Tibet Kriegsrecht in LhasaSeite 2/2
Die chinesischen Organisatoren der Olympischen Spiele betonten indessen, die Austragung im Sommer in Peking sei von den Unruhen nicht betroffen. Hollywood-Schauspieler und Tibet-Aktivist Richard Gere hatte dem britischen Sender BBC zuvor gesagt, wenn China nicht angemessen auf die Proteste in Tibet reagiere, müssten die diesjährigen Olympischen Spiele in Peking boykottiert werden. "Es wäre skrupellos, wenn wir so weiter machten, als wäre alles in Ordnung", betonte der bekennende Buddhist.
Die Führungsspitze des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) hält einen möglichen Boykott der Spiele für die falsche Entscheidung. "Der Boykott würde nichts lösen. Im Gegenteil. Er bestraft nur unschuldige Athleten", sagte IOC-Präsident Jacques Rogge am Samstag auf der Karibikinsel St. Kitts. Zuvor hatte sich bereits IOC-Vizepräsident Thomas Bach gegen einen Boykott ausgesprochen. "Der Boykott wäre der falsche Weg, weil dadurch Gesprächsfäden abgeschnitten würden", sagte Bach der Deutschen Presse Agentur dpa .
In mehreren deutschen Städten protestierten am Samstag Menschen gegen die chinesische Tibet-Politik. In Hamburg nahmen nach Angaben der örtlichen Tibet Initiative 150 bis 200 Menschen an einem Zug durch die Innenstadt teil. In Berlin und Frankfurt am Main demonstrierten nach Angaben der Polizei jeweils rund 70 Menschen vor den chinesischen Vertretungen. In Frankfurt kam es dabei zu einer kleineren Rangelei zwischen Demonstranten und Polizisten, als Exil-Tibeter auf das Gelände des Konsulats vordringen wollten. In Düsseldorf beteiligten sich 50 Menschen an einer Mahnwache.
Die bisher heftigsten Proteste gegen die Chinesen gab es in Tibet im Jahr 1959, als die Besatzer den Aufstand blutig niederschlugen. Das spirituelle Oberhaupt der Tibeter, der Dalai Lama, flüchtete damals ins indische Exil. Truppen der chinesischen Volksbefreiungsarmee zerstörten zahlreiche Klöster, Tausende von Tibetern starben. Nach der Machtübernahme der Kommunisten 1949 in Peking war die chinesische Volksbefreiungsarmee 1950 in Tibet einmarschiert hatte das größte Hochland ein Jahr später annektiert. Seitdem kämpfen die Tibeter erfolglos darum, dass ihre religiöse und kulturelle Identität respektiert wird.
- Datum 17.03.2008 - 03:51 Uhr
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- Quelle ZEIT online, Tagesspiegel, dpa
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