Arzneimittel Lebensbedrohliche Spritze
Wie jetzt erst bekannt wurde, traten in bis zu 100 Fällen nach Injektion des Blutverdünners Heparin in Deutschland gefährliche Schockreaktionen auf. Schuld sind offenbar Rohmedikamente aus China.
Ein vermeintlich harmloser Blutverdünner erregt in den USA schon seit Wochen großes Aufsehen: Das sogenannte Heparin soll dort mehr als 700 schwere allergische Schockreaktionen ausgelöst und 19 Menschen sogar das Leben gekostet haben. Doch die Angelegenheit betrifft wohl nicht nur die Amerikaner.
Am Donnerstag verkündete die amerikanische Food and Drug Administration (FDA), man sei vom deutschen Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) über ähnliche Fälle in Deutschland informiert worden. Demnach gab es in der Bundesrepublik bisher knapp 100 Patienten, die nach einer Heparinspritze ebenfalls einen sogenannten anaphylaktischen Schock erlitten - wie die amerikanischen Opfer.
Heparin ist ein Medikament zur Blutverdünnung, das häufig verwendet wird. Vor einer Operation zum Beispiel wird es vorbeugend gespritzt, ebenso vor einer Blutwäsche von Nierenpatienten, nach einem Herzinfarkt gehört die Injektion zum Standard.
Das Mittel verhindert, dass das Blut gerinnt, verklumpt und gefährliche Verstopfungen in Arterien oder Venen verursacht. Auch wenn der Wirkstoff heute oft mit Hilfe der Gentechnik gewonnen wird, rührt er in vielen Fällen noch aus Schweineinnereien. Viele Hersteller der Präparate beziehen diesen Rohstoff in großem Stil aus China.
"Die Zwischenfälle betreffen die Rohware eines bestimmten chinesischen Herstellers", sagte Axel Thiele vom BfArM am Freitagmorgen zu ZEIT online . Die Firma Rotexmedica aus dem schleswigholsteinischen Trittau nahe Hamburg hatte den Wirkstoff offenbar für seine Heparine verwendet, die Präparate wurden bereits zurückgerufen.
Ob noch weitere Firmen betroffen sind, ist derzeit unklar. "Wir sind dabei, der Sache auf den Grund zu gehen", sagt Axel Thiele. Das BfArM habe erst am Mittwoch von der Schleswig-Holsteinischen Landesgesundheitsbehörde von dem "Qualitätsmangel" erfahren.
- Datum 07.03.2008 - 04:14 Uhr
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- Quelle ZEIT online, 7.3.2008 - 12:11 Uhr
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Meiner Meinung nach ist das Problem nicht die "chinesische Rohware", sondern mangelhafte Qualitätskontrollen bei den Herstellern. Es darf nicht möglich sein, Rohware ungeprüft zu Medikamenten zu verarbeiten.Ähnliche Diskussionen gabs ja schon um Kinderspielwaren von Mattel. Mattel musste eingestehen, dass ihre Kontrollen das eigentliche Problem waren.Darum sind nicht "weitere Firmen betroffen", sondern schuldig.
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