BayernLB Rettet Huber
Die BayernLB legt desaströse Zahlen vor. Der Finanzminister des Freistaats könnte darüber stürzen. Besser wäre, er sorgte schnell für eine erste Konsolidierung im Landesbanken-Chaos. Ein Kommentar
Ein „Schmarrn“ sei es, dem bayerischen Finanzminister Erwin Huber vorzuwerfen, der sei für die Probleme der BayernLB verantwortlich, sagt der Ministerpräsident des Freistaats, Günther Beckstein. Das stimmt, auch wenn Beckstein dies sicher nicht aus lauter Freundschaft sagte, sondern weil der oberste Bayer weiß, dass auch er nicht mehr sicher ist, wenn Huber fallen sollte.
Sicher: Die heute veröffentlichten Zahlen sind ein Desaster. Belastungen in Höhe von 4,3 Milliarden Euro muss das Institut einräumen. Die Kommunikationspolitik des Instituts war in den vergangenen Wochen gelinde gesagt suboptimal.
Doch Huber war noch nicht im Amt, als die BayernLB Milliarden ausgegeben hat, um sich am Markt für verbriefte amerikanische Immobilienkredite einzudecken. Wenn überhaupt, dann trifft die Verantwortung für den Schlamassel Hubers Vorgänger, Kurt Faltlhauser. (Genau wie übrigens die KfW-Tochter IKB nicht während der Regentschaft der SPD-Politikerin Ingrid Matthäus-Maier, sondern der ihres CDU-nahen Vorgängers Hans Reich in den USA auf Einkaufstour gegangen ist).
Was die neuesten Wertberichtigungen im ersten Quartal betrifft: Sie haben nur noch wenig mit den riskanten Immobilieninvestments zu tun, sondern sie sind eine Folge der allgemeinen Marktschwäche. Die trifft alle Finanzhäuser. Auch die Deutsche Bank hat es bekanntlich kräftig erwischt.
Aber was ist von den Vorwürfen zu halten, der Plan, die Problempapiere an eine Zweckgesellschaft auszulagern, für die die Eigentümer – also Staat und Sparkassen – bürgen, sei ungeheuerlich, weil er die Steuerzahler belaste?
- Datum 03.04.2008 - 04:25 Uhr
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- Quelle ZEIT online
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...das 4,3 Milliarden ca. 54€ pro Bundesbürges sind. Wenn man nun noch bedenkt das eine derartige Krise nur alle Paar Jahre vorkommt dann verschwendet man mehr Geld mit Fehlkäufen im eigenen Alltag.Und über dicke Gewinne beschwert man sich ja schließlich auch nicht. Es nennt sich ja nicht umsonst Risikomarkt.Oder mal anders gesagt: Wenn man über die Jahre seit der letzten Krise (Zehn)Tausende an Gewinn gemacht hat, oder zumindest Hundert an Zinsen, dann darf man sich nicht beschweren wenn man auch mal was Zahlen muss. Was glaubt der Durchschnittsbürger eigentlich womit die Banken die Zinsen zahlen? Das ist ja kein Wohlfahrtsverein.
Nichts das Einer glaubt ich töne hier groß aus der sicheren Ecke. Meine Papiere stehen momentan 30% in der Miese. Ich sehe aber keinen Grund mich aufzuregen. Man kann nicht immer nur nehmen.
wieviel wurde denn in den letzten Jahren an den Steuerzahler weitergereicht? Die bisherigen(!) Verluste, die letztlich der Steuerzahler ausgleichen muss, kenne ich ja inzwischen.
Wenn man schon davon spricht, dass die BayernLB dem Staat früher Gewinnegebracht hatte, sollte man aber auch eines bedenken: Wo kommen die Gewinne her? Die BayernLB gehört ja zur Hälfte dem Freistaat Bayern und zur anderen Hälfte dem bayrischen Sparkassen-Verband.Mit den jetzigen Wertberichtigungen von 4,3 MRD € wurden Gewinne der letzten fünf Jahre zunichte gemacht(4,4 MRD €). Der größte Teil des Betriebsergebnissesstammte aber schon immer aus Zinseinnahmen. Mit den zu kritisierendenGeschäftssparten hätte die BayernLB nie Gewinne gemacht, wenn man die letztenJahre betrachtet. Genau hier liegt auch der Fehler: Die Bank ist einfach zu klein, um international beihochprofitablen aber gleichzeitig risikobehafteten Geschäften mitzuwirken! In denUSA, woher die Verluste der Bank stammen, hat man keinerlei ausreichendeVertretungen, die ein solches Engagement kontrollieren könnten und damitrechtfertigten. Die US-Banken wollten diese Kredite nicht umsonst loshaben...
Wenn man schon davon spricht, dass die BayernLB dem Staat früher Gewinne gebracht hatte, sollte man aber auch eines bedenken: Wo kommen die Gewinne her? Die BayernLB gehört ja zur Hälfte dem Freistaat Bayern und zur anderen Hälfte dem bayrischen Sparkassen-Verband.Mit den jetzigen Wertberichtigungen von 4,3 MRD € wurden Gewinne der letzten fünf Jahre zunichte gemacht(4,4 MRD €). Der größte Teil des Betriebsergebnisses stammte aber schon immer aus Zinseinnahmen. Mit den zu kritisierenden Geschäftssparten hätte die BayernLB nie Gewinne gemacht, wenn man die letzten Jahre betrachtet. Genau hier liegt auch der Fehler: Die Bank ist einfach zu klein, um international bei hochprofitablen aber gleichzeitig risikobehafteten Geschäften mitzuwirken! In den USA, woher die Verluste der Bank stammen, hat man keinerlei ausreichende Vertretungen, die ein solches Engagement kontrollieren könnten und damit rechtfertigten. Die US-Banken wollten diese Kredite nicht umsonst loshaben...
"Die Bank ist einfach zu klein, um international bei hochprofitablen aber gleichzeitig risikobehafteten Geschäften mitzuwirken!"Ich weiss nicht ganz was sie meinen. Für jedes risikobehaftete Geschäft gibt es eine ausgleichende Gegenposition. Wenn man die nicht einrichtet ist das natürlich schlecht. Das Risiko eines Verlusts steigt aber nicht proprotional zum Risiko eines Geschäfts.Beispiel: Der Sprung aus einem Flugzeug ist Tödlich. 100% Verlust. Mit Fallschrim hingegen ist er nur Gefährlich. Gefahr eines 100% Verlust liegen dann unter 0.1% - Was für die Chance eines Zugewinns 99.9% bedeutet.Fazit: Das die Banken hier Misst gebaut haben liegt nicht am Risiko der Geschäfte, sondern am Umgang mit dem Risiko.
muss man das Risiko richtig einschaetzen. Die Risiken wurden von "Standard & Poor und 'Moody's, den fuehrenden rating agencies fuer gering befunden. Entsprechende Gegenpositionen waren deshalb nicht vorhanden, und das nicht nur in Deutschland sondern weltweit.
Genau das sage ich ja. Hier wurde das Risiko falsch eingeschätzt. Das ändert aber nichts daran das man mit dem Risiko auch richtig hätte umgehen können. Mit Schulden wird in allen Sparten Geld gemacht seit es Geld gibt. Es gibt auch Firmen die Kaufen unbezahlte Handyrechnungen und treiben dann das Geld ein. Aufgabe der Bank ist es das Risiko richtig einzuschätzen und damit entsprechend umzugehen. Aber das Risiko alleine macht das Geschäft nicht schlecht. Wenn dem so wäre dann dürfte es in Zukunft keine Feuerwehrmänner, Polizisten oder Extremsportler geben.
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