Bergbau Mehr Transparenz muss sein
Bergbaufirmen müssen offenlegen, was sie an Staaten zahlen. Die Staaten müssen offenlegen, was sie einnehmen, fordert Jonas Moberg, Generalsekretär der Initiative für mehr Transparenz im Bergbau (EITI)
Bevor
Jonas Moberg
2007 die Leitung des EITI-Sekretariats übernahm, arbeitete er in London für das Prince of Wales International Business Leaders Forum (IBLF). Er hat einen Jura-Masterabschluss der Universität Stockholm sowie der Londoner School of Economics.
Was steckt hinter der Initiative zur Verbesserung der Transparenz in der Rohstoffindustrie (Extractive Industrie Transparency Initiative, EITI)?
Hinter der Idee von EITI steht der Fluch der natürlichen Rohstoffe. Viele Länder bauen Erz ab, fördern Öl oder Gas, aber dies dient nicht immer dem Wohlergehen oder dem Wohlstand ihrer Bevölkerung, sondern führt oft zu Korruption und verzerrten Wirtschaftsverhältnissen. Eine Koalition regierungsunabhängiger Organisationen startete deshalb die Kampagne „Publish what you Pay“, mit der Bergbaukonzerne zu mehr Transparenz in ihren Geschäftsberichten ermutigt werden sollten. Dies führte dazu, dass der damalige britische Premierminister Tony Blair 2002 auf dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg die EITI ins Leben rief.
Die Idee ist, dass Firmen offenlegen, was sie an die Staaten zahlen, und die Staaten offenlegen, wie hoch ihre Einnahmen sind. Anschließend kontrollieren unabhängige Wirtschaftsprüfer, ob diese Angaben der Wahrheit entsprechen. Transparenz im Verhältnis der Firmen und Staaten soll auch zu Transparenz im Verhältnis der Staaten zu ihren Bürgern führen.
Heute haben fünfzehn Länder die Prinzipien der EITI übernommen. Neun weitere Länder werden genau beobachtet, vor allem in Afrika. Formal betrachtet sind diese Länder Kandidaten für die Mitgliedschaft in der EITI. Voraussetzung für die Aufnahme ist eine internationale Bewertung, durchgeführt von einem Team aus Wirtschaftsprüfern, Bilanzbuchhaltern und Personen, die sich in Belangen politischer Entwicklung auskennen.
Welche Mittel stehen Ihnen zur Verfügung, um sicher sein zu können, dass diese Regeln der Transparenz respektiert werden?
Die Initiative ist, zumindest zum Teil, auf Vertrauen zwischen den Unternehmen gegründet. Theoretisch könnten ein Staat und eine Firma ihre Daten verheimlichen, aber dann würden sie den Regeln, die sie selbst akzeptiert haben, zuwider handeln. Abgesehen von diesen Prinzipien wird in jedem Land, das von der EITI als Mitglied akzeptiert wurde, ein nationales Komitee gegründet, in dem auch Vertreter der Zivilbevölkerung vertreten sind – das ist vorgeschrieben. Wird ein Land Mitglied der EITI, zwingt das automatisch alle in ihm vertretenen Unternehmen, das Prinzip der Offenlegung ihrer Zahlungen zu akzeptieren. Nur die, deren geschäftliche Aktivitäten sehr gering sind, werden davon ausgenommen.
- Datum 25.03.2008 - 11:14 Uhr
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- Quelle ZEIT online, Le Monde
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