Downloads Letzte Rettung Musikflatrate

Sony BMG, die zweitgrößte Plattenfirma der Welt, hat die Einführung einer Flatrate im digitalen Musikvertrieb angekündigt

Die Musikflatrate solle möglichst noch dieses Jahr angeboten werden, sagte Vorstandschef Rolf Schmidt-Holtz der Frankfurter Allgemeinen Zeitung . Für sechs bis acht Euro im Monat sollen die Kunden eine unbegrenzte Musikauswahl anhören können. "Mit der Musikflatrate bekommen Sie alles von uns – vom brandneuen Charthit bis zu Beethoven", sagte Schmidt-Holtz.

Dabei denkt Sony BMG offenbar an eine Kombination aus Liedern, die als Stream verfügbar sind, und solchen, die die Kunden herunterladen können. So könnten Abonnenten am Ende des Jahres rund 40 bis 50 Lieder besitzen, sagte Schmidt-Holtz.

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Der Musikmanager sieht darin eine große Chance für die seit Jahren kriselnde Musikindustrie: "Unsere Marktforschung zeigt, dass eine große Zahl von Kunden ein solches Angebot attraktiv findet." Die Kunden seien bereit, für die richtige Musik zu zahlen. Sein Unternehmen wolle bei dem Vorhaben mit den anderen großen Musikkonzernen kooperieren. Auch mit Apple führe man Gespräche. Der Elektronikhersteller und Marktführer im digitalen Musikvertrieb bietet unter anderem den populären Musikspieler iPod und das Handy iPhone an.

Eine weitere Vertriebsmöglichkeit sei die Zusammenarbeit mit Handy-Anbietern, wie sie Universal Music mit Nokia geschlossen hat. "Man bezahlt also für die Musik im Paket mit einem Mobiltelefon. Das ist eine große Wachstumschance für die Musikindustrie", sagte Schmidt-Holtz.

Er erwarte, dass die Einnahmen der Musikbranche noch zwei bis drei weitere Jahre lang rückläufig seien und dann wieder wüchsen. Der Konzern Sony BMG konnte seine Gewinne bereits 2007 um 15 Prozent steigern.

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Leser-Kommentare
  1. für 72 bis 96 euro pro jahr kann ich dann effektiv 4 bis 5 alben besitzen?
    obwohl weder eine physischer datenträger noch ein cover noch ein booklet dabei ist und auch die kosten für die distributionskette wegfallen?

    von dem unsäglichen drm und anderen liebgewordenen gängelmechanismen ist dabi noch gar nicht die rede gewesen.

    so ganz ist der musikalisch-industrielle komplex offenbar immer noch nicht in der realität angekommen ...

    • Gojira
    • 25.03.2008 um 19:35 Uhr

    Was das Preis-Leistungs-Verhältnis angeht, muss ich widersprechen
    - sollten sämtliche Majorlabels an dem Projekt teilnehmen, wäre der
    Preis fair, da man für die Dauer des Bezugs ja nicht nur einen kleinen
    Teil der Musik "besitzen" kann, sondern im Normalfall das Recht hat,
    den gesamten Katalog zu konsumieren, die gebotene Leistung also weit
    über den Erwerb von 50 Musiktiteln im Jahr hinaus geht. Das ist nicht für jeden, aber doch für viele Kunden interessant. Darüber hinaus bekommt man zur Zeit auch nur 5-6 physische Tonträger für diesen Preis.Das Angebot unterscheidet sich aber bisher kaum von bereits verfügbaren wie z.B. Napster, die schon lange ein alter Hut sind - wieso um Sony-BMGs Gedankenspiele um einen verspäteten Nachzügler so eine Meldung gemacht wird, kann ich also nicht nachvollziehen.

  2. Wenn man für das Geld an sämtliche jemals von denen veröffentliche zugreifen kann, ist das doch eine guter Ansatz.Nur bleibt für mich da noch interessant, wie man das technisch so löst, das man damit zum Beispiel auch mobil Musik hören kann, ohne das man ein teures Handy und mobiles Breitbandinternet hat.Viel zu spät ist es ja wirklich, aber bei der Musikindustrie ist es doch schon toll, wenn sie überhaupt einmal an die Kunden denkt.

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