Einzelhandel Ein Bad im JungbrunnenSeite 3/3
"Diese Verschmelzung zweier Welten, von Discount und Hochpreisig, ist ein Konzept, das für den Textileinzelhandel bisher wirklich neu ist", meint C&A-Vorstandsmitglied Seitz. Will man den C&A-Verantwortlichen glauben, so wird der Textilmarkt zum einen immer mehr dominiert von stark wachsenden Discountmärkten und zum anderen von ebenfalls potenten Anbietern im Luxussegment, die mit ihrer Lage, Qualität, Atmosphäre und ihren Trend-Produkten immer mehr Käufer finden. In der Ebene dazwischen, dem Niedrigpreissektor, will sich C&A nun mit Avanti einrichten. Und das mit durchaus ehrgeizigen Plänen: Zehn neue Filialen sollen noch in diesem Jahr eröffnet werden, für Gelsenkirchen, Darmstadt, Leipzig und Essen habe man schon unterschrieben.
Ende 2008 könnten es aber auch 15 Avanti-Stores in Deutschland geben - oder nur acht. Alles hängt von verfügbaren 1A-Standorten ab, ohne die C&A seine neue Strategie nicht verwirklichen kann. Ein Punkt, bei dem das Risiko dieses Unterfangens deutlich wird. Denn ohne ein solch breites Filialnetz wird sich Avanti niemals rentieren, auch wenn der Textilriese die enormen Anlaufinvestitionen in den ersten zwei, drei Jahren gut wegstecken kann.
Ohne Kosteneinsparungen und den Verzicht auf die sonst im Textilgeschäft großen Gewinnmargen wird es aber auch C&A nicht schaffen, nach drei Jahren erste Profite einzufahren. "Der Konzern wird dabei vor allem auf sein gigantisches globales Einkaufsnetz setzen", sagt BTE-Chef Dax. "Damit dürfte er keine Probleme haben, die Textilien noch günstiger ein- wie verkaufen zu können".
Auch im Verkauf wird gespart. Ausgebildete Fachkräfte findet man hier keine, flexible Arbeitsverträge überwiegen. "Unsere Zielgruppe braucht keine Beratung", sagt Geschäftsführer Stadel. Die Jacken und Hosen, Schals und Unterhosen solcher Ketten sind eben keine Anschaffungen für die Ewigkeit, spätestens nach einer Saison landen sie bestenfalls in der Altkleidersammlung.
Für Hendrik Schöder von der Universität Duisburg-Essen ist das jedoch kein Grund für Bedenkenträgerei: "Es ist doch der Kern des Unternehmertums, etwas Neues auszuprobieren. Dieser Schritt spricht erst einmal für C&A, denn damit beweisen sie, dass sie experimentierfreudig sind und dass sie nicht nur auf eingetretenen Trampelpfaden wandeln". Ob das die junge Kundschaft auch so sieht, darauf darf man gespannt sein.
- Datum 07.03.2008 - 12:49 Uhr
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- Quelle ZEIT online
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Die Idee mit Innenstadt und günstigen Preisen klingt erstmal gut-aber ob Kleidung für eine Saison wirklich noch gefragt ist? So locker sitzt der Euro bei der Jugend auch nicht mehr, egal ob die Hose nun 9 oder 90 Euro kostet. Der Trend geht meiner Meinung nach eher zur hochwertigen Kleidung, mit der man auch in der nächsten Saison nicht unangenehm auffällt. Da erwarten die Kunden keine modische Sensation, sondern vielmehr Kleidung, die die Form behält und nicht nach dreimal Waschen eine andere Farbe annimmt. Wenn C&A es schafft, gute Qualität zum günstigen Preis rauszubringen (in den normalen Fillialen gelingt das ja), dann kann das Konzept aufgehen. Aber wahrscheinlich werden sie das nicht, denn die horrende Innenstadtmiete will auch refinanziert werden.
Hallo Ich war vorgestern zum erstenmal im AVANTI (P&C Leipzig) und finde das
Konzept klasse. Ich bin 32 modebewusst und gebe ungerne viel Geld für Kleidung aus. Ich habe bei diesem Einkauf insgesammt 140 EUR ausgegen, für mich und als Geschenke für meinen Freund. Die Sachen sind hochqualitativ und wirklich sehr günstig. Schade das Avanti nicht in Köln gibt. Dann wäre ich der Stammkunde.
Weiter so!
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