Menschenhandel

Verkaufte Frauenkörper

Unermüdlich stemmen sich im Kosovo UN-Polizisten gegen die überall gegenwärtige Zwangsprostitution. Eva Horstick-Schmitt begleitete die Ermittler während ihrer Einsätze - und sie fotografierte die Frauen. Diese Frauen stammen fast alle aus den ehemaligen GUS-Staaten. Sie waren arm und gingen fort, weil ihnen eine Stelle in einem Café versprochen wurde. Angekommen, werden ihnen von den Menschenhändlern die Pässe abgenommen. Sie werden teilweise zu zwölft in einem Raum gefangen gehalten. Wenn die Frauen sich wehren, in den als Cafés getarnten Bordellen als Prostituierte zu arbeiten, werden sie mit Zigaretten gebrandmarkt, vergewaltigt oder für etwa 3000 Euro weiterverkauft. Und nicht nur das: Sie haben Angst um ihre Familien zu Hause, die erpresst werden, wenn sie nicht kooperieren. Zwar wird die UN-Polizei bei Razzien immer wieder auf ihre Schicksale aufmerksam, doch die Frauen fürchten um ihr Leben. Die Polizisten nehmen sie mit, versuchen sie in stundenlangen Verhören zu überzeugen, auszusagen. Doch wenn die Ermittler erfolglos sind, schicken sie die Frauen wieder weg und beschatten sie. Menschenhandel lässt sich schwer nachweisen. Im Kosovo teilen sich sieben Familien das Drogen- und Prostitutionsgeschäft. Die Korruption ist groß. Selbst wenn ein Zuhälter gefasst wird, kann es sein, dass er ein paar Wochen später wieder frei ist.

Leser-Kommentare

  1. Schön, die ZEIT entdeckt entrechtete Frauen. Wie wär's mit ein paar Bildern aus Migrantenquartieren in deutschen Städten, von Mädchen in straffen Kopftüchern und Frauen in Schleiern?

    Ja ich weiß, da ist der Mut klein und die damit geschlagenen Wogen wären hoch; so hoch, dass die Bilder sogar in den Galerien in New York nicht lange an den Wänden hingen. Und eine einfache Situationsbeschreibung wie in "Verkaufte Frauenkörper" (Bild 5).....

    "Das Mädchen im Hintergrund wirkt sehr ängstlich. Sie wagt nicht, etwas zu sagen. Und er behauptet: "Sie ist meine Freundin. Wir haben Krach in unserer Beziehung, das geht niemanden etwas an.""

    ......könnte, einen Muslimen und seine Frau, Tochter, Schwester in Kreuzberg zeigend, zu empörtem Rauschen im deutschen Blätterwald führen, bis hin zum Vorwurf, Fremdenhass zu schüren. Aber Kosovo! Das passt dem politischen Mainstream gerade ganz gut, und deshalb stört es auch nicht, dass es die jetzt in der ZEIT veröffentlichten Fotos der Frauenschicksale aus dem Kosovo schon vor dessen von links kritisch kommentierter Unabhängigkeit gab, dazu die bedauernswerten Opfer meist über Serbien eingeschmuggelt werden und letztlich zu einem erheblichen Teil die diversen UN-Entsandten aller Gattungen die Entstehung dieses Menschenhandels bedingten.

    Bei aller Kritik an dieser selektiven Berichterstattung, die nicht die Fotografin zu verantworten hat, mein Dank an Eva Horstick-Schmitt. Deren Arbeit zeugt von fotografischem Können, persönlichem Mut und mitmenschlichem Fühlen.

    Legpatnost

  2. Wie nett das sie Islam und Kopftuch mit Sexismus und Disskriminierung gleich setzten. Mit Platitüden scheint es bei ihnen ja auch nicht weit her zu sein.

    • 04.04.2008 um 22:32 Uhr
    • arteve

    Kosovo ist überall. . . so ist es !
    Das sind Bilder gegen Menschenhandel , die weitweit gelten sollen.
    Menschenhandel hat mit einem globalen Netzwerk zu tun , wo u.a. ganz gewöhnliche und reiche Geschäftsleute mitmischen. Es ist ein Markt der sehr viel Geld einbringt neben Drogen und Waffenhandel.

  3. dass sich in den ehemaligen GUS-Staaten ( also schon ziemlich lange her ) immer noch Frauen und Maedchen finden, die auf die Tricks dieser Schlepper reinfallen. Es sind ja inzwischen wohl Tausende junger Frauen, die seit Jahren in Westeuropa als Sexsklaven arbeiten. Sowas muss sich doch mal in den Herkunftslaendern rumsprechen. So bloed kann wirklich heute bei Internet und anderen Kommunikationsmoeglichkeiten keiner mehr sein. Oder gibt es da eventuell andere Gruende, dass der Nachschub weiter laeuft ? Verdienen die Maedchen eventuell sogar gutes Geld ?

    • 05.04.2008 um 8:17 Uhr
    • arteve

    Diese Frauen haben kein Internet und auch kein Geld. Sie sind jung und arm, haben Vertrauen zu denen, die das tun, denn diese Vermittler erschleichen sich zuerst einmal wochenland das Vertrauen , um dann zuzuschlagen. Glauben Sie allen Ernstes , dass diese Mädchen einen Euro verdienen und wissen was passiert.
    Sie, die das hier schreiben , sind in einer Welt gross geworden , die alles immer zur Verfügung hat, aber erst recht keinen Verstand was?

    Sonst würden Sie diese Sätze unterlassen. Gehen Sie mal in den Schuhen derer , die Sie da anprangern. Dort wo diese Frauen herkommen gibt es nicht mal einen PC.

  4. Sie sollten schon richtig lesen, mein Lieber. Ich habe nicht den Islam als entrechtend bezeichnet, sondern die Haltung derer, welche ihn als theologische Rechtfertigung benutzen, Frauen zu unterdrücken. Es ist ja auch nicht -um kurz auf den Beitrag von Eva Horstick-Schmitt zu verweisen- der Sex an sich ein Verbrechen -noch nicht mal der gegen Geld-, sondern der Zwang und die Gewalt, die für die betroffenen Frauen damit verbunden sind. Dass ich kein Freund eines unreformierten Islam bin steht auf einem anderen Blatt, darüber können wir uns gerne gesondert austauschen.

    Aber zur Antwort auf Ihren Vorwurf.....

    "Wie nett das sie Islam und Kopftuch mit Sexismus und Disskriminierung gleich setzten."

    .....: Wenn der ausschließlich die Frauen betreffende Zwang zum Kopftuch, zur Verschleierung, nicht sexistisch ist, mein Lieber, dann warte ich jetzt mal gespannt auf Ihre Definition von Sexismus.

    Richtig allerdings ist Ihr Urteil über mich....

    "Mit Platitüden scheint es bei ihnen ja auch nicht weit her zu sein."

    ....weshalb ich auch von Ihnen nun eine Antwort erwarte, die etwas mehr ist als nur eine Plattitüde.

    Grüßl

    Legpatnost


  5. "Drei Monate Haft für Ehrenmord
    Ein Jordanier, der seine Schwester erschossen hat, muss nur für drei Monate hinter Gitter. Bei seiner Festnahme hatte der 30 Jahre alte Mechaniker angegeben, er habe die verheiratete Schwester getötet, «weil sie die Familienehre beschmutzt hat.
    Die Zeitung «Jordan Times» berichtete am Freitag, die drei Richter hätten den Bruder nicht wegen Mordes verurteilt, weil die Schwester zuvor eine «gefährliche Tat» begangen habe. Die Mutter von zwei Kindern soll für mehrere Tage «ohne Erlaubnis ihres Ehemannes» das Haus verlassen haben. In dem Urteil heißt es dazu: «Das Opfer verließ das Haus für mehr als zwei Wochen und kümmerte sich weder um die Konventionen noch um das Ansehen ihrer Familie.»" http://www.netzeitung.de/vermischtes/961077.html

    "Diskriminierung und Gewalt gegen Frauen
    Im Parlament waren erste Entwürfe zur Änderung von Gesetzen, die Frauen betrafen, weiterhin anhängig. Sie sahen vor, Frauen das Recht einzuräumen, sich auch ohne Einwilligung ihres Ehemanns scheiden zu lassen, und Tötungen aus Gründen der »Familienehre« unter Strafe zu stellen.
    Nach wie vor wurde Paragraph 98 des Strafgesetzbuchs von Männern zur Verteidigung herangezogen, die wegen der Tötung weiblicher Verwandter vor Gericht standen. Der Paragraph ermöglicht ein geringeres Strafmaß, wenn die Tötung »im Affekt« und aufgrund »ungesetzlicher« oder »gefährlicher« Handlungen des Opfers begangen wurde. So verurteilte im März das Strafgericht einen Mann, der zugab, seine Tochter getötet zu haben, und sich dabei auf den fraglichen Paragraphen 98 berief, zu einer Haftstrafe von nur einem Jahr.
    Nach offiziellen Angaben fielen im Berichtsjahr zwölf Frauen und Männer Tötungen durch Familienangehörige zum Opfer." (Jahresbericht 2007, Amnesty International)


    Sexismus? Irgendeine Verbindung zum Islam, der in Jordanien Staatsreligion ist? Nein?

    Grüßl

    Legpatnost

  6. sind in den ehemaligen sowjet staaten und deren verbündeten ein milliardenschäft.
    der westen wird mit zwangsprostituierten überschwemmt.
    also das ist ein weltweites problem nun sind die politiker der betroffenen staaten gefordert diese moderne sklaverei abzuschaffen.

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