Buchskandale

Nicht lesen!

Manche Bücher erregen Aufsehen. Manche werden gar verboten, weil sie von Gewalt, Sex oder Geheimnissen erzählen. Ausgewählte Werke in Text und Bild. Die Geschichte eines Aufstiegs: Der Schauspieler Hendrik Höfgen wird zum Star des "Neuen Reichs" in den dreißiger Jahren. Er ist ein Opportunist, der all seine Freunde aufgibt, um in Zeiten der Diktatur erfolgreich zu sein. Höfgen arrangiert sich mit den Nationalsozialisten, wird zu einem "Affen der Macht" und schließt einen Pakt mit dem Teufel. Klaus Mann bezog sich in seiner Darstellung auf den Schauspieler Gustaf Gründgens und dessen Karriere. Nach Gründgens Tod klagte sein Stiefsohn gegen die Publikation des Romans – und wurde 1966 verboten. Erst 1981 durfte das Buch wieder erscheinen.

Leser-Kommentare

  1. Nette Anthologie! Kant, Heine, Sartre und Karl May sind vergangene Favoriten in der einschlägigen Ruhmeshalle.Aktuell gewinnt Nazi/Antisemitismus 8 : 4 souverän gegen Sado/Maso/Porno. Ferner liefen: Werther und Penthesilea; obwohl inzwischen gaaanz große Oper (Massenet, Schöck), dennoch chancenlos dieses Genre aus der Perspektive der ZEIT, wohlgemerkt!).Drängt sich bang die Frage auf: Wann gerät Hitler/Auschwitz auch noch zur Oper? Seifenoper ist's ja schon mehrfach. Vielleicht nachdem in einer weiteren Hamburger Inszenierung, eines nicht allzu fernen Tages, die Hochzeit des Figaro in die Bordellszene verlegt wird und der Lude Almaviva das jus primae noctis mehrfach variiert auf offener Bühne praktiziert? Am Ende auch noch mit Susannas Rauhaardackel ("Blondi")? Selbstverständlich mit forcierter Orchesterbegleitung.

    • 27.03.2008 um 20:04 Uhr
    • Crusader

    [entfernt, bitte diskutieren Sie sachlich/ Redaktion; svb]

  2. In die nach oben offene Liste ärgerlicher Elaborate solltenunbedingt auch die folgenden Machwerke aufgenommenwerden:* Das Leben ist die Guillotine der Wahrheiten * Der Brandenburger Tor* Zersplitternde Gewißheiten* ... Wer Zucht und Ordnung nur in der Negation akzeptiert, hat keinen Platz auf deutschen Bücherbrettern! Basta.

    • 28.03.2008 um 4:45 Uhr
    • Dox

    Alles Gute und Böse nimmt seinen Anfang in gesprochenen oder schriftlich verfassten Meinungen. Die einen sind vernünftig und führen zu mehr Wohlstand. Die anderen sind dumm und führen zu Verarmung. Wollte man die Dummen verbieten, benötigte man dazu ein Behörde. Behörden aber haben die Angewohnheit zu wachsen und auch dann weiterzubestehen, wenn ihr Auftrag längst erfüllt ist. Die Behörde zur Vernichtung der Dummheit würde, wenn sie die Dummheit vernichtet hat, sich nicht auflösen. Denn in ihr arbeiten Angestellte, die ihre Jobs nicht verlieren möchten. Diese Angestellten würden dann auch vernünftige Meinungen als dumm deklarieren und verbieten. Nun könnte man einwenden, dass eine Behörde zur Vernichtung der Dummheit niemals ans Ziel kommt, weil die Dummheit unendlich ist. Aber dann brauchte man auch eine unendlich große Behörde. Zumindest die ganze Menschheit müsste in ihr arbeiten. Dann wäre die Erde eine einzige Behörde zu Vernichtung der Dummheit und es gäbe niemanden mehr, der außerhalb von ihr vernüftige Waren produziert wie etwa Lebensmittel, damit die Beamten der Behörde nicht verhungern. Man sieht, Zensur macht keinen Sinn. Fassen wir zusammen. Dummheit ist unendlich, ganz recht. Aber Vernunft ist es auch. Und historisch gesehen haben die Klügeren immer gewonnen. Sogar in Kriegen. Es gab noch keinen Krieg, in dem die Dümmeren siegten.

  3. 5. Zensur

    Zensur: Verbieten,Verbrennen von Büchern bis zur Löschung von Beiträgen in Internetforen. Stets bildet die Ideologie des Zensors die Richtschnur. Was heute skandalös ist, kann morgen künstlerisch die Mentalität einer Epoche verkörpern.Fast einzig unumstrittener Maßstab ist der Eingriff in individuelle Persönlichkeitsrechte; solange die Person nicht ihrerseits auf dem Index steht. Auch pauschale Diffamierungen von Religionen, Völkern oder Kulturen sind unumstritten tabu. Wie die aktuelle, immer undifferenzierter werdende Kampagne gegen den Islam zeigt. Diese merkwürdige Sinneskoalition aus Rechtsradikalen und jüdischen Verbänden. Diese eigentümliche Kampagne unterscheidet sich mental nicht mehr wesentlich vom vulgären Antisemitsmus vergangener Tage. Und treibt auch einschlägige BlütenIch behaupte, dass es sich da strukturell um die selbe seelische Melange aus Angst und Hass handelt wie weiland im europäischen Antisemitismus. Getragen von den selben Persönlichkeitentypen. Wie eh und je.Denn die frömmsten Vertreter der neuen Lehre sitzen wieder in den diversen Redaktionen, wie die Gänse auf dem römischen Capitol. Spähen hinaus in die Nacht, um bei Ungebührlichkeiten mit ganz großem Geschnatter anzuheben. Dort auf dem Capitol, jenem Hügel, auf dem Europa geistig gegründet ist. Angeblich. Alle paar Jahrzehnte werden halt die Gänse neu geeicht. Sonst ändert sich nix.

  4. ... hat gefehlt in Ihrer Liste.
    "Holzfällen" war ja wohl auch auf dem Index, aber vielleicht nur in Österreich ... ??

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