Kreditkrise Furcht vor böser Osterüberraschung
Aus Sorge vor einer Verschärfung der Finanzkrise hat die US-Notenbank die Übernahme der Investmentbank Bear Stearns durch die US-Bank JPMorgan Chase mit einer Risikoübernahme in Höhe von 30 Milliarden Dollar abgesichert
Nach der Übernahme der angeschlagenen US-Investmentbank Bear Stearns durch die Rivalin JPMorgan und der überraschenden Zinssenkung der Notenbank Fed dürfte sich in der kurzen Börsenwoche vor Ostern das Auf und Ab an den US-Aktienmärkten noch verstärken. In der Nacht zum Montag deutete alles auf einen schwachen Wochenauftakt hin, als JPMorgan die mit Liquiditätsproblemen kämpfende Bear Stearns für 236 Millionen Dollar kaufte - der Preis liegt damit weit unter dem Börsenwert vom Freitag.
Zugleich griff die Fed mit der unerwarteten Reduzierung des Diskontzinssatzes um 25 Basispunkte auf 3,25 Prozent den großen Finanzfirmen unter die Arme. Weithin wird nun damit gerechnet, dass die Notenbank den Leitzins bei ihrem Treffen am Dienstag um 100 Basispunkte senkt. Damit könnte die Fed einen kräftigen Impuls in die Wirtschaft senden, die viele Experten inzwischen in einer Rezession sehen.
Interessant dürfte dabei nicht nur die Zinsentscheidung werden, sondern auch die Erklärung der Fed dazu, sagte Hugh Johnson, Chief Investment Officer von Johnson Illington Advisors in Albany, New York.
Am Markt wird die Effektivität der Fed-Bemühungen zur Belebung der Wirtschaft inzwischen allerdings zurückhaltend bewertet. Am vergangenen Dienstag hatte sie zusammen mit anderen Zentralbanken Dutzende Milliarden in den Markt gepumpt, um die Liquidität der Wirtschaft zu sichern. Dies half den Aktienkursen aber nur kurzzeitig. Bis zum Ende der Woche waren die meisten Kursgewinne wieder aufgefressen. Im Verlauf der vergangenen Woche stieg der Dow-Jones-Index der Standardwerte um 0,5 Prozent, der S&P-500 fiel um 0,4 Prozent, während der Technologie-Index Nasdaq unverändert notierte.
Dann schlug am Freitag die Nachricht ein, dass Bear Stearns eine Notfallfinanzierung braucht. Die Fed und JPMorgan Chase sprangen ein. Noch kurz zuvor hatte die fünftgrößte US-Investmentbank Gerüchte über Zahlungsschwierigkeiten zurückgewiesen und die Geschäftslage als solide bezeichnet. JPMorgan springt nun ein und will für alle finanziellen Verbindlichkeiten von Bear Stearns garantieren. Die Bank bezifferte die Gesamtkosten des Geschäfts auf sechs Milliarden Dollar. Bear Stearns verschob daraufhin die Vorlage der Quartalszahlen, die für Montag angesetzt war.
Anleger befürchten nun, dass auch andere Finanzinstitute Leichen im Keller haben könnten und die Finanzkrise noch tiefer und umfassender ist als bislang angenommen.
- Datum 17.03.2008 - 13:12 Uhr
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- Quelle ZEIT online, Reuters
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