Sarkozy/Merkel "Ernsthafte Schwierigkeiten"Seite 3/3

ZEIT online: Gibt es ein spezifisches Problem für Angela Merkel, namens „Sarkozy“?

Koopmann: Grundsätzlich nicht. Sarkozy und Merkel haben zum Beispiel die EADS-Krise gemeinsam erfolgreich beigelegt. Allerdings hat Sarkozy inzwischen erkannt, dass Merkel sich heute gegenüber ihm anders verhält. Die Kanzlerin hat neulich sehr offensive Worte über der Mittelmeerunion gefunden. Sarkozy überträgt weiterhin seinen unilateralen und wenig konsensorientierten Stil aus der Innen- auf die Europapolitik. Das betrifft nicht nur die Bundesregierung, sondern auch andere europäische Partner Frankreichs. Die Bundesregierung sollte aber auch zugestehen, dass das Projekt der Mittelmeerunion sich seit seiner ersten Formulierung sehr verändert hat. Dann könnte Berlin auch leichter mehr Flexibilität aus Frankreich einfordern.

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ZEIT online: Wie würden Sie heute den Zustand der deutsch-französischen Beziehungen definieren? Sind wir in einer statischen Phase?

Koopmann: Auf gar kein Fall statisch. Wir befinden uns in einer wichtigen Übergangsphase, die mit der Übernahme der EU-Ratspräsidentschaft von Frankreich im Juli 2008 enden wird. Bis dahin muss ein Ausweg für die Mittelmeerunion gefunden sein. Wenn die Franzosen mit einem ernsthaften Konflikt mit Deutschland ihre Ratspräsidentschaft beginnen, wegen des Mittelmeerprojekts, wird dies zu einer Belastung für die gesamte Präsidentschaft und auch längerfristig für die deutsch-französischen Beziehungen führen. Gleichwohl ist in den kommenden Monaten noch eine positive Entwicklung möglich.

Martin Koopmann leitet die Programmgruppe Deutsch-Französische Beziehungen bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik.

Die Fragen stellte Alain-Xavier Wurst .

 
Leser-Kommentare
  1. werden wir da wieder einmal gehalten.Politische "Schwierigkeiten" gibt es in dieser Form nicht, es handelt sich auch nicht um "Schwierigkeiten" ziwschen zwei Staaten, sondern nur um ein aufeinanderprallen von Wirtschaftsinteressen und die Unfähigkeit der Politikmarionetten, damit umzugehen. Aber die Weltpresse bietet ja eine grosse Bühne der EItelkeiten, auf denen die Aktuere mit grossem Tamtam herumstolzieren und zeigen können, wie toll sie doch sind. Das die Zeit dieses Schmierentheater noch unterstützt, naja.

    • brux
    • 04.03.2008 um 14:18 Uhr

    Bei der Präsidentenwahl in Frankreich im Mai 2007 sagte ich meinen französischen Freunden, dass sie die Wahl zwischen einem schlechten Programm und einem schlechten Charakter hätten. Damals glaubte ich, das schlechte Programm wäre ein grösseres Problem für Frankreich (und damit für Europa und uns alle).
    Leider muss ich mich korrigieren: Sarkozy ist ein Scharlatan der schlimmsten Sorte, ein lernunfähiger Psychopath. Seine Ideen sind unreflektiert und basieren auf nichts anderem als Selbstverliebtheit.
    Die Mittelmeer-Union kann nie funktionieren, da auf der anderen Seite keine glaubwürdigen Partner zur Verfügung stehen. Was Sarkozy wirklich will, sind gute Geschäfte mit Frankreichs alten Kolonien, wobei den Deutschen (und der EU) wohl nur die Rolle des Geldgebers zukommen soll.
    Wenn Frau Merkel wirklich schlau ist, konfrontiert sie Sarkozy direkt und stellt ihn vor klare Alternativen. Dann ist die Luft schnell raus aus diesem aufgeblasenen Ersatz-Napoleon.

  2. Muss man beim Studium von Zeit-Online inzwischen den Doktor für Legasthenie haben?
    Wir mcaehn alle imemr mal wedeir Fleher, aebr so ewats endpmife ich als Zmunutug. Zumal dem nicht der Ausnahme ist!

  3. Harry Cane, ich empfehle Ihnen, in der "Sache Fehlermachen", doch einfach einmal die wunderbare Kolumne von Harald Martenstein zu lesen! Vielleicht hilft es Ihnen dabei, die "formellen" Dinge etwas gelassener betrachten und sich einfach nur auf den Inhalt  konzentrieren zu können.

  4. Sarkozy ist in der Tat vollkommen unfaehig - insbesondere zum Dialog mit Politikern, die serioes sind.
    Dieser Mann ist ein Berlusconi und ein schlechter Schauspieler. Leider ist er fuer fuenf Jahre gewaehlt. Ich sehe noch viele Reibereien auf Berlin zukommen - insbesondere wenn es Frankreich nicht gelingt, den Staatshaushalt auszugleichen. (Und von diesem Ziel ist das NS-Regime ziemlich weit entfernt.)

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