Nachruf Charlton Heston gestorben

Die Kinolegende starb am Samstag im Alter von 84 Jahren in Beverly Hills. Berühmt wurde Heston durch Rollen in Monumentalfilmen wie "Ben Hur"

Als Leinwand-Hüne mit kantigem Gesicht, der mehr herausragende Menschen verkörperte als jeder andere, machte Charlton Heston Filmgeschichte. Er trat auch als kämpferischer Waffenlobbyist in Aktion, der sich für das Recht jedes Amerikaners auf Waffenbesitz einsetzte. Am Ende war es die Alzheimer-Krankheit, die den Leinwandhelden und Amerikas Vorzeige-Patrioten in die Knie zwang. Heston starb am Samstag im Alter von 84 Jahren in seinem Haus in Beverly Hills. Das berichtete die Los Angeles Times unter Berufung auf Familienangehörige. Ehefrau Lydia war an seiner Seite. "Die Welt sah ihn als überlebensgroße Figur", hieß es in einer Mitteilung der Familie. "Niemand könnte sich ein erfüllteres Leben wünschen als seines. Kein Mann hätte seiner Familie, seinem Beruf und seinem Land mehr geben können."

Heston hatte als Muskel-strotzender Galeeren-Häftling und Wagenrennensieger Ben Hur (1959) einen Oscar gewonnen. Zwei Jahre zuvor glänzte er in dem Filmepos Die Zehn Gebote als Moses. Zu seinen großen Rollen gehört El Cid (1961) in dem Ritterspektakel von Anthony Mann und sein Auftritt als mexikanischer Detektiv in Orson Welles Klassiker Im Zeichen des Bösen (1957). Er spielte Michelangelo und mehrere Staatschefs. Drei Präsidenten, drei Heilige, zwei Genies , resümierte Heston einst augenzwinkernd, "das sollte für einen Mann genug sein".

Anzeige

Auf der Bühne stand Heston schon während der Schulzeit in seiner Geburtsstadt Evanston (US-Staat Illinois). Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, in dem er unter anderem bei der US-Luftwaffe auf den Aleuten diente, versuchte er zusammen mit seiner Frau, der Schauspielerin Lydia Marie Clarke, sein Glück in New York. Nach zwei Jahren gelang ihm ein erfolgreiches Debüt am Broadway in Shakespeares Antonius und Cleopatra .

Den Durchbruch zum Kinostar schaffte er 1950 mit der Hauptrolle in dem Thriller Stadt im Dunkeln . Bevor Hollywood den Hünen mit dem trotzig-kantigen Kinn als Heldendarsteller für Monumentalfilme engagierte, mimte er in Die größte Schau der Welt einen Zirkusdirektor. Auch in einer Reihe von Katastrophen- und Actionfilmen bewährte sich Heston, zu dessen unvergesslichen Rollen die eines Astronauten in dem Science-Fiction-Klassiker Planet der Affen (1968) gehört.

Goldfieber (1982) zeigte ihn in einer Doppelrolle als verwilderter Schürfer und dessen mörderischen Bruder. Bei diesem Film führte Heston auch die Regie. In seiner langen Hollywoodlaufbahn drehte er mehr als 100 Kino- und Fernsehfilme. Unter der Regie seines Sohnes Fraser C. Heston entstanden 1990 und 1996 zwei Filme, in denen der Vater nochmals zu größeren Rollen kam. In dem Remake Die Schatzinsel mimte Heston den Piratenführer Long John Silver, in dem Abenteuer Alaska trat er als fieser Wilderer in der arktischen Wildnis auf. Seinen letzten Auftritt vor der Filmkamera hatte er 2001 in Brasilien in der Rolle des KZ-Arztes Josef Mengele in dem Streifen Rua Alguem 5555 , basierend auf einem Buch des deutschen Schriftstellers Peter Schneider.

In den neunziger Jahren geriet Heston als Fürsprecher der amerikanischen Waffenlobby ins Rampenlicht. Von 1998 bis 2003 war er Vorsitzender der National Rifle Association (NRA), der vier Millionen Mitglieder starken Organisation der US-Waffenbesitzer. Sein Einsatz für die Waffenlobby trug ihm bei Amerikas Linken die harsche Kritik ein, er sei mitverantwortlich für Massaker an Schulen. Auch Michael Moore rückte Heston mit seinem Oscar-gekrönten Dokumentarfilm Bowling for Columbine in diese Ecke.

Leser-Kommentare
    • iDog
    • 07.04.2008 um 11:00 Uhr

    wuerde ich sagen - hoffentlich stirbt die usamerikanische national rifel accosiation , der er lange vorstrand, gleich mit.

  1. 2. @iDog

    Bürgerrechte sind für dich offenbar genauso wichtig wie Rechtschreibung ...

  2. Der gute alte Charlton.Unvergessen bleibt sein Interview in" Bowling for Columbine ".Er hätte sich sicher einen anderen Todgewünscht:Mit der Winchester in der Hand bei einem Nachbarschaftsstreit....

    • iDog
    • 07.04.2008 um 15:45 Uhr

    das tragen einer waffe ein buergerrecht ?? oder was wollen sie uns hier anbieten ?erklaeren sie bittel ihre haltung :

  3. 5. @iDog

    Charlton Heston hat sein Leben lang das Ideal verteidigt, dass die Freiheit des Menschen höchstes Gut ist.Ich glaube nicht, dass ich jemandem, der den Tod dieses Menschen als "kein grosser verlust" bewertet, in irgendeiner Form Rechenschaft schuldig bin.Zum Thema 2nd Amendment übrigens mal ganz lesenswerthttp://usaerklaert.wordpr...

    • iDog
    • 07.04.2008 um 18:14 Uhr

    recht billige und selbstgerechte art wie sie sich hier um eine stellungnahme herumdruecken -  - ich  weise sie darauf hin, dass angeblich alle menschen fuer die freiheit des menschen eintreten - aber wer von den maechtigen haelt sich schon daran ? in der rolle mister hestons als vorsitzendem der NRA ist diese missachtung der menschenrechte zwar nicht direkt zu erkennen, aber eine politische haltung der gewaltlosigkeit ist mir von seiner seite nicht bekannt. seine eintreten fuer das unbeschraenkte recht des privaten waffenbesitzes macht ihn zu einem mann der waffenindustrie, die in aller konsquenz zu verurteilen ist. die freiheit kann nicht mit waffen verteidigt werden sondern nur mit intelligenz, vernunft, toleranz und einsicht in die menschliche wuerde. all dieses kann nicht aus bekannten aeusserungen mr. hestons abgeleitet werden - sorry - kann ich auch nix fuer - hat er sich sozusagen selber zuzuschreiben.aus ihm ist kein held geworden sondern ein buettel der waffenlobby.

  4. 7. @iDog

    Ich drücke mich nicht: für mich ist legaler Waffenbesitz mit den damit verbundenen Pflichten und der entsprechenden Verantwortung ein schützenswertes Gut und Teil der persönlichen Freiheit und Selbstverwirklichung. Dass die NRA dies verteidigt finde ich gut. Natürlich können Sie von Heston und der NRA halten was Sie wollen. Ist Ihr gutes Recht und ich akzeptiere das.Zum Thema Frieden und Freiheit allgemein:Leider treten eben nicht alle Menschen für die Freiheit der Anderen ein. Das wäre ja zu einfach :-) ! Es auf "die Mächtigen" zu schieben bringt uns da auch nicht wirklich weiter. Intelligenz, Vernunft, Toleranz und Einsicht in die menschliche Würde sind für mich ebenfalls die höchsten Güter. Das Problem auf dieser Welt ist aber leider(!), dass die Freiheit zu oft mit Waffen verteidigt werden muss. Denn gerade die Gegner der Freiheit halten von den von Ihnen genannten Werten ziemlich wenig. Ich bin absoluter Kriegsgegner und würde liebend gerne in einer Welt leben, die von Toleranz und Frieden geprägt ist. Die täglichen Nachrichten bestätigen uns aber leider das Gegenteil.

    • iDog
    • 07.04.2008 um 22:25 Uhr

    pazifismuss mit der waffe in der hand verstehe ich nicht - tut mitr leid.hier ein paar fragen zum besseren verstaendmniss ihres kommentars:wer sind ihrer meinung nach die "gegner der freiheit"?wer verteidigt welche freiheit mit waffen?welche freiheit meinen sie persoenlich, die sie zur not mit waffen verteidigen wuerden ?halten sie als Kriegsgegener nicht auch abruestung fuer das zu erstrebende ziel - also einvernehmliche einigung aller auf waffenlosigkeit ?welche selbstverwirklichung betreibt man mit waffenbesitz ?wie werden die sachverhalte die zu taeglichen nachrichten ueber gewalt und krieg fuehren ihrer meinung nach ausgeloest ? koennte es richtig sein , dass mit waffengewalt einizig das recht ( die vermeintliche freiheit) waffengewalt anzuwenden verteidigt wird ?gauben sie , dass wie in " Bowling for Columbine " behauptet wird, da wo viel waffen existieren auch viel waffen benutzt werden ?wuerden sie um grosser persoenlicher finanzieller vorteile willen den tot anderer hinnehmen ohne sich schuldig zu fuehlen ?wuerden sie diese schuld verbergen wollen, verdraengen oder sich sogar mit waffen gegen eine berechtigte beschuldigung wehren.wuerden sie mich mit waffen angreiffen wenn ich ihnen ihre schuld beweise, die zu einer gesellschaftlichen verurteilung fuehren wuerde ?was halten sie von der aussage: wir alle haben die atombombe im kopf ?

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service