Finanzmärkte Krise trifft auch Deutsche Bank

Im Angesicht der Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten senkt die Deutsche Bank ihre Gewinnprognose. Möglicherweise schadet die Krise auch den Genossenschaftsbanken

Bislang hieß es, Deutschlands größte Bank sei von der Finanzkrise kaum betroffen. Doch nun hat die Deutsche Bank ihr Gewinnziel für das laufende Geschäftsjahr relativiert. Im wichtigen Investmentbanking könnte es zu weiteren Abschreibungen kommen, die Erträge könnten sinken, hieß es in dem am Mittwoch veröffentlichten Geschäftsbericht. Die daraus folgenden Einbußen seien möglicherweise nicht durch Zuwächse in anderen Bereichen wie etwa dem Privatkundengeschäft auszugleichen.

An der Börse schlug die Nachricht ein: Analysten sprachen von einer Gewinnwarnung und nannten die Ergebnisprognose von 8,4 Milliarden Euro vor Steuern nur noch Makulatur. Sie erwarten im Durchschnitt nur noch einen Vorsteuergewinn von 7,1 Milliarden Euro nach 8,7 Milliarden Euro im Vorjahr. Die Deutsche-Bank-Aktie war mit Verlusten von gut zwei Prozent größter Verlierer im Dax .

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"Die kurzfristigen Aussichten sind nach wie vor höchst unsicher", erklärte Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann in einem Brief an die Aktionäre. Die Lage an den Finanzmärkten und in der Realwirtschaft bleibe schwierig. Kredite für Privat- und Geschäftskunden seien auf absehbare Zeit knapper und teurer als vor Ausbruch der Krise, betonte Ackermann, der im vergangenen Rekordjahr der Bank ein Gehalt von knapp 14 Millionen Euro kassierte. Damit dürfte der 60-jährige Schweizer erneut der Spitzenverdiener unter den Vorständen der 30 Dax-Konzerne sein.

In ihrem Geschäftsbericht schließt die Bank nicht aus, dass sich die Weltwirtschaft stärker als erwartet eintrübt. Dies würde das Geschäft zusätzlich belasten. "Diese Umstände könnten die Erreichung unseres veröffentlichten Gewinnziels negativ beeinflussen", heißt es in dem Dokument.

Der traditionelle Wachstumsmotor des Geldhauses, das Investmentbanking, soll einen großen Teil des angepeilten Vorsteuerergebnisses liefern. Doch der Geschäftsbereich hatte Ende 2007 wegen der Krise an den Kapitalmärkten mit kräftig sinkenden Gewinnen zu kämpfen. Ackermann hatte das Ziel daher bereits vor einem Monat als mutige Vision bezeichnet und betont, dass das Erreichen ohne eine Belebung der Kapitalmärkte schwierig werde.

Bisher ist die Deutsche Bank mit Abschreibungen von insgesamt gut 2,3 Milliarden Euro vergleichsweise glimpflich durch die Finanzkrise gekommen. Doch angesichts der neuerlichen Verschärfung der Lage an den Märkten seit Jahresbeginn halten die Analysten von JP Morgan nun weitere Wertberichtigungen von mehreren Milliarden Euro für möglich.

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