Lateinamerika Die Krise ist beigelegtSeite 2/2

Chávez, der Panzer an eine Grenze schickte, die überhaupt nicht verletzt worden ist, steckt nach seiner Niederlage beim Referendum vom Dezember in einem Meinungstief. Die Mobilisierung sollte wohl von den hausgemachten Problemen ablenken. Venezuela steckt in einer Versorgungskrise. Milch und Eier gibt es oft monatelang nicht, weil viele Produzenten sich weigern, ihre Erzeugnisse zu staatlich festgesetzten Preisen auf den Markt zu bringen. Zunächst drohte Chávez an, den Handel mit Kolumbien einzustellen und die Grenzen zum Nachbarland zu schließen. Nach der Beilegung des Konflikts hofft er nun auf eine Intensivierung der Handelsbeziehungen. Mit deren Abbruch hätte er sich ohnehin nur ins eigene Fleisch geschnitten. Kolumbien ist – nach den USA - der zweitwichtigste Importpartner Venezuelas, das vor allem auf die Einfuhr von Rindern  angewiesen ist. Die Versorgungsengpässe hätten sich zweifellos verschärft und Chávez auf jeden Fall Sympathien bei der eigenen Basis gekostet.

Eine kleine positive Nachricht gab es schon vor der Einigung in Santo Domingo zu vermelden. Überraschend hat die FARC am Donnerstag vier entführte Touristen freigelassen. Doch beeindruckt dies im bürgerkriegsgeschüttelten Land niemanden mehr. Uribe wird sich nach dem kleinen militärischen Erfolg hinter der Grenze zu Ecuador weniger denn je auf Verhandlungen mit der Guerilla einlassen, und er wird seinem Gegner Chávez kein zweites Mal gestatten, sich als Vermittler im kolumbianischen Krieg zu profilieren. So gehören die Geiseln wohl zu den sichersten Verlierern eines auf allen Seiten vornehmlich aus innenpolitischen Gründen hochgepeitschten Konflikts.

 
Leser-Kommentare
  1. Liebe Mitleser,Als Kolumbianer, der auch die meiste Zeit seines Leben in Kolumbien verbracht hat kenn ich in disem Thema gut aus. Ohne eine Politische Figur loben oder kitisieren zu wollen will Euch über ein paar wahrheiten in Kolumbien aufklären:Erstens, und dass hoffe ich ist jedem klar, ist die FARC eine Organisation die mehr als 96% (laut offizielen Umfragen) der Kolumbianer verabscheuen und befürhchten. Dies hat seine Gründe.Diese Terroristen sind dafür zuständig, das es Tausende von Entführten und Tote jedes Jahr in Kolumbien gibt, dies ist eine Tatsache, eine Tragödie. Mehr als 40 Jahre dauert der Konflikt in Kolumbien zwischen Armee und FARC und andere Guerillas. Es wurde unzählige male versucht durch Dialog und Verhandlungen Entführte zu befreien und der Beaffneten Gewalt entgegenzuwirken. Diese Versuche sind misslungen, diese Tatsache kennt jeder Kolumbianer der genug Errinerungsvermögen hat. jeder der sich mit der Geschichte dieses Konfliktes befasst wird feststellen, das die FARC kein Interesse an Frieden haben. Warum??; Weil das Kokain geschäft (und auch Entführungen) viel zu profitabel für diese Leute ist.In den Letzten Jahren hat sich in Kolubien viel getan, das Land ist sicherer Geworden, man spürt das als Kolumbianer, man kann wieder per Landstraße reisen ohne die befürchtung entführt zu werden. Weil es in dem Land sicherer wird, wird auch mehr investiert, die Wirtschaft entwickelt sich, die Arbeitslosigkeit sinkt und mit Ihr soziale Probleme von denen in Kolumbien genug gibt.Wir kolumbianer haben wieder hoffnung, dass es in unserem Land soetwas wie Frieden geben könnte.Es ist schwer die Ereignisse der Letzten Tage von außen ohne kenntis der Vorgeschichte des Konflikts zu bewerten aber eins ist Sicher; Kolumbien hat ein Recht darauf die FARC zu bekämpfen, sonst wird es weiter gehen mit den Entführungen, mit den Politischen Morden, mit den Masakern von Bauern, mit der Unsicherheit und Armut in unserem Land.

  2. 2. 2+2= 1

    Ja, du hast Recht, es ist Wahr was du über die farc berichtest. Vergessen darf man aber auch NICHT, dass im geschichtlichen Prozess um die Ausschaltung der farc, schreckliches geschehen ist: die "schwarze" Kräften (die übrigens auch mit Drogengelder sich dabei bereichen) die gebiltet wurden um die farc zu bekämpfen haben das Land weiter in die Tiefe gestürzt. Die Paramilitärs haben wirklich schreckliche Massakers verübt. Also, sowohl farc als auch paramilitärs sind für dieses "armes" Land der TOD. Buen día!

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