EU Einigung über Mittelmeerunion

Berlin und Paris verständigen sich über das lang umstrittene Projekt - und setzen die Idee einer Mittelmeerunion durch

Die Europäische Union will die politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit mit den Staaten Nordafrikas und des Nahen Ostens aufwerten. Die EU-Staats- und Regierungschefs verständigten sich grundsätzlich auf die deutsch-französische Idee, eine Mittelmeerunion zu gründen. Diese Union soll die bisherige Mittelmeerpolitik der EU – den sogenannten Barcelona-Prozess – ablösen. Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy, der die Initiative ergriffen hatte, gab sich zufrieden. Die EU-Kommission soll nun Vorschläge machen, die auch jene EU-Partner in Ost- und Mitteleuropa ins Boot holen sollen, die den Plänen bisher wenig enthusiastisch gegenüberstehen.

Sarkozy nannte die grundsätzliche Einigung der EU auf die Mittelmeerunion einen Erfolg für Frankreich und Europa. «Das ist eine sehr wichtige Etappe», sagte Sarkozy. «Europa kehrt dem Mittelmeer nicht mehr den Rücken zu.»

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Der Gipfel-Gastgeber, der slowenische Regierungschef Janez Jansa, sagte: «Das Projekt (die Mittelmeerunion) erfreute sich Unterstützung.» EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso sagte: «Wir werden konkrete Vorschläge machen.» Unter anderem hatten Österreich, Luxemburg, Finnland, Polen, Tschechien und die Slowakei zurückhaltend auf den französischen Vorstoß reagiert.

Bisher fördert die EU mit 16 Milliarden Euro bis 2013 Länder wie Ägypten, Tunesien und andere Anrainer des Mittelmeeres. Nach wochenlangen diplomatischen Querelen auch zwischen Berlin und Paris hatten sich Merkel und Sarkozy auf ein Konzept verständigt. Zusätzliche Mittel soll es nicht geben. Sarkozy will den neuen Pakt, ein wichtiges Projekt seiner zur Jahresmitte beginnenden EU-Ratspräsidentschaft, am 13. Juli auf einem Gipfel in Paris besiegeln.

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso und Bundeskanzlerin Merkel lieferten sich vor dem Gipfelbeginn einen offenen Schlagabtausch. Merkel verlangte rasche Klimaschutz-Ausnahmen für die Industrie mit besonders hohem Energieverbrauch wie etwa die Stahl- oder Chemiebranche. Diese brauchten Planungssicherheit. Nach Angaben von Diplomaten machte die Kanzlerin klar, dass sie die deutsche Industrie gegen mögliche milliardenschwere Kosten verteidigen werde.

Leser-Kommentare
    • WITCH
    • 14.03.2008 um 9:15 Uhr

    ist der groesste Schwachsinn. Die meisten Laender rund ums Mittelmeer haben nicht die geringsten Gemeinsamkeiten und nicht einmal Wirtschaftsbeziehungen. Die EU kann bilaterale Aktionen mit einzelnen Staaten durchziehen, etwas Gemeinsames wird nie daraus! Reine Zeit- und Geldverschwendung. EU-Mittel werden nun fuer ein Sekretariat mit einer Doppelspitze bereitgestellt, teure Dienstreisen veranstaltet usw. usw. Aber immerhin gehts ja in den sonnigen Sueden auf Kosten der Steuerzahler.

  1. Was sollen wir am Mittelmeer...?Offensichtlich ist Neues aus Kalau unvermeidlicher denn je.

  2. Gut, daß Sie nichts zu entscheiden haben, in solch komplexen Themen. Verhungern Sie? Sind Sie Obdachlos? Nein. Sie meckern nur auf höchstem Niveau.Lassen Sie doch auch mal dem Rest der Welt besser gehen. Geld ist genug da in der EU. Teure Dienstreisen müssen sein - schliesslich muss man von A nach B kommen ohne die S-Bahn. Sie reden ja nur daher, weil Sie nicht dabei sind; reiner Sozialneid.

    • WITCH
    • 14.03.2008 um 11:20 Uhr

    Geben Sie uns Bescheid wie wir Ihnen bei Ihren schwerwiegenden Entscheidungen bezueglich des Mittelmeerraumes behilflich sein koennen.

  3. Ich verstehe ja Ihre Empoerung und wuerde mir sie gerne zu eigen machen. Aber dass ausgerechnet Sarkozy uns mit einer Mittelmeerunion begluecken will, ist doch recht merkwuerdig. Das riecht doch nach Neokolonialismus. Oder etwa nicht?

    • WITCH
    • 14.03.2008 um 13:14 Uhr

    Revue passieren lassen, um den Unfug zu erkennen: Aegypten, Israel, Libanon, Syrien, Tuerkei, Griechenland, Zypern, Malta, (+AegaeisStaaten), Italien, Frankreich, Spanien, Marokko, Algerien, Tunesien, Lybien. Wer daraus eine "Union" schafft, hat die naechsten drei Nobelpreise verdient!
     

  4. gewissen mittelmer ländern geht es sehr gut  ja sogar ausgezeichnet ( 10 % der bevölkerung sind reich also an der macht und der rest 90%  will nach europa)
    Geld ist in diesen länder,  gar keine frage , ist ja genug da ....
    Frage : warum geht es den leuten so schlecht......?????
    Und was den socialneid angeht, oder weil wir nichts zu enscheiden haben, diese anmerkung ist ......

  5. Kein Scherz, sondern Ziel: http://www.iht.com/bin/pr...Eine supranationale Elite entmachtet nationale Regierungen und zwingt ihnen neoliberale "Freiheit" auf. Widerstand zwecklos*Auch in Deutschland ist durch die "Große Koalition" politischer Widerstand weitgehend abgeschafft, mit der kleinen SPD geht sie auch nach 2009 weiter -- *wählen "zwecklos, ihr werdet alle assimiliert" (statt ins fiktive Borgkollektiv ins reale Westliche Freiheitskollektiv).http://www.radio-utopie.d...______________________________________
    Meine Nr.1 Politdokumentation 2007:
    John Pilger's "War on Democracy"
    http://youtube.com/result...

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