Y und Betriebszugehörigkeit Z, erhält die gleiche Vergütung wie Meier mit den gleichen WXYZ - unabhängig vom Geschlecht. Darüber wachen Frauenbeauftragte, Betriebsräte und Gerichte.

  4. Dass Frauen (je nach Studie) für gleiche Leistung 200...300% weniger Gehalt bekommen ist ja hinlänglich bewiesen. Dass Frauen die "Reinigungs- und Bringedienste" erledigen ist auch nicht neu. Aber warum wird verschwiegen, dass Frauen jeden Tag von Ihrem Mann, dem sie so vertraut haben, ermordet, geschlagen und vergewaltigt werden?Warum wird verschwiegen, dass die Frauen jeden Tag (je nach Studie) zu 25...30 Stunden unentgeltliche Frondiensten als Putz-, Sex- und Haussklavin gezwungen werden?Warum wird verschwiegen, dass die Frauen zur Zwangsprostitution gezwungen werden?Warum wird verschwiegen, dass das Patriarchat einen Vernichtungskrieg gegen Frauen führt? Da war die ZEIT schon mal weiter; ich meine den sagenumwobenen Feminizid (http://www.zeit.de/2007/3...)

  5. ... solche Überschriften wie "Gleiche Leistung - weniger Lohn" stiften doch wirklich nur Verwirrung. Das vermittelt den Eindruck, als würden Frauen deshalb weniger verdienen, weil sie Frauen sind. Jedes deutsche Gericht würde einer Frau Recht geben, die sich wegen eines am Geschlecht orientierten Gehalts gerichtlich wehrt. Natürlich stimmt es, dass Frauen im Schnitt weniger verdienen als Männer. Dann erklärt aber bitte auch, dass man diese Feststellung nur dann treffen kann, wenn man vergleicht, wieviel Geld Männer im Schnitt aus der Wirtschaft ziehen und wieviel Frauen. Soziale Umstände, wie Mutterschaft, anschließende Teilzeitarbeit, Unterbesetzung in hochbezahlten Positionen..., führen dazu, dass Frauen in diesem Sinne weniger Geld verdienen. Ich denke, diese Umstände gilt es zu verändern, um ein ausgeglichenes Lohnverhältnis zu erreichen.Beste Grüße

  6. 6. baden

    Zitat Christine Bortenlänger, Managerin des Jahres 2007:"Statt der Gläsernen Decke sehe ich etwas ganz anderes: die warme Badewanne, in der Frauen sich so gerne tummeln. Traut sich eine heraus, steht sie plötzlich alleine und frierend da. Doch wer Karriere machen will, muss raus aus der wohligen Wanne! Meine Erfahrung: Viele Frauen wollen gar nicht in Führung gehen – mit allen Konsequenzen wie Verantwortung tragen, ungewisse Entscheidungen fällen, länger und mal am Wochenende arbeiten. Die Unannehmlichkeiten einer Karriere sind es vielen nicht wert."Aber das neue nacheheliche Unterhaltsrecht wird hier wohl endlich einiges bewirken.

    • Anonym
    • 06.03.2008 um 2:41 Uhr

    Solange Männer derart zusammen halten das sie ausschließlich sich selber sehen ...
    und wenn sie es mitkriegen das was nicht stimmt - höchstens verschämt lächeln ..
    aber nie! Einem anderen Mann was sagen.
    "Radfahrer" sind - und untereinander miteinander "gehen" - Andere gar nicht sehen.
    Solange eine Frau vor Gericht - ohne weiteres abgeschlagen werden kann -
    Juristen sich sowieso gerne vor dem Termin absprechen ...
    (alle für sie wichtigen Faktoren - geschlossene Gesellschaften/Gruppen/Parteien im Auge)
    solange Einheimische immer zusammen halten und die Oberhand behalten
    wird sich an egal was an Rechten für die Frau - inkl. Gehälter - wohl nicht viel ändern.

    Ein Netzwerk mit ein paar richtigen Menschen die schnell helfen könnten ..
    Das Problem Frauen haben untereinander wenig Interesse aneinander.
    Und kennt man den Mann - hat man es auch noch mit "Eifersucht"
    oder Eitelkeiten - getarnt als Hass Neid Eifersucht - zu tun.
    Und zwar von Beiden!
    Seine Frau ...seine Familie soll sein.

    Gehälter sind nur ein Teilaspekt ...

    • Anonym
    • 06.03.2008 um 2:45 Uhr

    Wie oft waren Sie denn als Klägerin vor Gericht?

    Oder überhaupt?

    "Jedes Gericht würde ...!"

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