Börse Clinton will bankrotte Hausbesitzer retten
Der Staat soll Häuser kaufen, die sonst zwangsversteigert werden müssten, schlägt die Präsidentschaftsbewerberin vor. Blechen soll der Steuerzahler. Den Börsen geht es derweil besser
Was bislang theoretische Forderungen einiger Ökonomen waren, nimmt langsam die Form konkreter Politik an: Ein großer Teil der Kosten der Hypothekenkrise könnten dem amerikanischen Steuerzahler aufgebürdet werden - jedenfalls wenn es nach der Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton geht.
Clinton hat nämlich vorgeschlagen, die Federal Housing Administration (eine staatliche Behörde) könne Häuser notfalls aufkaufen, wenn deren Besitzer von Zwangsversteigerungen bedroht sind. Die Behörde könne auch die Hypotheken neu strukturieren und die Häuser dann später wieder zurückverkaufen, schlug Clinton am Montag vor. Eine Kommission mit namhaften Mitgliedern wie den früheren Notenbankchefs Alan Greenspan und Paul Volcker solle entscheiden, ob ein solches Eingreifen des Staates hilfreich wäre.
Neu sind diese Vorschläge nicht; dass Clinton sie sich aber zu eigen macht, erklären sich manche Beobachter damit, die Frau des früheren Präsidenten Bill Clinton wolle Stimmen der überschuldeten Arbeiter gewinnen. Was wenig erstaunlich wäre, denn schon seit Wochen rückt die wirtschaftliche Lage der USA immer stärker ins Zentrum des Wahlkampfs.
Clinton, die im Vorwahlkampf der Demokraten eine größere Wirtschaftskompetenz als ihr Konkurrent Barack Obama beweisen will, greift damit einen Gesetzesvorschlag des demokratischen Abgeordneten Barney Frank und des Senators Chris Dodd auf. Sie haben angeregt, dass der Staat unsichere Hypotheken von Investoren übernehmen und die Kreditbedingungen anpassen solle, um Zwangsversteigerungen zu verhindern.
Clintons Plan, dass der Staat für eine Übergangszeit die Immobilien kaufen könnte, geht noch darüber hinaus. Längerfristig soll dies den Steuerzahler trotzdem nichts kosten, sagte sie. Die nächste Vorwahl der Demokraten sind in Pennsylvania, wo es um die Stimmen vieler Arbeiter geht. Diese Gruppe ist besonders von der Immobilienkrise und von Arbeitsplatzverlusten betroffen.
Während Sprecher von Clintons Konkurrenten Barak Obama versuchten, den Vorstoß herunterzuspielen, entwickelten sich die Aktienmärkte in den USA nach der Aufregung der vergangenen Woche am Ostermontag gut. Nachdem das Geldhaus JP Morgan sein Übernahmeangebot für die angeschlagene Investmentbank Bear Stearns von zwei auf zehn Dollar je Aktie verfünffacht hatte, legten die Kurse zu. Zudem verbreitete ein unerwartet geringer Gewinnrückgang beim Schmuckkonzern Tiffany Kauflaune.
- Datum 25.03.2008 - 08:28 Uhr
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- Quelle ZEIT online, Reuters
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