Österreich Sprengt die Archive!Seite 3/3
Ostermayer:
Sozialdemokraten machen überall die schlechteste Kulturpolitik. Nach den Grünen. Die Sozialdemokratie schielt immer nach dem sogenannten kleinen Mann. Wobei "kleiner Mann" für Hausverstand und Massenkultur steht. Schwarze Regierungen lassen in ihrem dämlichen elitistischen Selbstverständnis avancierte Kultur zu. Man sieht das in Österreich: Bundesländer, die bürgerlich regiert werden, haben sensationelle Festivals. Und was haben die Wiener? Blöde Operettenfestspiele.
ZEIT online:
Wer sich für Kultur interessiert, muss also schwarz wählen?
Ostermayer:
Das soll es nicht heißen! Man muss kommunistisch wählen. Und sich mit ein paar Aristokraten der ÖVP verbinden, um einen Kulturbegriff zu pflegen, der sich vom Massenkompatiblen absetzt.
Bei uns in Österreich tritt alles mit ein paar Jahren Verspätung ein. Da ist es in anderen Ländern schon wieder alt. Unser Formatradio kommt vielleicht erst. Aber ich glaube es nicht, weil wir in manchen Dingen so langsam sind, dass die anderen schon ihre Fehler eingestehen, bevor wir sie überhaupt nachmachen. Das ist der Vorteil der Verschlafenen.
ZEIT online:
Als John Peel gestorben ist, wurde allerorts auf seine Qualitäten hingewiesen. Aber das Radio ist dadurch nicht besser geworden.
Ostermayer: Die Leute, die das Radio kaputtmachen, brauchen Figuren wie Peel, um ihre Taten zu legitimieren. Er wird als Ausnahmeerscheinung dargestellt – so alt und immer noch neugierig. Darüber wundern sich diese jungen BWLer, weil sie schon jetzt keine Neugier mehr haben. Außer der Neugier auf die Quote.
Das Gespräch führte
Sebastian Reier.
Geht der deutsche Rundfunk an der Quote zugrunde?
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- Datum 28.03.2008 - 03:02 Uhr
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Schönes Interview, FM4 ist klasse und den Sumpf werde ich mir auf jeden Fall mal anhören.
Eine Frage habe ich allerdings noch: Was ist den am SWR so progressiv? Ich bin in BW aufgewachsen und kann mich nicht erinnern, dass da jemals irgendwie was "Gutes" gelaufen wäre (bis auf Elmar Hörig).
Beste Grüsse
das soll noch mal einer verstehen! es tut mir ja leid, ich kommentiere selten, aber dieses mal konnte ich nicht still halten.im konservativ regierten süden und in ö gibt es progressives radio, im norden deutschland dagegen nicht.und die herren ministerpräsidenten von niedersachsen und schleswig-holstein, sowie der herr bürgermeister aus hh wurden bei dieser gewagten stuss-these völlig übersehen. was für ein journalistenSUMPF. mal davon abgesehen, dass ö ja auch ne sozialdemokratische regierung hat.
also dass der swr progressiv sein soll, davon wüsste ich was. das waren nicht mal sdr und swf vor ihrer fusion. ein dickes lob für fm4, das ich zum glück über kabel hören kann. das öffentlich/rechtliche ist ja trotz gez auf einschaltquote aus. und die bekommt man bekanntlich nicht mit mut zu neuem, sondern mit einheitsbrei, der zunehmend auge und ohr beleidigt.grüße aus münchen
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