Atomstreit Amerikas Geheimdienste rudern zurückSeite 2/2
Dazu NIC-Chef McConnell: „Mit mittlerer Zuversicht“ werde Iran frühestens gegen Ende 2009 technisch dazu in der Lage sein, genug hochangereichertes Iran für eine Bombe herzustellen. Aber das sei „höchst unwahrscheinlich“. Das wäre erst im Zeitraum 2010 bis 2015 der Fall.
Interessant ist, was die IAEA in Wien, die Überwachungsbehörde der UN, zu sagen hat – in einem Bericht, der ebenfalls im Februar 2008 erschien. Ihr Urteil ist dezidiert schärfer als das des National Intelligence Council. Er enthält eine Fülle technischer Details, die reichlich „Hinweise“ (wie es im Geheimdienst-Jargon heißt) für die Fortführung des Bombenprogramms liefern.
Die Hinweise beziehen sich auf die Beschaffung (oder versuchte Beschaffung) von kritischen Komponenten für die Waffenherstellung sowie auf die Forschung zu diesem Zweck. Als da wären: Detonatoren (die eine nicht-kritische Masse zu einer kritischen zusammenstauchen), Testvorbereitungen und fortgeschrittene Zentrifugen, die die Anreicherung beschleunigen.
Das Interessante dabei ist, dass die IAEA, eine UN-Behörde, keineswegs den Diensthund für die USA abgibt. Dennoch zeigte sich ihr Chef el-Baradei höchst pikiert, als der NIC seinen „Alles klar“-Bericht im Dezember auf den Markt trug. Jetzt hat die IAEA auf vorsichtige Weise nachgelegt, ohne den NIC-Bericht mit einem Wort zu erwähnen.
- Datum 26.03.2008 - 07:21 Uhr
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