Klimaerwärmung Riesiger Eisberg bricht ab

In der Antarktis ist ein riesiger Eisberg abgebrochen. 41 Kilometer lang und 2,5 Kilometer breit ist der flache Tafel-Eisberg, den britische Wissenschaftler vom Flugzeug aus fotografiert und gefilmt haben.

Vermutlich schon im Februar ist der Eisberg vom Wilkins-Schelf, einer großen schwimmenden Eisfläche in der antarktischen Halbinsel, abgebrochen. Nur noch eine dünne Eisschicht verbindet ihn mit dem Festland.

An sich ist die Entstehung von Eisbergen ein natürlicher Vorgang, vor allem am Südpol bilden sich viele davon. Am Anfang steht der Schnee: Er fällt im Inneren des Kontinents, wo es sehr kalt ist, auf die Gletscher. Die weiße Decke verdichtet sich unter ihrem eigenen Gewicht und drückt das Eis in Richtung Meer. Am unteren Ende schiebt sich eine große, ebene Fläche, das Schelfeis, ins Wasser. Von dieser Platte brechen mal größere, mal kleinere Stücke ab, die Wissenschaftler nennen das „kalben“.

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„Dass Schelfeis abbricht ist etwas ganz Normales“, sagt der Antarktisforscher Hartmut Hellmer vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven. Sorge bereitet ihm aber die Häufigkeit mit der dies aktuell passiert. „Die Temperaturerwärmung schreitet in der Westantarktis immer weiter südwärts.“ Weil sich die Luft erwärmt, schmilzt das Schelfeis an der Oberfläche, das Schmelzwasser dringt in die Spalten des Eises ein. Wenn es dort wieder einfriert, dehnt es sich aus: Das Eis zerbricht. „Dramatisch wird es dann, wenn die Temperaturerwärmung bis in die massiven Eisfelder vordringen“, so der Polarforscher. Dann sei tatsächlich auch mit einem Anstieg des Meeresspiegels zu rechnen.

Im Vergleich zu dem größten je vermessenen Eisberg ist das Stück, das jetzt abgebrochen ist, eher klein: Der Riese B-15 war bei seiner Geburt im März 2000 rund 300 Kilometer lang und bis zu 57 Kilometer breit. Am Südpol strudeln die Brocken meist mehrere Jahre im Zirkumpolarstrom um das arktische Festland. Manchmal verkeilen sie sich mit den Festland und zerbrechen in weitere Stücke. Die Überbleibsel treiben schließlich in wärmere Gewässer und schmelzen, oder werden zwischen anderen Eisbergen zerrieben.

 
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    • Quelle ZEIT online, 27.03.2008
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    • Schlagworte Eisberg | Südpol | Umweltpolitik | Meeresspiegel | Gletscher | Antarktis
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