Historischer Besuch "Sicherheit Israels niemals verhandelbar"

Kanzlerin Merkels Rede vor dem israelischen Parlament ließ es an Klarheit nicht fehlen. Deutschland habe eine besondere Verantwortung für den jüdischen Staat - vor allem, was die iranische Bedrohung angeht.

Jerusalem

Angela Merkel redet selten über ihre ostdeutsche Vergangenheit. Diesmal tut sie es offenbar mit Bedacht. Als erste Regierungschefin darf sie vor der Knesset, dem israelischen Parlament, sprechen. Auf Deutsch. Und um ihre ganz persönliche Verbundenheit gegenüber Israel auszudrücken, weist sie darauf hin, dass die DDR den Nationalsozialismus als westdeutsches Problem behandelt und den Staat Israel bis kurz vor ihrem Ende nicht anerkannt hat. Sie sagt es, als fühle sie sich auch deshalb zu einem besonderen Engagement verpflichtet.

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Eine solche Rede, gehalten im Jahr des 60-jährigen Bestehens des Staates Israel, ist in Merkels Selbstverständnis nicht Anlass für tagespolitische Kritik. Sie sagt nichts zum schwierigen Friedensprozess zwischen Israel und den Palästinensern, nichts zum israelischen Siedlungsbau, nichts zu den Enttäuschungen der Palästinenser, die Israel vorwerfen, zu wenig zu tun. Sie spricht lediglich von der „Kraft zu schmerzhaften Zugeständnissen“, der eine friedliche Lösung bedarf.

Gleichzeitig lässt Merkel es im Positiven nicht an Klarheit fehlen. Deutschland, so sagt sie vor den Abgeordneten der Knesset, fühle sich der besonderen historischen Verantwortung für die Sicherheit Israels verpflichtet. Und weiter: „Die Sicherheit Israels ist für mich niemals verhandelbar.“ Merkel betont dies im Zusammenhang mit der Bedrohung durch Iran. Sie will eine diplomatische Lösung erzwingen und verspricht, sich innerhalb der EU für eine klare Lösung einzusetzen. Was aber geschieht, wenn Diplomatie versagt? Was bedeutet dann der Satz: Die Sicherheit Israels ist nicht verhandelbar?

So weit denkt die Kanzlerin vielleicht. Darüber spricht sie aber nicht. Sie erinnert stattdessen an einen Satz von Ben Gurion, dem Staatsgründer Israels: „Wer nicht an Wunder glaubt, der ist kein Realist.“

Leser-Kommentare
  1. Ja zur Freundschaft mit Israel, Nein zu Merkels Blankoscheck.______________________________________
    Meine Nr.1 Politdokumentation 2007:
    John Pilger's "War on Democracy"
    http://youtube.com/result...

  2. Zitat Merkel: "....weil Deutschland und Israel durch gemeinsame Werte wie
    Demokratie und Menschenrechte verbunden seien.."
    Diese Aussage kann man nur als Verhöhnung der Palästinenser, denen die
    Besatzungsmacht Israel seit über 40 Jahren die elementaren Menschenrechte
    vorenthält, bezeichnen.

    In seinem vor rund zwei Wochen dem UN-Menschenrechtsrat vorgelegten

    Bericht stellt Rechtsprofessor John Dugard fest, daß es außer Israel
    keine andere mit dem Westen verbündete Regierung gibt, die einem Volk
    Selbstbestimmung und Menschenrechte derart verwehrt.
    Kolonisation,
    Apartheid und Okkupation –diese Politik verfolgt
    Israel bis heute in
    der Westbank und im Gazastreifen.
    Kontinuierlich mißachtet Israel seit vier Jahrzehnten sämtliche UN-Resolutionen.
    Wie kann man da von gemeinsamen Werten wie "Menschenrechten" sprechen?
    Nichts gegen möglichst gute Beziehungen zwischen Deutschland und Israel.
    Aber sind es wirklich gute Beziehungen, wenn die eine Seite komplett alle
    Positionen der anderen Seite übernimmt? Zitat Willy Brandt:: "Der Holocaust war
    ein schreckliches Verbrechen. Aber deshalb müssen wir uns heute nicht
    von anderen vorführen lassen."

  3. Wieso ist es Israel so wichtig, dass der Iran keine Atombombe baut, obwohl Israel selber über 200 Atombomben hat?Wenn der Gegner Atomwaffen hat, so kann doch eine Atombombe nur eine Abschreckungswaffe sein, oder welche Intelligenzbestie geht wirklich davon aus, dass der Iran in Erwägung zieht, 200 Atombomben aus Israel (und noch reichlich US-Bomben) auf sich regnen zu lassen und so sich vom Iran zu verabschieden. Ich weiß, solche Intelligenzbestien gibt es zugenüge, aber das sind genau die gleichen, die Olmerts "Friedensbemühungen" Glauben schenken, obwohl israelische Politik tagtäglich durch Völkerrecht brechenden Landraub seine Siedlungen so erweitert, dass kein überlebensfähiges Palästina entstehen kann. Also, die Intelligenzleistung, dies Glaubwürdig zu betrachten, ist die gleiche, als einem Dieb zu glauben, der vor Nase des Bestohlenen die Scheine aus der Börse nimmt, und dem Bestohlenen erzählt, nur kontrollieren zu wollen.Insofern erlaube ich mir solchen Schwachsinn einer iranischen Atomangriffsoption nicht ernst zu nehmen. Frau Merkel und andere mögen sich ja für blöd erklären lassen, aber sorry, ich muss das nicht.

  4.  
    ....unterscheidet, also, wie Sie es formulieren....
     
    "Wieso ist es Israel so wichtig, dass der Iran keine Atombombe baut, obwohl Israel selber über 200 Atombomben hat?"
     
    ....unterscheidet auch einen Jäger und einen Psychopathen. Der eine, also Israel oder in meinem Beispiel der Jäger, darf eine Kurzwaffe, z.B. einen Revolver, führen, damit er u.a. sich und sein Revier gegen Wilderer verteidigen kann; der andere, also die iranische Führung oder in meinem Beispiel der Psychopath, darf niemals einen Revolver in die Hände bekommen, weil er keine Gewalt über sich selbst hat, geschweige denn derartige Gewalt über andere bekommen sollte.
     
    Das ist doch relativ einfach zu verstehen, oder?
     
    Und wenn Sie in Ihrem Beitrag schon von "Intelligenzleistungen" sprechen, dann sollten Sie als solche "Leistungen" auch die seit über 60 Jahren andauernden Bemühungen der palästinensischen Araber einordnen, sich selbst durch ihre andauernden Kriege und Terrorakte erfolgreich um Land und Frieden zu bringen.
     
    Es gibt ein wunderbares Märchen des deutschen Schriftstellers Ludwig Bechstein, das sehr gut beschreibt, wo die Palästinenser letztlich gelandet sind, und das auch anklingen lässt, warum sie dort gelandet sind, wo sie sich heute befinden:
     
    Mann und Frau im Essigkrug
     
    "Es war einmal ein Mann und eine Frau, die haben lange lange miteinander in einem Essigkruge gewohnt. Am Ende sind sie's überdrüssig geworden, und der Mann hat zu der Frau gesagt: "Du bist schuld daran, daß wir in dem sauern Essigkrug leben müssen, wären wir nur nicht da!" Die Frau hat aber gesagt: "Nein, du bist schuld daran." Und da haben sie angefangen, miteinander zu kippeln und zu zanken, und ist eins dem andern in dem Essigkrug nachgelaufen. Da ist gerade ein goldiges Vögelein an den Essigkrug gekommen, dies hat gesagt: "Was habt ihr denn nur so miteinander?" "Ei", hat die Frau gesagt: "wir sind's Essigkrügel überdrüssig, und möchten auch einmal wohnen wie andere Leute, hernach wollen wir gern zufrieden sein." Da hat sie das goldene Vögelein aus dem Essigkrug heraus gelassen, hat sie an ein neues Häuschen geführt, wo hinten ein zierliches Gärtchen gewesen ist, und hat zu ihnen gesagt: "Dies ist jetzt euer! Lebt jetzt einig und zufrieden untereinander, und wenn ihr mich braucht, so dürft ihr nur dreimal in die Hände klatschen und rufen:
     

    'Goldvögelein im Sonnenstrahl!Goldvögelein im Demantsaal!Goldvögelein überall!'
     
    so bin ich da."
     
     
    Damit flog das Goldvögelein fort und der Mann und die Frau waren froh, daß sie nicht mehr in dem sauern Essigkrug wohnten, und freuten sich über ihr nettes Häuschen und grünes Gärtchen. Das dauerte aber nur eine Weile, denn wie sie nun ein paar Wochen in dem Häuschen gewohnt hatten, und in der Nachbarschaft herum gekommen waren, da hatten sie die großen stattlichen Bauernhöfe gesehen, mit großen Stallungen, Gärten, Äckern, vielem Gesinde und Vieh. Und da hat es ihnen schon wieder nicht mehr gefallen in ihrem winzigen Häuslein, und sind's ganz überdrüssig geworden, und an einem schönen Morgen......"

     
    Bitte weiterlesen unter...
     http://www.maerchenkristall.com/Bechstein/Essigkrug.htm
     
    Grüße
     
    Legpatnost
    .

    • Akakor
    • 18.03.2008 um 23:11 Uhr

    des Vasallenstaates BRD sind unfassbar! Täglich wird der Amtseid verletzt und die Presse klatscht Beifall. Ich empfehle allen Israelfanatikern sich dort einbürgern zu lassen, in der IDF Dienst zu leisten (gekürzt. Bitte bleiben Sie sachlich. Die Redaktion/jk). Das hebt die Moral!Aber wahrscheinlich ist es bequemer vom Schreibtisch aus andere in den Krieg zu lügen...In Abscheu

  5. Eine großartige Frau und Politkerin hat eine glänzende, bewegende und mutige Rede gehalten. Ohne Kniefall, aber mit Herz. Vor allem aber eine Rede von unmissverständlicher politischer Eindeutigkeit. Angela Merkel hat eine perfekt vorbereitete Sternstunde deutscher Außenpolitik zelebriert, wie sie alle paar Jahrzehnte nur einmal vorkommt, und die Welt weiß, dass das, was sie vor der Knesset gesagt hat, verbindlich ist. Die Bundeskanzlerin hat, ganz im Gegensatz zu Politdarstellern wie Kurt Beck, erfreulicherweise kein Glaubwürdigkeitsproblem. Tatsächlich müssen die Staaten der Erde sich entscheiden, ob sie tatenlos zusehen wollen, wie ein Wahnsinniger in Teheran den Atomschlag auf Israel vorbereiten lässt und mit einem Angriffskrieg den Dritten Weltkireg auslöst. Das Schlimme ist nur, dass ein Mann namens George Bush jr.,der nach seiner Tätigkeit in der Ölindustrie in die Politik wechselte, als 43. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika den Angriff auf den Irak befahl und zur moralischen Rechtfertigung ein Lügenmärchen nach dem anderen über angeblich entdeckte Massenvernichtungswaffen vortragen ließ. Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, auch wenn sein Mund die Wahrheit spricht. Und die ungeheueren Geldströme, die der Irak-Krieg verschlungen hat und fortlaufend verschlingt, sind leider auch weg, von den Toten und Krüppeln ganz zu schweigen. Aber trotzdem hat Angela Merkel recht, wenn sie die Position stärkt, dass die Welt dem Angriffskrieg des Iran zuvorkommen muss. Schon der Zweite Weltkrieg mit seinen Millionen Toten wäre vermeidbar gewesen, wenn die Welt den Nazi-Verbrechern nicht jahrelang tatenlos zugesehen hätte. Das Mittel der Wahl ist: Null-Toleranz - mögen die Nazis und Kommunisten, die das Speaker's Corner der "ZEIT" unter ihre Kontrolle zu bringen versuchen, darüber auch noch so schäumen.
           

  6. "Eine solche Rede, gehalten im Jahr des 60-jährigen Bestehens des Staates Israel, ist in Merkels Selbstverständnis nicht Anlass für tagespolitische Kritik. Sie sagt nichts zum schwierigen Friedensprozess zwischen Israel und den Palästinensern, nichts zum israelischen Siedlungsbau, nichts zu den Enttäuschungen der Palästinenser, die Israel vorwerfen, zu wenig zu tun. Sie spricht lediglich von der „Kraft zu schmerzhaften Zugeständnissen“, der eine friedliche Lösung bedarf. ".
     
    Vollkommen richtig, Ich weiß nicht weshalb Frau Merkel , die Israel offiziell in ihre Eigenschaft als Bundeskanzlerin besucht, noch in ihre eigene bzw. persönliche Eigenschaft redet und über der Vergangenheit und d DDR . Und ich verstehe nicht das die Sicherheit  Israsel  gleichzusetzen wäre mit der Sicherheit Deutschland, was Frau Merkel betonte! Wenn also eine Kassamrakete auf Sederot beispielsweise fällt ist das denn gleichbedeutend  mit der Angriff auf Deutschand ? Und was bedeutet denn vereinbaren von zukunftformen der Zusammenarbeit ? Sind insgeheim wieder Milliarden versprochen worden und aktuelles militärisches Gerät  vereinbart worden , Adenhauer hat Ja mit Ben Guorion den Weg geebnet ? Ich denke in anbetracht der Anlaß des sechzig jährigen bestehens des Staates Israel  wäre Frau  Merkel besser beraten  in Deutschland zu bleiben, insbesonder weil sie den Palästinensern  nicht treffen werde und sie wie es aussieht links liegen lassen werde. Brauchte Bush in Bezug auf Isael noch weiblichen Flankenschutz Frau Merkel ? 
    In Zeiten globalen Betrugs gilt es als revolutionäre Tat, wenn man die Wahrheit sagt.
    http://www.uri-avnery.de/
     http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/regionen/Nahost/arafat2.html
     

    • KHJ
    • 19.03.2008 um 0:17 Uhr

    Es kommt nicht von ungefähr, dass Angela Merkel sich so demonstrativ an die Seite Israel stellt. Denn zu oft hat der jetzige Iranische Präsident Mahmud Ahmadinejad und Holocaust-Leugner Israel gedroht, diesen Zionistischen Staat zu vernichten. Und das wäre defakto, der zweite Holocaust der Geschichte, an den Juden. Alleine wird der Iran dieses Unternehmen nicht leiten. Die Hamas, die Hisbollah und einige ägyptische und arabische Kräfte (Al Kaida) werden als Verbündete dem Iran zur Seite stehen, wenn es im ersten Schritt um  perfide und gezielte Provokationen gehen wird. Im zweiten Schritt, bevor die iranischen Atomwaffen zum Einsatz kommen werden, wird eine Gewaltspirale von Irans Verbündeten. gegen Israel entfacht.  Zum Schluss, wenn nach Undurchsichtigkeiten und militärischen Gefechten, wird dann eine große Atombombe vom Iran zum Einsatz kommen.Ich hoffe, dass es nicht so weit kommen wird, aber mein Bauch sagt mir leider etwas anderes. Die EU wird auch in diesem Fall kläglich versagen, aber nich Frau Merkel!

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