Dollarturbulenzen Ringen um GleichgewichtSeite 2/2

ZEIT online: Wie könnte ein solcher Beitrag denn aussehen?

Bofinger: Zunächst bestünde er natürlich in einer abgestimmten Devisenpolitik. Darüber hinaus müssten jene Länder mit hohen Außenhandelsüberschüssen, die in den vergangenen Jahren prosperierten, weil die USA ihre Waren und Dienstleistungen einkauften, ihre Politik überdenken. Die alte Aufgabenverteilung – die USA konsumieren, deshalb können die anderen Länder wachsen – funktioniert nicht mehr. Wir brauchen also eine neue Balance. Die könnte beispielsweise dadurch entstehen, dass China oder Russland ihre Dollar-Rücklagen nutzen, um öffentliche Aufträge zum Ausbau der Infrastruktur oder den Kauf westlicher Technologien zu finanzieren. Die deutsche Regierung könnte sich überlegen, wie der Binnenkonsum anzukurbeln ist. Wenn die einzelnen Länder solche Strategien untereinander absprechen, könnte das die Grundlage für ein neues Wachstum der Weltwirtschaft sein.

ZEIT online: In welchem Forum sollten solche Absprachen denn entstehen?

Bofinger: Der IWF wäre dafür geeignet. Schließlich ist er ursprünglich gegründet worden, um die Wechselkurse stabil zu halten. 

Die Fragen stellte Alexandra Endres

 
Leser-Kommentare
  1. Die Initiative zur Stabilisierung des US-Dollars muß natürlich von der US-amerikanischen Politik ausgehen. Folgende Maßnahmen wären hilfreich:
    1) Mehr Budgetdisziplin. Ende der exzessiven Ausgabenpolitik (Irak-Krieg, Militärausgaben, Raumfahrtprogramme, etc.), Ende der ideologischen Steuersenkungen. ("Voodoo-Ökonomie").
    2) Weniger Konsum im Ausland, Abbau des Doppeldefizits
    3) Rückkehr zu einer seriösen Zins- und Währungspolitik. Anstatt durch abstrus niedrige Zinsen eine potemkinsche Scheinwirtschaft aufzublasen (zuletzt die Immoblienblase), hätten die USA eben schon in den vergangenen Jahren lieber auf ein paar Wachstumsprozente verzichten müssen.
    4)  Verzicht auf zynische Politikeräußerungen, denen zufolge "Defizite keine Rolle spielen" (Reagan/Cheney), oder daß  die "Notenbank Geld drucken kann, soviel sie will" (Als Antwort auf die Frage, wie lange es sich die Zentralbauch noch leisten kann, kollabierende Großbanken "gesundzuspritzen".
    5) Verzicht auf eine Wachstumspolitik, die wesentlich auf Kapitalimport beruht.
    Natürlich würde eine Rezession in den USA oder ein weiterer FAll des Dollarkurses auch der europäischen bzw. der Weltwirtschaft schaden.
    Aber andererseits kann es ja auf Dauer nicht angehen, daß die übrige Welt mit ihren Steuergeldern die amerikanische Voodoo-Politik finanziern soll. 
    Wenn die Schwellenländer in Lateinamerika oder Ostasien Probleme haben, kriegen sie aus Washington ja auch immer ein knallhartes Maßnahmenpaket diktiert.
    Anonsten gilt:
    --- Auf der Welt ist halt nix umsonst ("There is no free lunch")
    --- Das alles regelt der Markt.
    --- In  God we Trust.

  2. dass $2=1Euro den Amerikanern nicht passt? Ich bin der Meinung, sie wuerden es begruessen (wie man es anderswo hier in der ZEIT lesen kann).
     
    Sie, die Amerikaner, sind an ihren Arbeitsplaetzen interessiert und benuetzen den $Kurs, um Stellen zu behalten oder neu zu schaffen.
     
    Im Freien Markt gehoert die Waehrungspolitik doch zu dem "erlaubten" Werkzeug des Staates. Nein?
    Warum auch nicht?

  3. Das Thema wird gerade salonfähig gemacht:http://www.worldnetdaily....Mit Stützungskäufen vergrößern wir höchstens noch die Profite von  Firmenverästelungen der:1.    Rothschildbanken in Paris und London2.    Lazard Brothers Bank in Paris3.    Israel Moses Seif Bank in Italien4.    Warburg Bank in Amsterdam und Hamburg5.    Lehmann Bank in New York6.    Kuhn Loeb & Co. Bank in New York7.    Rockefellers Chase Manhatten Bank in New York8.    Goldman Sachs Bank in New York.den Anteilseignern der US-Notenbank. http://www.zeit-fragen.ch...______________________________________
    Meine Nr.1 Politdokumentation 2007:
    John Pilger's "War on Democracy"
    http://youtube.com/result...

  4. Was Sie da vorschlagen, ist wohl reines Wunschdenken. Glauben Sie im Ernst, die Bush Administration kommt jemals auf solche Ideen. In einem Artikel vom 14.3 las ich wieder einmal, wie Bush die Vitalität der USA preist, und wie groß sein Vertrauen in die Banken ist. Mehr kann man, glaube ich nicht von diesem Menschen erwarten. Für die Millionen seiner Landsleute hat er nur "mitfühlende Worte" parat. Seine Finanzspritze war auch nur ein Strohfeuer.Solitaire

  5. Mein Beitrag (Nr.1, ganz oben) wurde bisher sehr schlecht bewertet.
    Woran liegt das?
    Was ist an meiner Argumentation falsch? Es geht mir nicht um gute Bewertungen -- ich möchte nur gerne mit den Vertretern der Gegenmeinung ein wenig diskutieren.
    Zu Solitaire100: Von Bush ist so ein Kurswechsel natürlich nicht mehr zu erwarten. Aber bald sind ja Wahlen, und die USA haben in ihrer Geschichte schon öfter radikale Kurswechsel vollzogen.
     

    • WITCH
    • 15.03.2008 um 19:37 Uhr

    Ich darf Sie aufklaeren, Herr Meier. Es gibt in diesem Forum eine clique von Amerikanern und Neo-Amerikanern, die alles Negative ueber die USA mit ihren Einser-Sternchen begluecken. Nicht einmal ignorieren!

  6. Sie haben wohl noch nie von der Allianz, der Deutschen und Dresdner Bank gehoert?
    Oder UBS?
    Oder Societe Generale?
    Oder den deutschen Landesbanken?
     
    Das erklaert ueber Sie vieles.

  7. Die EU könnte, wenn sie denn wollte, über den Ministerrat in der ECOFIN-Formation einen Bandbreiten-Wechselkurs zum US-Dollar festlegen. Da Stützungskäufe meist nur Spekulanten anziehen (s. die EWS-Krise 1992), sollte stattdessen auf die Annäherung der kurzfristigen Zinsen in den USA und der Eurozone hingewirkt werden. Die EZB ist zwar unabhängig, müsste sich aber einer Wechselkurspolitik der EU unterordnen.Eine internationale Verständigung, wie sie Herr Bofinger vorschlägt, sollte darauf abzielen, dass Länder wie China und Russland einen Teil ihrer Devisen in Infrastruktureinkäufe in den USA investieren. Damit würde die US-Binnenwirtschaft gestützt, China könnte einen Teil seiner Devisen wertneutral umtauschen und schließlich könnte sogar eine Aufwertung des USD dadurch unterstützt werden.

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