Republikaner Die Nacht der Entscheidung
In Texas und Ohio ist eine Entscheidung gefallen – bei den Republikanern: Mike Huckabee gibt nach weiteren klaren Niederlagen auf. Der Sieger McCain eröffnet bereits den Präsidentschaftswahlkampf
Einen Rückzug hatten sich viele nach den Abstimmungen in Texas, Ohio, Rhode Island und Vermont erhofft, und sie haben ihn bekommen. Es war aber nicht, wie von manchen erwartet und anderen erhofft, Hillary Clinton, die ihre Kandidatur aufgab und damit den erbitterten Wettbewerb der Demokraten auflöste. Stattdessen hat sich Mike Huckabee, der hartnäckige, aber chancenlose Mitbewerber John McCains, aus dem Rennen um die Nominierung bei den Republikanern zurückgezogen. Und damit McCains Präsidentschaftskandidatur endgültig besiegelt, die ihm ohnehin nicht mehr zu nehmen ist.
Nur langsam und sehr unregelmäßig tröpfelten am Abend die Ergebnisse der einzelnen Wahlbezirke herein. Nachdem in Texas ein Viertel der Wahlzettel ausgezählt waren, fehlten immer noch die Ergebnisse der wichtigsten Großstädte des Staates. „
Too close to call
“, hieß es bei lange bei den Wahlbeobachtern – ein Ausspruch, der noch von der Präsidentschaftswahl 2002 im damals entscheidenden Bundesstaat Florida in bitterer Erinnerung ist. Erst am späten Abend und frühen Morgen europäischer Zeit wurde dann bei den Demokraten Clinton zur Siegerin nicht nur in Ohio, sondern auch in Texas erklärt.
Zusätzlich verkompliziert wurde die Auszählung dadurch, dass in Texas im Anschluss an die allgemeine Wahl nachbarschaftliche Wählerversammlungen abgehalten wurden, bei denen etwa ein Drittel der Wahlmänner bestimmt wurden. Das Tandem-Modell aus zwei Wahlgängen ist eine texanische Besonderheit; dazu kommt auch noch, dass die einzelnen regionalen Verantwortlichen noch bis Freitag Zeit haben, die Ergebnisse ihrer Versammlungen postalisch an die Parteiführung zu senden.
Während bei den Demokraten lange Unklarheit herrschte, waren die Ergebnisse der Republikaner bereits eindeutig. Und so fiel bei ihnen dann auch die letzte, erwartete Entscheidung: Mike Huckabee, der schon zuvor keine Chance mehr auf die Nominierung hatte, fügte sich nach einem engagierten Wahlkampf in Texas und Ohio seinem Schicksal und verkündete seinen Rückzug. „Ich habe John McCain nicht nur gratuliert, sondern mich ihm gegenüber verpflichtet, alles zu tun, um die Partei und das Land zu vereinigen”, sagte er im texanischen Dallas.
Zwar werde er sich dafür starkmachen, dass die Interessen von Arbeitern, Kleinunternehmern und Ungeborenen im Republikaner-Wahlkampf weiterhin vertreten blieben, sagte der christlich-konservative Kandidat. Doch: „Es ist wichtig, dass wir unsere Aufmerksamkeit nicht darauf richten, was hätte seien können oder was wir gerne gewollt hätten, sondern was jetzt sein muss – und das ist eine vereinigte Partei.“
Trotz seines Rückzugs war Huckabees Ansprache fast eine Siegesrede. Obwohl sein Team das kleinste aller Kandidaten war, rühmte er sich zu Recht, einen respektvollen Wahlkampf geführt und unerwartet gut abgeschnitten zu haben. Huckabee hat damit seine Position als möglicher zukünftiger Präsidentschaftskandidat der Republikaner gestärkt.
- Datum 05.03.2008 - 11:18 Uhr
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