Fotografie
Die zweite Haut
Seit der Nachkriegszeit hat F.C. Gundlach die internationale Mode abgebildet. Für die ZEIT fotografierte er 2005 eine Mantelkollektion in Hamburg
F.C. Gundlach war der wichtigste deutsche Modefotograf – bis er Ende der achtziger Jahre seine Karriere beendete, um als Kurator und Sammler tätig zu werden. Für die ZEIT fotografierte er nach sehr langer Pause wieder eine Modestrecke - und war vor dem Shooting auch ein bisschen nervös, wie er damals im Interview verriet:
Sie fotografieren seit langer Zeit erstmals wieder eine Modeproduktion. Wie fühlen Sie sich?
Ich habe etwas Bammel.
Jetzt sind Sie kokett.
Nein, das habe ich nicht nötig. Ich kann mich verlassen auf mein Können und meine Sensibilität. Aber es ist schwierig, mit Menschen zusammenzuarbeiten, die ich nicht kenne. Das Team, mit dem ich arbeite, bildet sich ja erst.
- Datum 03.04.2008 - 12:13 Uhr
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Zurück zur Ausgangsseite





"Früher war alles viel besser." Einen Satz, den wir, egal bei welcher Gelegenheit, immer wieder hören. F.C. Gundlach hat mit seinem Hinweis Recht, dass die Fotografen früher mehr Einfluss auf die Bildstrecken der Illustrierten oder Magazine hatten. Zumindest die bekannten Fotografen. Heute sind sie oft - nicht immer - nur mehr die Erfüllungsgehilfen der Mode-Redakteure.Früher: Da hat man schon voller Spannung auf den Donnerstag, dem Erscheinungstag des "stern", gewartet. Und hat sich auf die zum Teil großartigen Bildstrecken, verantwortet von Rolf Gillhausen, gefreut. Und als Werber hat man natürlich auf die außergewöhnlichen und teilweise originellen Anzeigen geschaut. Mann, was waren das für Diskussionen! Ist Werbung Kunst? Wie es zu der Zeit Michael Schirner formulierte. Oder ist Wer? nur Bung!Heute: Die redaktionellen Seiten bleiben sehr oft im Mittelmaß stecken. Es wird zu sehr aus- und abgewogen. Die "Große Koalition" ist in die Zimmer der Chefredaktionen eingezogen. Die freien Fotografen, Illustratoren und Journalisten sind froh, wenn sie entsprechende Aufträge erhalten. Aus Dankbarkeit sind sie deshalb zu vielen (zuvielen!) "Schandtaten" bereit. Wenn dann irgendwann die eigene Handschrift (Sexy-Newton) verloren gegangen ist, dann ist es für ein Magazin auch egal, wen sie sich als Fotografen von draussen holt.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren