Frauen Frauen wollen weibliche Karrieren

Warum sollten Frauen das mitmachen? 70 Stunden die Woche arbeiten, die Kinder zwölf Stunden am Tag wegorganisieren? Männerregeln müssen nicht in alle Ewigkeit gelten

Der Sozialpsychologe Roy Baumeister hat viel Aufsehen erregt mit einem Vortrag ( „Is there anything good about men?“ ). Er redet in seiner Verteidigung der Männer auch über die Frauen, die nämlich genauso klug wie Männer seien. Sie wollen, schreibt Baumeister, aber etwas anderes: Sie knüpfen enge Freundschaften mit einigen wenigen Menschen statt oberflächliche, aber nützliche Kontakte mit vielen. Und sie gehen nicht so viele Risiken ein wie Männer.

Denn rein biologisch sei jede Frau wichtig für den Fortbestand der Menschheit, Männer brauche man dazu nicht so viele, argumentiert Baumeister weiter. Deswegen also jagen die Männer im übertragenen Sinne noch immer, setzen ihr Leben oder zumindest ihre Lebensqualität aufs Spiel. Sie müssen ständig beweisen, dass sie etwas wert sind und letztlich darum kämpfen, dass Frauen ihnen die Gelegenheit geben, Nachwuchs zu zeugen.

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Daher, stellt Baumeister fest, sind einige Männer im Beruf nach wie vor sehr viel erfolgreicher als Frauen. Denn sie arbeiten ihr Leben lang daran, herausragend zu sein, und riskieren alles für den Erfolg. Gleichzeitig gibt es jedoch wesentlich mehr Männer, die gerade wegen ihrer Risikobereitschaft komplett scheitern.

Baumeister will klarstellen, dass die Thesen „Männer sind Sieger und Frauen Verlierer“ sowie „Männer bekämpfen Frauen“ nicht weit tragen. Denn die meisten Verlierer gibt es unter Männern. Ist also alles bestens für das weibliche Geschlecht? Fahren Frauen gut mit ihrer Strategie, denn sie leben viel sicherer und komfortabler?

Nein, nicht ganz. Denn sie zahlen einen hohen Preis, weil sie nicht wirklich mitmischen in den ganz hohen Positionen. Weil es laut Baumeister die paar innovativen, kreativen Männer sind, die Kultur, Wissen und Wohlstand zum blühen brachten und noch bringen. Sie haben die sozialen Strukturen geschaffen, in denen sie nach wie vor den Ton angeben. Baumeister behauptet nicht, das sei fair - aber dieses Zusammenspiel der Geschlechter habe bisher einfach gut funktioniert.

Da haben wir das Dilemma vieler Frauen. Sie fragen sich: Warum soll ich so werden wie die Männer? Ist doch ganz vernünftig, sich wie eine Frau zu verhalten. Allerdings sind Frauen inzwischen oft besser ausgebildet als Männer, sie sind ebenfalls klug, ehrgeizig und zielstrebig. Weshalb sie nicht immer nur im Kleinen bestimmen, sondern auch Großes bewegen wollen.

Reden wir von Frauenkarrieren, haben wir deshalb meist nur zwei Kategorien zur Hand: Da gibt es die, die immer klein bleiben – in diesen Topf werden Hausfrauen ebenso geworfen wie Frauen in Teilzeitjobs oder die, die sich mit einem interessanten Job ohne Führungsaufgaben zufriedengeben. In dem anderen Topf stecken kriegerische Rollenmodelle, die sich „Power-Feministinnen“ (Alice Schwarzer) oder „Frauen der F-Klasse“ (Thea Dorn) nennen. „Alphamädchen“ heißen neuerdings die gut ausgebildeten jungen Frauen, die die Jungs im Bildungssystem überrunden.

Leser-Kommentare
  1. Ja, genau SO wollen wir das!!!! Es klingt nur leider wie die Beschreibung einer Utopie, eines (noch?) nicht zugänglichen Paradieses. Wie viele Millionen Jahre wird es dauern, bis das so verwirklicht ist - für beide Geschlechter? Die Betonköpfe, sie sterben doch einfach nicht so schnell aus wie's nötig wäre! Ich fürchte, meine Generation (40+) wird es nicht mehr erleben....

  2. Dieser Artikel spricht mir ebenso wie unzeit41's Kommentar aus der Seele.Für meine Generation (unter 30) sehe ich aber noch Potential. Und meine jetzt 2-jährige wird es sicher noch besser haben, dafür hefte ich mir den Button "Feministin" Stolz an die Brust und gehe lächelnd auf alle Menschen zu. Die dümmsten Männer beschimpfen einen dann - wie mir hier gestern passiert - als Kindermörderinnen !?!Zum Glück gibt es immer mehr Männer, die diese "Tradition" ebenfalls peinlich finden. Mein Nummer 1-Ziel aber bleibt, Frauen zu unterstützen (auch ihre schlechte Meinung über Frauen zu ändern), nicht Männer überzeugen (auch wenn das der härteste Kampf ist).Für mich ist der Fortschritt der Gesellschaft am deutlichsten zu erkennen, wenn ich die Leben meiner Urgroßmütter, Omas, meiner Mutter und meins miteinander vergleiche.Es DARF eigentlich nur weiter besser werden. Keep working for it!

  3. Wenn sie mir sagen was weibliche Identität ist, kann ich ihnen sagen ob sie erhalten bleiben kann wenn die Ökonomie regiert. Man kann auch sagen - Kapitalismus. Oder Feminismus? Simone de Beauvoir sagt: Aus der Tatsache gebären zu können folgert nicht automatisch, dass auch die Aufzucht der Kinder damit gemeint ist. Meinen sie eventuell diese Identität?
    Es gab einmal eine weibliche Identität. Friefrich Schiller hat sie beschrieben. Meinen sie eventuell diese?
    Aus "Die Glocke"
    ..Wenn die hellen Kirchenglocken
    Laden zu des Festes Glanz.
    Ach! des Lebens schönste Feier
    Endigt auch den Lebensmai,
    Mit dem Gürtel, mit dem Schleier
    Reißt der schöne Wahn entzwei.
    Die Leidenschaft flieht!
    Die Liebe muß bleiben,
    Die Blume verblüht,
    Die Frucht muß treiben.
    Der Mann muß hinaus
    Ins feindliche Leben,
    Muß wirken und streben
    Und pflanzen und schaffen,
    Erlisten, erraffen,
    Muß wetten und wagen,
    Das Glück zu erjagen.
    Da strömet herbei die unendliche Gabe,
    Es füllt sich der Speicher mit köstlicher Habe,
    Die Räume wachsen, es dehnt sich das Haus.
    Und drinnen waltet
    Die züchtige Hausfrau,
    Die Mutter der Kinder,
    Und herrschet weise
    Im häuslichen Kreise,
    Und lehret die Mädchen
    Und wehret den Knaben,
    Und reget ohn Ende
    Die fleißigen Hände,
    Und mehrt den Gewinn
    Mit ordnendem Sinn.
    Und füllet mit Schätzen die duftenden Laden,
    Und dreht um die schnurrende Spindel den Faden,
    Und sammelt im reinlich geglätteten Schrein
    Die schimmernde Wolle, den schneeigten Lein,
    Und füget zum Guten den Glanz und den Schimmer,
    Und ruhet nimmer.

  4. "Warum sollten Frauen das mitmachen? 70 Stunden die Woche arbeiten,
    die Kinder zwölf Stunden am Tag wegorganisieren? Männerregeln müssen
    nicht in alle Ewigkeit gelten."Na, weil Frauen sich "selbst verwirklichen" wollen, sprich Karriere machen – DAX, die "Hälfte des Himmels" usw. Das ist es jedenfalls, was der Alimentos erwirtschaftende (Ehe)Mann und Vater seit Jahrzehnten zu hören bekommt, in Zeitungen und auf zahllosen Buchtiteln liest und mit nicht enden wollenden Fördermaßnahmen steuerlich finanziert hat und noch immer finanziert. Aber die Abschaffung des lebenslangen nachehelichen Versorgungsanspruches (Frauenregel), dürfte hier mehr in Bewegung bringen, als es je eine Frauenbeauftragte hätte tun können. :)

  5. "Allerdings sind Frauen inzwischen oft besser ausgebildet als Männer"Klasse, große Klasse.Ein Hauptgrund, warum Frauen im Beruf nichts gebacken kriegen ist der, dass die deutschen Frauen in der Mehrzahl nicht besser oder schlechter, sondern überhaupt nicht ausgebildet sind. Das ganze Gerede von den hochqualifizierten Powerfrauen ändert daran gar nichts. Tatsächlich hochqualifiziert sind in Deutschland allenfalls 2% aller Frauen, mittelmäßig qualifiziert ungefähr 40%. Der Rest ist unqualifiziert. So einfach ist das. Und wer hier glaubt diese Tatsache mit irgendwelchen ach so intelligenten Wortspielereien aus der Welt schaffen zu können, der soll mir mal erklären, warum im produktiven und Technologiebereich 95% der Unternehmen von Männern gegründet werden. a) Weil das pöse Patriarchat die Powerfrauen diskriminiert oderb) Weil Frauen in Deutschland überwiegend total unqualifiziert sind.Als Antwort ist ein langer Text nicht erforderlich. Einfach a) oder b), das reicht.

  6. 6. krank

    "Und immer mehr Frauen werden überhaupt nur die Männer als Erzeuger
    zulassen, die überzeugend versichern können, dass sie auch einmal das
    Kind zum Arzt bringen, wenn es krank ist."Oder sie folgen dem Rat der neuen EMMA-Chefin Ortgies und zwingen die Männer zu ihrem "Glück" indem sie die Pille "vergessen".Als "Erzeuger zulassen", zum "Glück zwingen" – das Vokabular sollte hinreichende Warnung sein.

  7. Wir spielen mal wieder das Lied vom androgynen Dasein. Männer sollen bitte mehr wie Frauen werden. Und Frauen mehr wie Männer. Ist es denn so schwer zu begreifen? Es gibt wesentlich mehr ehrgeizige Männer als Frauen. Das hat viele Gründe - einer der wesentlichen dürfte sein, daß Frauen seit jeher auf erfolgreiche Männer abfuhren und bis heute abfahren. KEINE Frau akzeptiert ohne dringende Not einen Partner, der ihr nicht beruflich und intellektuell mindestens ebenbürtig wäre. Bei Männern ist das anders - das ist einer der Gründe, weshalb die gut gebildeten Frauen und die schlecht qualifizierten Männer so häufig partnerlos bleiben.  Um "ganz nach oben" zu kommen, braucht es unter anderem sehr viel Engagement und Mobilität.  Jeder Personalchef weiß, daß beides bei männlichen Mitarbeitern im Schnitt stärker ausgeprägt ist - nicht erst, wenn Kinder da sind. Die meisten Frauen sind klug genug, den Job nicht zum alleinigen Mittelpunkt ihres Lebens zu machen.  Ist das wirklich ein Webfehler, den man ausgleichen muß? Oder vielmehr genau das Gegenteil? Und selbst wenn es ein Fehler wäre: welche Hoffnung besteht, daß man diesen Fehler jemals wird ausgleichen können? In 30 Jahren der Emanzipation ist die Androgynisierung keinen Schritt vorangekommen. Männer und Frauen ticken immer noch vollkommen verschieden.   Tummeln sich wirklich die Männer in Ingenieurbüros und Vorstandetagen, weil dort männliche Verhaltensmuster vorherrschen? Oder herrschen vielleicht ganz umgekehrt diese Verhaltensmuster, WEIL sich dort Männer tummeln? Ich empfehle der Autorin, einmal einen Schach- oder Angelclub zu besuchen. Lauter männliche Rituale -- aber hier kommt keine Frau auf die Idee, sich ausgeschlossen und ausgegrenzt zu fühlen. Frauen interessieren sich einfach weniger für Schach - so einfach ist das. Warum gibt es so wenig Inormatikerinnen? Weil so gut wie kein Mädchen mit 13 anfängt, Computerprogramme zu schreiben oder Internetseiten zu hacken. Sie tun das, wenn es in der Schule verlangt wird - mehr auch nicht. Da hilft es auch nicht weiter, nachzuweisen, daß sich männliche und weibliche Gehirne bei der Geburt kaum unterscheiden. Welche Fähigkeiten sich ausbilden, welche Potentiale trainiert und ausgebildet werden, hängt maßgeblich von der Persönlichkeit ab - vom Interesse. Wenn ein Kind den ersten Baukasten geschenkt bekommt und er in er Ecke landet, bleibt es bei dem einen. Wenn es Mama alle drei Minuten mit "bau mal einen Bagger" nervt, ist das anders. Dabei könnte das erste Kind genauso gut bauen wie das zweite. Wenn es denn WOLLTE. Jede Kindergärtnerin weiß, daß die Geschlechter insoweit höchst unterscheidlich gepolt sind.   Der Mißerfolg der Androgynisierer ist heute, 40 Jahre nach den 68ern, mit Händen zu greifen. 80% der Frauen wollen zwar einen interessanten Beruf, aber NEBEN einer Familie.  Das gilt weltweit, auch in  Schweden, wo die allermeisten Mütter nicht aus Karrierelust Vollzeit arbeiten, sondern weil eine Familie im schwedischen System nicht anders ernährt werden kann. Die große Verantwortung, das große Geld und die große Macht nehmen all diese Frauen gerne mit, wenn man sie ihnen schenkt. Aber sie sind klug genug, den Preis für all das nicht bezahlen zu wollen.   Die Androgynisierungsversuche sind in Wahrheit eine sehr kurzfristige Politik im Interesse einer Minderheit. Sie helfen der Wirtschaft, die qualifizierte Arbeitskräfte billig bekommt, und sie helfen einer in Wahrheit kleinen Gruppe von Frauen, für die Familie dauerhaft keine Priorität besitzt (eine viel größere Gruppe von Frauen stellt hingegen zu spät fest, daß auch sie zu den besagten 80% gehören). Derweil gilt: je "moderner" und "emanzipierter" eine Frau ist, desto weniger Kinder bekommt sie. Für die Männer übrigens dasselbe - die unbelehrbaren Damen stehen weiterhin mehrheitlich auf karrieregeile, testosteronschwangere Mistkerle. Die biologische Kluft wird also nicht kleiner, sondern immer größer werden. Emanzipation und Gleichberechtigung so zu verstehen, wie es der Artikel tut, ist der beste Weg dazu, von Generation zu Generation immer noch weiblichere Frauen und noch männlichere Männer zu züchten. 

  8. " und Arbeitgeber müssen nicht nur bei Frauen um die 30 argwöhnisch werden, ob die bald in die Babypause gehen. Das kann ihnen mit Männern in dem Alter auch passieren. "
    Kleine Ergänzung: Mit Männern kann den Arbeitgebern das in JEDEM Alter passieren. Die 50+, die mit der jungen Zweitgattin nochmal nachlegen und dann begeistert in die Elternzeit entschweben. Und mit 60 mit der Drittgattin ...

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