Atombombe Und sie bauen sie doch
Entwickelt Iran Atomwaffen? Vor wenigen Monaten gab das US-National Intelligence Council Entwarnung. Zu Unrecht
Von den 16 im Dezember 2007 veröffentlichten Seiten des US-National Intelligence Council (NIC) ist nur ein Satz im Bewusstsein der allgemeinen Leserschaft hängen geblieben: Bis 2003 hätten die Iraner an der Bombe gebastelt, 2003 aber damit aufgehört. Die vielen gewundenen Kautelen, ganz zu schweigen von dem über 100 Seiten langen Geheimreport, sind dabei unter die Redaktionstische gefallen.
Am meisten hat das die IAEA (Internationale Atomenergieorganisation) in Wien, den anti-atomaren Wachhund der UN verblüfft. Die Behörde wehrte sich denn auch höflichen Wortes gegen das "Alles klar"-Signal. Am 4. März 2008 konnte die Behörde die UN überzeugen, eine dritte Runde von Sanktionen gegen Iran einzuleiten, weil das Land sich stur weigert, die Uran-Anreicherung und Schwerwasser-Produktion zu stoppen. Und zu Recht.
Anreicherung über drei Prozent hat mit Energiegewinnung nichts mehr zu tun, und Schweres Wasser (Deuterium), eine Art Neutronenbremse, wird in größeren Mengen nur in Kernkraftwerken gebraucht, die auf dem kanadischen CANDU-Design basieren. Die gibt es in Buschir nicht. Aus der Kühlflüssigkeit von Schwerwasser-Reaktoren kann allerdings Tritium gewonnen werden: ein klassischer "Booster", der die Sprengkraft von Atombomben hochjagt.
Nun kommt ein Bericht von Jane's Defense Weekly (19. März) hinzu, der einschlägigen Fachzeitschrift für Rüstungs- und Sicherheitspolitik. Der Schlüsselsatz lautet: " Jane's hat Beweismaterial einsehen können, das zeigt: Trotz aller Dementis führt Iran sein Forschungsprogramm zur Entwicklung atomarer Waffentechnik weiter." Das Material stammt von nicht genannten Geheimdiensten, aber auch von der Wiener Behörde.
Die Fakten sind wie immer hoch kompliziert, lassen sich aber wie folgt darstellen. Die iranische AMAD (Organisation für Planung und besondere Beschaffung) testet seit 2000 sogenannte Implosions-Systeme. Ganz schlicht: Eine Implosions-Bombe ist kleiner, leichter und somit effizienter als die "Ur-Atombombe, die auf dem "Rohrprinzip" (gun-type) beruht, bei dem zwei Urankerne mit hoher Geschwindigkeit aufeinander geschossen werden, um sie so zu einer "kritischen Masse" zu verschmelzen.
Eine moderne Implosions-Bombe muss man sich wie eine "Pampelmuse" vorstellen, deren "Schale" aus Uran, Plutonium oder beidem besteht. Die Schale ist rundum von konventionellen Sprengstoff-Päckchen umgeben, die ultrapräzis gezündet werden müssen, damit sie die Hohlkugel zu einer kritischen Masse zusammenstauchen.
- Datum 19.03.2008 - 11:13 Uhr
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Eigentlich könnte man Ihren Beitrag darauf herunterreduzieren, daß eine US/UK Zeitschrift behauptet, daß sich sämtliche Geheimdienste der USA irren. Das hätte man kürzer sagen können und ohne diesen ganzen Schwerwasser, Neutronenbooster und sonstigen Firlefanz den weder Sie, Herr Joffe, noch ich oder andere Leser wirklich verstehen...
Danke für die Hintergrundinformationen. Mich interessierts.
Unabhängig davon, ob Iran tatsächlich eine Atombombe baut, Irans Weigerung sich selbst von Möchtegernkolonialisten kontrollieren zu lassen, sagt lediglich aus, dass der Iran ein souveräner Staat ist. Ansonsten möchte Herr Joffe (gelöscht. Bitte unterlassen Sie diese Unterstellungen. Die Redaktion/jk) dem Iran zwar gerne eine Abschreckungswaffe gegen diese Aggressoren verweigern, aber eine scheinbare Moral sollte er nicht vor sich hertragen, solange er an den anderen Atomwaffen keinen Anstoss zu nehmen vermag.
Die Mullahs sind die Gefahr - weniger die Bombe
Die Atombombe in der Hand Ghandis, Jesus, Martin Luther k.wäre auch dann keine Gefahr im Sinne einer Bedrohung,wenn diese Friedensmänner 1000000000000000000 Atombombenbefehligen würden.
...ist dies nicht! Profan und dogmatisch! Nichts weiter.
Herr Joffe ist nachweislich Mitglied in zionistischen Organisationen und holt pünktlich zum Israel-Besuch der "Kanzlerin" mal wieder die Iran-Keule raus.Da tut es auch nichts zur Sache, dass die angeblichen Vernichtungsphantasien des Iran gegenüber Israel erlogen sind, wie Jonathan Steele bereits 2006 im Guardian nachwies ("Lost in translation").Man tut sich auch keinen Abbruch, dass man den selben Geheimdiensten, auf deren unumstößlichen Erkenntnisse man den letzten Krieg in der Zeit beworben hat, nun nicht mehr glaubt.Richtig ist immer das, was Krieg bringt!Wir Deutschen dürfen nun stolz sein, im Zuge unserer "Staatsräson" (bitte bleiben Sie sachlich. Die Redaktion/jk)Dieser Kommentar wird denn auch im Zuge der Kritik an chinesischer Zensur, mit Verweis auf die freie Rede im freiesten aller Staaten, den es je auf deutschem Gebeit gegeben hat, zensiert!
Der Text ist pure Propaganda und hat hier nichts verloren.
Haben Sie Joschka Fischers Beitrag letzte Woche nicht gelesen, Herr Joffe ?:Der Weg zur Abschaffung aller Atomwaffen aus dieser Welt führt über die Einhaltung der Verpflichtungen, die die Nuklearmächte im Atomwaffensperrvertrag eingegangen sind: Abrüstung aller Atomwaffen, natürlich unter sorgfältiger internationaler Kontrolle - wie im Irak vor dem Irak-Krieg -, die auf alle Staaten ausgedehnt werden muss. Wenn Sie in der ZEIT immer wieder - mantraartig - für einen weltweiten Paradigmenwechsel weg von der Kernenergie und hin zu erneuerbaren Energien plädieren würden, Herr Joffe, dann würden Sie in eine Richtung arbeiten, in der die Atomwaffen sich erübrigen könnten: Zur Vorbereitung zukünftiger Beiträge zur Abschaffung der Nukleargefahrenempfehle ich das Buch: Peter Hennicke/Michael Müller: "Weltmacht Energie"
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