Tibet Zensierte HoffnungSeite 2/2

Es gehört mittlerweile zur Routine in diktatorischen Systemen: In Staatskrisen wird nicht nur die Berichterstattung unabhängiger Journalisten behindert – auch der Zugriff auf wichtige Internetseiten wird reglementiert. Denn hier finden die Bürger nicht nur unabhängige Informationsquellen – sie können auch selbst berichtend aktiv werden. Selbst wenn alle ausländischen Journalisten eine Region verlassen haben, können immer noch authentische Berichte nach außen dringen. Um das zu verhindern, gibt es eine simple Lösung: Alle Zugänge zum Internet einfach kappen. So machte es das Militärregime in Myanmar , als im vergangenen Jahr die Mönche protestierten.

Für das wirtschaftlich aufstrebende China ist dies jedoch keine Option: Die Nutzung des Internets ist weit verbreitet, ökonomisch bedeutsam und politisch gewollt. Im vergangen Jahr zählte eine chinesische Unternehmensberatung 210 Millionen Internet-Nutzer in der Volksrepublik – nur knapp weniger als in den USA. Der Internet-Gebrauch wird offiziell gefördert, allerdings verhindert eine strenge Zensur einen Zugriff auf bestimmte, kritische Seiten. Immer wieder werden westliche Medien blockiert. YouTube zum Beispiel geriet im Oktober letzten Jahres kurz auf die schwarzen Liste, als das Unternehmen ein eigenes Portal für Taiwan startete.

Angesichts von mittlerweile 560 Millionen Mobilfunk-Verträgen stößt aber auch diese Zensur an ihre Grenzen. Denn die mobilen Geräte werden nicht nur für Anrufe, sondern auch für die Massenkommunikation genutzt. Auf den Seiten des amerikanischen Internet-Dienstes Twitter , der Handy-Kurznachrichten mit einer Internetplattform verknüpft, sammeln sich inzwischen Informationen zum Tibetprotest aus der ganzen Welt. Hier tauschen sich Chinesen und Ausländer über die Krise aus. Die Bandbreite der Kurznachrichten reicht von den neusten Entwicklungen in Lhasa über die Internet-Blockaden bis zu genervten Äußerungen über die Tibeter. Die Offenheit ist groß, manchem schon zu groß. Ein Twitter-Nutzer schreibt besorgt: "Wenn jeder auf Twitter über Tibet schreibt, wird Twitter schon bald blockiert werden."

 
Leser-Kommentare
  1. Nun ist ja die Zensur und das Kappen von Internetzugängen in China nichts neues. Es wurde wohl auch von niemandem ernsthaft gehofft, daß es dieses mal anders ein würde.Wie hier versucht wird, zu manipulieren erlebt man selbst hier bei den plötzlich in Scharen registrierten Neu-Usern mit teils seltsam wirkenden Kommentaren.Offensichtlich wird jeder Kanal genutzt, um irgendwie China vor den Spielen doch noch als sauberes Bild zu verkaufen.

  2. .Human rights problem. It's also the chief basis of resolving the Tibet problem.Without it, nothing will really change..

  3. Gestern hat der Spiegel diesen Blödsinn in die Welt geschickt: Tibet-Krise - China blockiert YouTube und heute schreibt die Zeit diesen Unfung offenbar ungeprüft ab. Ja, es ist richtig, Youtube ist in China geblockt! Aber das bereits seit Ende 2007! Darüber hatte der Spiegel in der Rubrik "Netzwelt" letztes Jahr bereits berichtet. Aber die schämen sich sowieso für nichts.Ich war übrigens im Februar 3 Wochen in China, und was meinen Sie? Eben, kein Youtube! Youtube ist schon eine ganze Weile gesperrt und nicht erst seit Montag wegen Tibet. Immer nochmal eines draufsetzen, schämt Euch!Das ist zwar bitter, dass China Youtube sperrt, aber es ist auch bitter mitanzusehen auf welchem Niveau heute deutsche Journalisten arbeiten. Gerade von der Zeit habe ich aber eine sehr hohe Meinung! Also schreibt gefälligst nicht den Blödsinn ab, den die beim Spiegel verzapfen. Der Spiegel ist mittlerweile verkommen zur Bildzeitung für Leute die mehr als 2-3 zusammenhängende Sätze lesen können. Deshalb sollte die Zeit da nicht blind hinterherlaufen.

  4. Wieso gibt es keine Äußerungen  seitens der Kirchen zu dem Vorgehen der Chinesen in Tibet. Sie Verkünden diese Woche die Ermordung und die Auferstehung ihres Religionsgründers Jesus Christus. Heute kann die Kirche live Verfolgen wie Religionsanhänger gefolter und getötet werden, nun es sind keine Christen es sind Buddhisten, wenn sie die Kirchen so oft betonen alle Weltreligionen sind miteinander in guter Kommunikation und der Respekt vor einander ist eines der wichtigsten Grundsätze,dann steht dazu und Protestiert gegen die Zerstörung einer friedlichen Religionsgemeinschaft in Tibet. Geht entlich an die Öffentlichkeit und bringt das Gewicht das ihr in der Welt habt ein. 

    • Akakor
    • 18.03.2008 um 22:27 Uhr

    Oder wo ist nochmal der Unterschied, wenn unliebsame Meinungen in der freiesten aller Wochenzeitungen im freiesten aller Staaten zensiert werden...?

  5. Telefonnetze abschaltet, ausländische Reporter nicht zulässt, der hat was zu verbergen.
    Die VRChina ist ein von einer pseudokommunistischen Funktionärsclique geleitetes Land, das Tibet besetzt hält, kolonialisiert, mit Han-Chinesen besiedelt und überfremdet und massiv unterdrückt. Das ist einfach die Realität.

  6. "Business as usual" bei verschiedenem chinesischen, recht unkoordinierten staatlichen Handeln gegenüber verschiedenster Arten von unliebsamen Veröffentlichungen.Nun werden in unserer freien Presse punktuell Ereignisse herausgeschrieben, die verstreut einen Teil eines ganzen Kontinents betreffen.Es werden auch "Business as usual" ohne grosse Kenntnisse munter absichtlich Falschinformationen über China in die Welt gesetzt, legitimiert durch die einfach Erkenntnis,  was mir nicht gefällt will ich auch nicht...Falschinformationen, geprägt durch überhebliche Arroganz, Wunschdenken und tief verinnerlichten Glauben an die eigene Unfehlbarkeit des Schreibenden.

  7. nun muss etwas geschrieben werden...Chef: "in 5 Minuten ist der neue China Artikel fertich"Schreiber: "Ja Cheffe" ich fliege schon...fätichund es wird also irgendwas geschieben. Also wird sich irgendeine deutsche Halbwahrheit aus den Fingern gesaugt, die das begeisterte Publikum auch willig liest und erfreut.

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