Olympiaboykott „Sie haben geweint wie Kinder“
Norbert Littkopf hat zwei Olympia-Boykotte miterlebt. Der ehemalige Auswahltrainer für die Judokas der DDR über Folgen und Qualen eines Olympia-Ausschlusses. Ein Interview
Als die USA und 64 weitere westliche Staaten 1980 die Olympischen Spiele in Moskau boykottierten, begleiteteNorbert Littkopf seine Sportler
nach Russland. Vier Jahre später musste er seinen Athleten erklären, weshalb sie und die Sportler aller anderen Ostblockstaaten nicht zu den Sommerspielen nach Los Angeles durften. Seit 1991 ist Littkopf Bundestrainer der deutschen Judosportlerinnen.
ZEIT online:
Herr Littkopf, viele Menschen in Deutschland diskutieren gerade einen möglichen Olympia-Boykott. Sie könnten da gut mitreden, oder?
Norbert Littkopf:
Ich hab das zweimal erlebt. Es war schrecklich.
ZEIT online:
Wieso?
Littkopf:
1980 hat es uns noch nicht ganz so schlimm betroffen. Die Athleten der DDR und alle anderen sozialistischen Länder haben ja an den Spielen in Moskau teilgenommen. Doch selbst für diese Sportler war es schlecht. Du trittst bei Olympia an, aber ein Teil der Sportler – vielleicht gerade dein Angstgegner – ist gar nicht dabei. Die USA und weitere Staaten boykottierten damals Olympia, weil die Russen in Afghanistan einmarschiert waren.
ZEIT online:
Vier Jahre später boykottierten dann die Ostblockstaaten die olympischen Spiele in Los Angeles.
Littkopf: Es ging damals ähnlich los wie jetzt. Die Medien berichteten pausenlos über einen eventuellen Boykott. Die offizielle Begründung war dann, dass die USA angeblich keine hundertprozentige Sicherheit in Los Angeles gewähren konnten. Beide Boykott-Maßnahmen haben überhaupt nichts gebracht. Den Sportlern hat es nur geschadet.
ZEIT online: Wie haben Sie vom Verbot des Staates, in Los Angeles teilnehmen zu dürfen, erfahren?
Littkopf:
Ich bin nach dem Training mit meinen Sportlern mit dem Auto von Berlin zurück nach Leipzig gefahren. Dann haben wir alle die Nachrichten im Radio gehört.
ZEIT online:
Wie waren die Reaktionen?
Littkopf:
Die Jungs haben geweint wie Kinder. Die waren sehr geknickt und haben geflucht. Auch ich war natürlich traurig. Schließlich hatten sie gute Chancen, etwas zu gewinnen. Dann haben wir uns alle gegenseitig beruhigt und gehofft, dass es doch noch was wird.
- Datum 31.03.2008 - 05:09 Uhr
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kann nicht verstehen, daß die freudige Teilnahme an Olympia in Peking, 2008, ohne jeden Protest, die Trennung seines Sports von der Politik, für die Chinesen nichts weiter bedeutet als die Akzeptanz des chinesischen Vorgehens in Tibet, 2008.Diese Sportler und Funktionäre sollten nicht nach China reisen, denn, ob wir wollen oder nicht, sie repräsentieren dort unser Land. Daher sollten sie zu Hause bleiben.
Können wir diese Sportler nicht in Geschichtsbüchern eintragen ohne dass sie bei irgendwelchen Wettkämpfen teilnehmen? Wer der Beste ist, kann man ohnehin nicht mit Sicherheit bestimmen, vielleicht hat ja der Beste gerade eine Magendarmgrippe und kann nicht teilnehmen. Vielleicht wurde der Beste abgetrieben und ist gar nicht auf die Welt gekommen.Wir sollten daher erstmal klären, was es für Geschichtsbücher sein sollen. Reicht eine Veröffentlichung im Internet oder muss es gedruckt sein? Soll es ein Buch über allgemeine Geschichte sein, wo diese Namen dann auftauchen für das Jahr 2008 oder sollte es ein spezielles Sportgeschichtsbuch sein? Wir müssen die Sportler auch ein bisschen feiern natürlich und ihnen sagen, dass sie die Besten der Besten sind, ihnen einen Klumpen Gold in den Popo stecken und ihnen zärtlich über das Haar streichen (falls sie welches haben, denn für manche Diszplinen muss das ja weg).
wenn man Israel als Sportveranstalter hochhält, trotz seiner Verweigerungen gegenüber UN-Resolutionen und seiner Völkerrechtsverbrechen?
Keulen schwingen ist vielleicht eine nette Übung.In der Politik hat dieser Sport aber nichts zu suchen!-Menschenrechte, Frieden und Gerechtigkeit sind positive Werte. -So lange wir versuchen, die Welt mit dem Holzhammer zum Guten zu bekehren, machen wir was falsch!-Man kann auch weniger abstoßend Werbung machen, für Menschenrecht und Frieden!-Martin Berger
Es finden alle Nase lang internationale Wettkämpfe auf hohem Niveau statt, da muss sich keiner sorgen, sich sportlich nicht messen zu können.Individuelle finanzielle Interessen können natürlich gefährdet werden, aber das lässt sich dann auf die Formel reduzieren, dass sich die Athleten willenlos vor jeden Propagandakarren spannen lassen wollen, so lange die Knete stimmt.Die Behauptung, ein Boykott bringe ohnehin nichts finde ich sogar hochgradig albern, weil das ja im Umkehrschluss bedeuten würde, die olympischen Spiele wären als Propaganda für die VRC völlig wirkungslos. Ein Gedanke, der nach 1936 zu naiv ist, um ihn einem erwachsenen Menschen ernsthaft zuzutrauen.
Bürol, du darfst Israel boykottiern. (gekürzt. Bitte vermeiden Sie Provokationen und persönliche Angriffe. Die Redaktion/jk) Viel Spaß beim Boykott. Übrigens, ich frage mich was für einen Psychoschaden manche Deutschen haben, dass beim jedem Thema auf Israel kommen. Sogar wenn man über (gelöscht. Sex wäre das bessere Synonym gewesen. Die Redaktion/jk) spricht, meldet sich der stramme Hesse Bürol und klafft über die vermeintlichen Völkerrechtsverbrechen., von denenn weiss er nur aus dem obskuren Quellen einer Organisation der israelischen Araber,
Ich weiss ehrlich gesagt immer noch nicht genau was ein Olympiaboykott oder die Störung des Fackellaufs genau mit der Politik Chinas zu tun hat. Wie Littkopf sagt, geht es bei der Olympiade nicht nur um den Sport, sondern auch ums Geld. Von daher ist es für die Politik leicht sich aus der Verantwortung zu ziehen, indem sie einfach nicht bei der Eröffnungsfeier dabei ist. Das juckt niemanden wirklich und dem Volk wurde Protest bescheinigt. Aber im Prinzip wird nur ein Fehler der Weltpolitik auf den Sport abgewälzt. Aber so ein Sportler kann nun mal auch nix dafür, dass Tibeter unterdrückt werden.Den Fackellauf zu stören, Chinesen zu beleidigen oder gar irgendwelche beknackten Sprüche wie "Kauft nicht bei Chinesen" bringen Tibet auch nicht weiter. Letztlich geht es um die Frage ob man nur demonstrieren will, dass man selbst alles viel besser macht (Menschenrechte, Pressefreiheit, blahblah) oder ob man wirklich was tun will. Das China ein Problem mit Menschenrechten hat und eine Menge Konfliktregionen besitzt, dass Chinas Mentalität und Denkweise nicht der ach so weisen europäischen humanen entspricht, das war schon vor der Olympiadebatte klar, oder etwa nicht?Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass wir als durchschnittlich gebildete Europäer viel von chinesisch-tibetischer Geschichte verstehen, oder uns gar mit den wirtschaftlichen und sozialen Problem die ein solches Land wie China hat identifizieren können. Immerhin ist China ein Land, das nicht wie Deutschland von Freunden umgeben ist. Unsere "seperatistischen" Gruppen beschränken sich im Großen und Ganzen auf Ostdeutsche Kopftuchfreie Gemeinden (was Schlimm genug ist), aber von militanten Anreinerstaaten mit Atomwaffen, dutzenden Volksgruppen mit unzähligen verschiedenen Sprachen, bewaffneten Seperatistengruppen, dem größten Reich/Arm Gefälle der Welt und einer in vielen Bereichen extrem inhomogenen Gesellschaft hat man in Deutschland halt noch nichts gehört. Von daher finde ich meckern grundsätzlich zwar in Ordnung aber Vorschriften machen wollen halte ich für schlichtweg Unsinn. Unsere Sportler sollten selbstverständlich hingehen, sich aus der Politik raushalten und das tun was sie am Besten können: schneller, stärker und besser sein. Das ist ein viel stärkeres Argument als Fackeln zu löschen.
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