Internet Das Zumwinkel-Papier

Die satirische "Steuerhinterziehungserklärung" aus dem ZEITmagazin hat eine erfolgreiche Reise durchs Netz hinter sich

Das "Zumwinkel-Papier" aus dem ZEITmagazin vom 28. Februar ist in den vergangenen Wochen  per Mail durch deutsche Büros und Ämter gewandert. Das Papier, optisch kaum von einer normalen Steuererklärung zu unterscheiden, beinhaltet wichtige Ratschläge für das erfolgreiche Geld-um-die-Ecke-schaffen. Erstaunlich ist, in welche Ecken der Blogosphäre das Formular zvorgedrungen ist. Ein kleiner Einblick:

Die Achse des Guten , ein publizistisches Netzwerk, vermerkt das Zumwinkel-Papier mit den Worten: "Damit das endlich seine Ordnung hat."

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Ein Hinweis unter dem Tarnnamen "Anlage Liechtenstein" findet sich interessanterweise auch auf dem Börsennotizbuch, einem "Börsenblog mit Gedanken und Beobachtungen über die Börse, Geld, Spekulation und das Leben".

Auf dem "Blog für cleveres Sparen",  www.geld-kompakt.de , schlug ein Mitglied vor: "Diese Erklärung könnte das Finanzamt als Entwurf für eine Anlage Liechtenstein benutzen und weiter präzisieren."

"Steuerhinterziehung leicht gemacht" - so wird das Papier auf dem Marketing-Blog beworben, einer Plattform für "Besserwerber". Auf narzissmus.net , einem Forum für und über narzisstische Persönlichkeitsstörungen, beschlossen die Mitglieder, das  Formular kommentarlos ihren Steuerberatern weiterzuleiten.

Auch die rechtliche Komponente der Steuerhinterziehungserklärung ist ein Thema im Netz. Ein Mitglied des Forum Jurawelt merkt fachmännisch an: "Sieht dem echten Formular verdammt ähnlich."

Erstaunlicherweise erfreut sich Steuerhinterziehung auch in Elternforen großen Zuspruchs: Auf www.schnullerfamilie.de brachte Userin "Röschen" das Zumwinkel-Papier in Umlauf. Normalerweise beschäftigt sich das "Elternforum mit Herz und Verstand" mit singenden Ostereiern oder Kinderbuchtipps.

Doch wie uns eine Leserin per Mail mitteilte, hat die Steuerhinterziehungserklärung längst Einzug in die Kinderzimmer gehalten. Ihre beiden Söhne hätten das Formular für all ihre Stofftiere ausgefüllt, berichtet Svenja Steinberger-Peters. Besonders amüsierten hätten sich die beiden über den Religionsschlüssel und die Kategorie "Ich bin doch nicht besteuert".

 
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