Irakkrieg "Irak ist ein gescheiterter Staat"
Gibt es noch eine Lösung für einen friedlichen Irak? Ein Interview mit dem irakischen Politologen Ghassan Attiyah
ZEIT online: Fünf Jahre nach der Irakinvasion durch die USA: Wie beurteilen Sie die Lage im Irak?
Ghassan Attiyah: Diejenigen die gedacht haben, dass das alte Regime durch ein demokratischeren und friedlicheren Irak ersetzt würde, müssen ihre Erwartungen zurückschrauben. Das Ziel ist in keinster Weise erfüllt worden. Zwar gibt es keinen Diktator mehr. Aber heute existiert immer noch ein „Regime of fear“ – nun haben die Iraker es mit den verschiedenen Milizen und verschiedenen ethnischen Gruppen zu tun. Ein Diktator wurde also durch mehrere ersetzt.
ZEIT online: Ist der Regimewechsel auch nicht von den Menschen unterschiedlich bewertet, je nach ihrer religiösen Orientierung?
Attiyah: Es gibt in der Tat keine Einheit zu diesem Thema. Die Meinungen der Iraker über den Regimewechsel hängen von ihren jeweiligen ethnischen und religiösen Zugehörigkeiten ab. Für die Kurden ist die Situation sicherlich besser als noch vor fünf Jahren. Für die irakische Mittelklasse ist die Lage zweifelsohne schlechter. Sie sind es, die den Irak verlassen mussten und einen Großteil der Flüchtlinge ausmachen.
ZEIT online: Was ist mit den Sunniten? Sind sie die „Verlierer“ des Krieges?
Attiyah: Die sunnitischen Araber sehen sich zunehmend marginalisiert und fühlen, dass sie wegen des alten Regimes bestraft werden. Die Schiiten sind ihrerseits gespalten. Sie waren diejenigen, die am meisten von dem Regimewechsel profitieren konnten. Dennoch denken sie, dass ihre politische Führung, aber auch die Amerikaner, Fehler im Irak gemacht haben und die Dinge hätten besser laufen können.
- Datum 20.03.2008 - 07:46 Uhr
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Bush sollte bei den internationalen Gerichtshof antreten - und auch die ganze Sippe, die ihren auf Kosten von Menschenleben basierenden Terror betreiben. Aznar aus Spanien bereut den Krieg noch nicht, die anderen anglosächsischen Massenmörder auch nicht.
Welt mehr. Wäre allzu schön, wenn die "Vorsteher" sich vor dem Internationalen Gerichtshof verantworten müssten. Wie hätte das am 08. Mai 2005 in Maastricht aussehen können, Mr. President der Verantwortung zugeführt. Oder dieser Prime Time Minister und ein "Unverbesserlicher". Sie leben mitten unter uns. isaac ben laurence weismann
wieso müsse man davon ausgehen, dass der Irak so bleiben soll, wie z. Zeiten des assozialen Diktator Saddam H.?Wenn Yugoslawien nach Titos Tod in 7 Staaten zerfiel, kann auch der Irak in die ethnischen Staaten aufgehen. Die Kurden sollten nach dem Kosovo Beispiel sich ebenso unabhänig Erklären. Was ist daran falsch? Jedem den seinen Staat...
Wird auch keiner werden. Die Kurden sind selbstaendig. Und wollen es auch in der Turkei werden. Deshalb ist und bleibt das die Sache der Turkei. Man kann nur hoffen, die Tuerkei toleriert den Unfug, den ihre Kurden im Land verursachen, und lassen die Iraq Kurden allein mit ihrem Oelreichtum. Man kann traeumen, nein? Der Sueden und das groesste Gebiet des heutigen Iraq gehoert dem Iran. Der Rest ist Sunni und "gehoert" (?) den Saudis. So?Was wird nun daraus? Es ist eine Nebensache. Es ist der Sandkasten.Das Haupt-Thema ist: Vereinigen sich die Sunni mit den Shii (ueberall) oder bekaempfen sie sich? Niemand hat mit dieser Sache etwas zu tun ausser Sunni und Shii. Nicht nur weil niemand es kann.Das erste Kapitel ist: Wer kontrolliert die Muslim-Kernwaffen? AlQuaida hat sich als der logische Kandidat vorgestellt und bleibt da, wartet. Teheran passt das nicht. Deshalb entwickeln sie mit deutscher (zuerst) und russischer (jetzt) Hilfe ihre eigene Bombe.Ob dann die Chance (auf Kosten meistens Europa) das gemeinsame Kalifat entsteht? Man kann nur warten.
" Saddam habe Beziehungen zu Terroristen. Das hat sich als unwahr herausgestellt. " Das ist glatt gelogen oder nicht gewusst. Saddam Hussein unterstützte Familien palästinensischer Selbstmordattentäter mit je 50 000 Dollar. Während dem 2. Golfkrieg hatte er Scud-Raketen auf Israel abgefeuert, mit der Drohung, giftgasgefüllte Sprengköpfe zu verwenden - Israel war nicht kriegsführende Partei. In die Staatsflagge wurde ein Koranvers aufgenommen. Am Tag der Ehre der muslimischen Frau wurden hunderte von Frauen als Prostituierte geköpft. Die Kampagne "Al-Anfal" war islamistisch motiviert, der Name der Sure "Al-Anfal" wurde übernommen, um eine religiöse Legitimation abzuleiten. Und der Terror gegen die schiitischen Rebellen wurde mit sunnitischen Parolen auf Panzern ("No more Shia") ausgeführt. Saddam Hussein war Terrorist, er hat Terroristen unterstützt und er hat an der islamistischen antisemitischen Ideologie mitgefeilt, die Träger von Terrorismus weltweit ist. Und es sei nochmals daran erinnert: Den Nachweis, dass der Irak keine Massenvernichtungswaffen gehabt habe, hätte der Irak erbringen können, indem er die Waffeninspektoren eingelassen hätte. Das hat er nicht getan, daher gab es allen Grund für den entgegen einem verbreiteten Aberglaube erwiesenen Befund, dass Saddam Hussein an der Produktion und Proliferation von Massenvernichtungswaffen arbeitet. Für einen failed State entsteht derzeit erstaunlich viel Stabilität im Irak. Und für einen de facto geteilten Staat ist das Parlament ebenso erstaunlich vielfältig. Der Irak wird das werden, was im Westen gewollt wird. Wenn man in Europa einen stabilen Irak will, muss man die Konsequenzen ziehen und Truppen entsenden, auch nach Afghanistan und den Iran wirklich in seine Schranken verweisen. Wenn man den failed state herbeireden will, muss man nur weiter gegen die USA demonstrieren gehen, mit dem Iran kungeln und sogenannte "sozialdemokratische" Regierungen wählen, die sich gegenseitig mit Zugeständnissen an Terroristen und Islamisten überbieten. http://myblog.de/nichtide...
@Marxo, Bush wird als der größte Versager aller Zeiten in die Geschichte eingehen, daran wird sich auch dann nichts ändern, wenn sie jetzt Erbsen zählen, um nachträglich irgendwas rechtzufertigen.Ist ja toll was Saddam so alles war, nur leider war der Kriegsgrund die Existenz von Massenvernichtungswaffen. Alles nachweislich erstunken und erlogen. Daraufhin ging dann die Leier mit dem Terrorismus los. Alles erstunken und erlogen. Darauhin ging es weiter mit der Demokratisierung der arabischen Welt. Nachweislich absurder Blödsinn.Aber Sie haben Recht, jetzt muß man leider in den sauren Apfel beissen und für die nächsten x Jahre Truppen entsenden und eine brutale Militärdiktatur errichten, denn sonst geht das Abschlachten erst richtig los. Viel Spaß dabei, US-Armee.
Die Regierung Bush hat ihre Ziele im Irak vollends erreicht, 1. Zugang den Ressourcen des Landes 2. Ankurbellung der amerikanischen Waffenindustrie für Familie und Freunde.Mehr war nie beabsichtigt. Insbesondere sollte der Irak keine funktionsfähige Demokratie werden. Viel gravierender noch als das verbrecherische amerikanische Regime ist jedoch die Kritiklosigkeit der westlichen internationalen Gemeinschaft, die das Kind nie beim Namen genannt hat: Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
"!" ... >|<hat recht, er solle weiter Widerstand gegen die teutsche Form des Gutmenschentums leisten.Viva Granada!
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