Kunst Der BärentöterSeite 2/2

Mit meiner Arbeit wollte ich die Strukturen dieser Veränderung und ihre Vorgehensweise, ihre Zugzwänge und Mechanik, ihre Protagonisten und ihre Macht anschaulich machen.

ZEIT online: Wie sind Sie an die Figuren gekommen? Mussten Sie sie den Städten abkaufen?

Siekmann: Der Erwerb der Figuren war komplizierter als angenommen. Die Städte versuchen über ein Vertragswerk, ihre Figuren und das Image zu schützen bzw. es zu kontrollieren. Daher erwarten manche Agenturen Entwürfe oder ein Profil des Käufers und behalten sich rechtliche Schritte vor, wenn das "Image" beschädigt wird. Das Recht des Käufers, sein Gekauftes auch zu zerstören, haben wir rechtlich über einen Zwischenkäufer ausgehebelt, weil bei einem Weiterverkauf das Vertragswerk nicht bindend sein muss.

ZEIT online: Welche Reaktionen sind Ihnen vonseiten der "Wappentier"-Städte entgegengeschlagen?

Siekmann: Meine Heimatstadt Hamm hat sich offiziell gefreut, dass auch ein Elefant der Hammer Elefantenparade Teil einer künstlerischen Auseinandersetzung zum Thema Kunst im öffentlichen Raum geworden ist. Die Stadt Dortmund ließ hingegen verlauten, die Verschredderung eines ihrer "wunderbaren Dortmunder Tiere" stimme sie traurig. Aus Berlin kam nur der Hinweis, dass man dort grundsätzlich die Freiheit der Kunst befürwortet.

Die Fragen stellte Carolin Ströbele

Welche großen Städte in Deutschland die bunten Skulpturen aufgestellt haben, sehen Sie im Überblick auf der aktuellen Deutschlandkarte

 
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