Kurt Beck ist zurück. Nach den sozialdemokratischen Chaostagen will er sich an diesem Montag erklären. Rücktritt sei für Beck kein Thema, heißt es in der SPD-Führung. Inzwischen hat auch Andrea Ypsilanti in Hessen eingesehen, dass sie den Vorsitzenden weiter beschädigt, wenn sie an der Absicht festhält, für das Amt des Ministerpräsidenten zu kandidieren.

Doch die SPD steckt weiter tief in der Krise, Beck ist angeschlagen, mancher Sozialdemokrat hat die Bundestagswahl 2009 schon abgeschrieben. So weit ist es jedoch wohl noch nicht. Dennoch: Die Partei hat ein Vorsitzendenproblem. Schon im Herbst machte Beck einen entscheidenen strategischen Fehler, als er nach dem Rücktritt von Arbeitsminister Franz Müntefering nicht ins Bundeskabinett wechselte, sondern in Mainz blieb. Denn so signalisierte er, dass er von der Großen Koalition und der Beteiligung der SPD daran nicht viel erwartet.

Kurzzeitig schien es dann zwar so, als könne Beck mit Korrekturen an der Agenda 2010 die Basis besänftigen, die Konflikte in der SPD befrieden und der Partei neues Selbstbewusstsein geben. Doch das ist vorbei. Heftiger denn je wird seit drei Wochen in der SPD gestritten. Beck hat die daraus erwachsene Krise mit seinem schlecht kommunizierten und dilettantisch vorbereiteten Kurswechsel in Sachen Linkspartei entscheidend mitzuverantworten.

Andere SPD-Vorsitzende sind schon über kleinere Fehler gestürzt. Das Einzige, was Beck im Amt hält, ist die fehlende Konkurrenz. Dass bei allen Spekulationen um einen Putsch in der SPD immer wieder der Name Müntefering fiel, zeigt, wie dünn die Personaldecke der Partei ist.

Die SPD hat aber nicht nur einen schwachen Vorsitzenden. Sie hat auch keinen Kanzlerkandidaten, der 2009 einen erfolgreichen Wahlkampf bestreiten könnte. Würde Beck nominiert, es wäre das vorzeitige Eingeständnis einer Niederlage.