Biosprit Gelbe Engel schützen den Regenwald
Die Pläne der Bundesregierung, dem Benzin 10 Prozent Biokraftstoff beizumischen, sind gestoppt. Allerdings haben nicht die Umweltverbände dem Wahnsinn ein Ende gesetzt - sondern der Lobby-Verband der Autofahrer.
Biosprit, das klingt gut, das ist Öko. Genau richtig für einen SPD-Umweltminister, der den Grünen Konkurrenz machen will. Dabei ist Biosprit ein Wort, das einem echten Umweltschützer nicht über die Lippen kommen würde. Verzweifelt versuchen die Umweltverbände schon seit Langem, einen anderen Begriff für diesen vermeintlich guten Rohstoff durchzusetzen: Agrarsprit. Denn nichts anderes ist es.
Dem Biotreibstoff-Boom haben wir die absolut umweltunfreundlichen Raps-Monokulturen in Mecklenburg-Vorpommern zu verdanken. In den Tropen werden gigantische Flächen an Regenwald vernichtet, um Ölpalmen anzubauen, aus denen der Sprit gewonnen wird.
Um dies zu verhindern, hat der Bundesumweltminister Ende 2007 ein Nachhaltigkeitszertifikat eingeführt, mit dem sichergestellt werden soll, dass nur solcher Sprit in deutsche Tanksäulen gelangt, der nachhaltig angebaut wurde. Doch wie soll in Ländern wie beispielsweise Indonesien überprüft werden, wie diese Zertifikate vergeben werden?
Schon lange versuchen die Umweltverbände, den Bundesumweltminister davon zu überzeugen, dass die EU-Vorgabe, dem Benzin bis 2010 zehn Prozent Biosprit beizumischen, ein Wahnsinn ist. Nicht nur weil durch den Anbau der Rohstoffpflanzen wichtiger Lebensraum zerstört wird, sondern auch weil er fast genauso klimaschädlich ist wie Benzin aus Erdöl. Denn die Klimabilanzen, die Gabriel zur Begründung heranzieht, seien geschönt.
Die Rechnung des Umweltministers sieht so aus: Um zu wachsen, nehmen die Pflanzen Kohlendioxid aus der Luft auf, das beim Verbrennen wieder freigesetzt wird. Eine Null-Summe also, ergo ein klimaneutraler Treibstoff. Nicht berücksichtigt wird in dieser Rechnung jedoch, dass die Pflanzen nicht nur von Luft und Wasser wachsen. Sie müssen gedüngt werden. Während der Herstellung dieses Düngers entsteht wiederum Kohlendioxid. Außerdem bauen Bakterien im Boden den überschüssigen Dünger auf den Feldern ab; es entsteht Lachgas, ein Treibhausgas, das um ein Vielfaches schlimmer ist als Kohlendioxid.
All diese Argumente sind am Klimaretter Gabriel abgeprallt. Was sicherlich verschiedene Gründe hat. Einer davon dürfte sein, dass die Automobilindustrie mit der Biosprit-Beimischung gar nicht so unzufrieden war. Denn nach EU-Vorgaben müssen sie dafür sorgen, dass ihre Autos zukünftig weit weniger Kohlendioxid ausstoßen als bisher. Einen Teil dieser Einsparungen wollten sie über ebenjenen Biosprit erreichen.
Doch nun macht ausgerechnet der Lobby-Verband der Autofahrer dem Umweltminister und den Automobilherstellern einen Strich durch die Rechnung und stellt sich an die Seite der Öko-Fraktion. Etwa drei Millionen Autos in Deutschland vertragen den Bio-Sprit nicht, verkündet der ADAC. Die Fahrer dieser Autos müssten dann auf das teurere Super-Plus-Benzin umsteigen. Das ist ein Argument, mit dem der Umweltminister die Verordnung kippt. Schade nur, dass sämtliche Argumente der Natur- und Umweltschützer vorher nicht gefruchtet haben.
Postskriptum: Die EU hatte 10 Prozent Zwangs-Beimischung verordnet. Der Musterschüler Gabriel hatte aber noch ein ganz anderes Ziel vorgegeben: Wenn es nach ihm gegangen wäre, würden in Deutschland 2020 schon 20 Prozent Biokraftstoff im Benzin sein. Dieses Ziel ist jetzt in ganz weite Ferne gerückt. Gut so.
- Datum 03.04.2008 - 14:29 Uhr
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Die Verantwortung zum massenhaften Verbrauch von Biotreibstoffen trifft nicht nur Gabriel und das Umweltministerium, sondern große Teile der Umweltbewegung insgesamt, die meinte, damit ein CO2-Neutrales Mittel zur Verfügung zu haben, um Benzin zumindest teilweise zu ersetzen.Der wesentlich bedeutender Grund, Bio-Treibstoff nicht im großen Masse herzustellen und zu benutzen, ist aber die Entwicklung auf den Welt-Rohstoffmärkten und ihre Auswirkung auf die arme Bevölkerung dieser Erde..Durch die Nachfrage nach Biogetreiderohstoffen erscheint während weniger Jahre ein potenter Nachfrager auf den Weltmärkten, der aufgrund seiner Kaufkraft andere bisherige Teilnehmer, besonders aus den ärmeren Ländern, kaum eine Chance lässt, ihre essentiellen Nahrungsbedürfnissen ausreichend zu befriedigen. So haben sich auch deshalb die Preise für Reis in den letzten sechs Jahren vervierfacht.Die überzogenen Ziele Gabriels zeigen, wie betriebsblind man sein kann, wenn man ein besonderes Öko-Vorbild sein will. Aber es ist zu vermuten, dass Gabriel trotz dieser Bedenken bei seinem Bio-Ethanol-Ziel geblieben wäre, hätte er nicht angenommen, dass die drei Millionen Autofahrer, zu einem großen Teil wohl auch SPD-Wähler sind. Und da hört dann doch die Ökologie in Reinkultur auf.Vielleicht hilft ja ein anderes Phänomen, das möglicherweise Abhilfe schafft, aber von Gabriel und seinen Mitstreitern und Klimaberatern gemieden wird.Astro-Physiker halten relativ wenig von der Theorie, dass CO2 allein verantwortlich sei für die Änderung globaler Temperaturen.Nach deren Ansicht ist die Sonne die treibende Kraft für globale Temperaturänderungen. Die Klimamodellierer haben die Sonne jedoch ganz verbannt aus ihren Berechnungen. Für das IPCC ist CO2 die fast alleinige Einflussgröße auf das Klima. Laut Satzung ist es zudem die Aufgabe des IPCC, den menschlichen Einfluss von CO2 auf das Klima nachzuweisen.Für die Astro-Physiker ergeben sich ganz andere Perspektiven, was die Entwicklung der globalen Temperaturen angeht. Da wird es aufgrund veränderter Sonnenfleckenzyklen in nicht allzu ferner Zeit zu einer globalen Abkühlung kommen.http://www.warwickhughes.com/agri/Solar_Arch_NY_Mar2_08.pdfAber das ist eine Materie, die von den Main-Stream-Klimatologen gemieden wird wie der Teufel das Weihwasser. Und viele Politiker, sicherlich auch Gabriel, glauben fest an die Alleinverantwortung von CO2 auf Klimatemperaturen.Auf die Sonne aber hat man keinen Einfluss, ein wirkliches Handicap aus der Sicht tatendurstiger Politiker.
Zu den erörterten Folgen des Biosprit-Einsatzes kommen verheerende soziale Probleme: So hat sich z.B. in Mexiko der Preis für das Grundnahrungsmittel Mais von 100 $ auf inzwischen 250$ pro Tonne erhöht.Nachdem die USA durch Mais-Exportsubventionen die mexikanische Maiserzeugung ruiniert haben und nun den Preis durch massenhaften Mais-Einsatz in der Biospritherstellung in die Höhe getrieben haben, kann sich die Bevölkerung kaum noch ihr Grundnahrungsmittel "Tortilla" erlauben. Das kommt u.a. dabei heraus, wenn "Gutmenschen" hastige Klimapolitik betreiben.
Es ist selbstverständlich sinnvoll, mit aller Kraft sinnvolle Alternativenergie zu suchen und einzusetzen. Leider ist ein großer Teil dessen, was zur Zeit passiert, hektische Effekthascherei, Geschäftemacherei oder ideologischer Nonsens. Sozusagen die Widerrede auf die lange Zeit geltende Ideologie des Wachstums ohne Rücksicht auf Verluste, leider mit genauso schlimmen Rückwirkungen auf Umwelt und Menschen!Der Ansatz mit dem Agrosprit wird beispielsweise Hunderttausende Menschen in den Hungertod treiben. Nachhaltigkeitszertifikate sind letztlich bürokratischer Schwachsinn, der locker unterlaufen wird. Außerdem entstehen unter Umständen bis zu 70% mehr Treibhausgasemissionen als bei Erdöleinsatz. So etwas "Biosprit" zu taufen ist geradezu eine Frechheit! Aber das ficht ja echte Aktivisten nicht an. Ähnliche Verhältnisse gelten für Palmöleinsatz: Regenwald wird vernichtet, Menschen in großer Zahl von ihrem angestammten Land vertrieben, die Klimagasbilanz ist negativ, das Ganze wird aber als "grüne" Großtat und umweltschonende Energieform verkauft.Mehr unter die Kategorie Geschäftemacherei fällt der Photovoltaikboom in Deutschland. Auch hier wird eine für diese Breitengrade völlig ungeeignete Technik in großem Volumen durch Subventionen gepuscht - eine echte Bilanz fällt katastrophal aus!Sinnvoll erscheinen in größerem Rahmen wohl Windenergieeinsatz und Biogasgewinnung aus vollständigen Pflanzen und Pflanzenabfällen oder Dung. Daneben natürlich Erdwärme, vernünftige Strom-Wärmekopplung evt. mäßige Dezentralisierung und viel Wärmedämmung. Das Ganze lässt sich nicht über Nacht verwirklichen und ersetzt garantiert weder Kernkraft noch Kohleeinsatz, es sei denn, dieses Land verabschiedet sich vollständig und sofort von seiner Lebensweise, was freiwillig sicher nicht zu erwarten ist und ansonsten Aufstände mit deutlich mehr CO2-Ausstoß zur Folge hätte!
Das sind die Autoschlangen, die sich in Rush Hour und Ferienbeginn durch die Landschaften schleppen. Und alle Länder wollen den USA und Europa das nachmachen! Hätten wir rechtzeitig die öffentlichen Verkehrsmittel zum Hauptfaktor der Bewegung gemacht, dann würde das als Beispiel dienen. Seit 40 Jahren haben vorausschauende Menschen vor dieser Entwicklung gewarnt. Es muss wohl erst hart auf hart gehen, damit wir von unserem Lieblingsspielzeug, dem Privatauto, Abschied nehmen. Ich denke noch an diese beeindruckenden Fotos: Vollgeparkter Speersort (Platz in Hamburg) -- fast leerer Platz mit drei Bussen drauf, die dieselbe Zahl Personen transportieren kann.Stattdessen: Streckenstilllegungen! Prestigeprojekte! Ausverkauf!
Wenn die geplante höhere
Beimischung von Bioethanol (E10) nicht kommt, geschieht dies in erster Linie
aus Rücksicht auf die Autofahrer, also praktisch die gesamte deutsche
Wählerschaft. Deutschland ist und bleibt
eben das Land des Dienstwagenprivilegs, des fehlenden Tempolimits und der
schweren Karossen. Ein Aufschub bei E10 wäre ein Sieg der Halter älterer Autos
– ein Sieg für die Umwelt ist der Verzicht auf Biosprit indes nicht. Das System Auto ist sehr
resistent gegenüber wirklichen Innovationen. Trotz der Fortschritte bei
Elektro-/Hybrid- und Wasserstoffantrieb sind die Verheißungen der Konzerne
bislang kaum auf den Straßen zu sehen. Flüssige Kraftstoffe werden mindestens auch
die kommenden zwei Jahrzehnte bei weitem dominieren. Wenn wir in jedem Lebens-
und Wirtschaftsbereich etwas gegen den Klimawandel tun wollen, dürfen wir
keinen Sektor aussparen. Der Straßenverkehr aber steht für ein Fünftel aller
Treibhausgasemissionen, Tendenz steigend. Unterdessen fällt es
schwer, die vielen kontrastierenden Aussagen bezüglich der Klimabilanz von
Biosprit zu überblicken. Ethanol aus Zuckerrohr, Mais und Co, das vormalige
Waldflächen verdrängt, ist sicher keine Option. Lediglich den
Mineralölkonzernen passte E10 ins Konzept, weil so die Quoten zwar
umweltschädlich, aber billig zu erfüllen gewesen wären. Dabei liegen die
Alternativen nah: Biodiesel aus heimischem Raps spart 40% CO2, der Rohstoff
wird in Europa nach guter fachlicher Praxis angebaut (sog. cross compliance),
Schutzgebiete sind Tabu und es gibt genügend Restflächen, so dass
Nahrungsmittelversorgung oder Ausweitung des ökologischen Landbaus nicht
gefährdet werden. In Deutschland beigemischter Biodiesel stammt zu 80% aus
europäischem Raps und vom kleinen Rest kommt der Großteil aus kontrolliert
nachhaltig angebautem brasilianischem Soja (bestätigt Greenpeace). Letztlich ist klar: Im teuren,
klimaschädlichen Öl liegt keine Zukunft. Neben alternativen Antrieben und
effizienteren Fahrzeugen sind wir auf postfossile Alternativen, auch als
Übergangslösung, angewiesen.
Vom UmweltBusines profitieren die üblchen Verdächtigen:==> Handwerk darf neue Heizkessel einbauen, Fenster, Dämmungen usw., alles per Gesetz,==> bestimmte InteressenKreise aus der Industrie genauso,==> Bürokraten/Politiker oben schwimmen mit. Jeder kennt selbst genug Beispiele dafür, wo er überall im Namen der Umwelt _Geld_abliefern_ soll.Dass die UmweltForscher kein Interesse daran haben, dass _keine_ Umweltkatastrophe bevorsteht, ist klar: Weil sie dann einen neuen Job brauchen. Oft ist deren Ausbildung "lari-fari", und ein hoher Prozentsatz würde nicht einmal mehr als Akademiker gelten, trotz Doktortitel, der in diesem Bereich schon länger in inflationärer Zahl vergeben wird.Im grossen und ganzen scheint der ganze UmweltHype zu einer Vielzahl von Zwecken passend gekommen und missbraucht worden zu sein. Nicht zuletzt: Die missliebigen Alternativen (68er usw.) auf diese Weise unbeliebt machen und dabei auch noch Geld verdienen.
Gestoppt! Gott sei Dank! Wem sonst! Gestoppt! Gott sei Dank! Wem sonst! Gestoppt! Gott sei Dank! Wem sonst! (gekürzt. Ich denke, Ihr Punkt wurde klar. Die Redaktion/jk)
Die 1998 Gasprom-Gerd zur Macht verholfen haben, damals auf einer Einführung von Tempo 100 bestanden hätten, hätte man sich die Milliarden Subventionen für Wind & Sonne sparen können.
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