Internationaler Währungsfonds Weg mit dem Gold

Der IWF will 400 Tonnen Gold verkaufen. Gut so - nur müsste er auch wissen, was er mit dem Erlös anstellt. Ein Vorschlag

Na endlich. Der Internationale Währungsfonds (IWF) will einen Teil seiner Goldreserven verkaufen. Diese Entscheidung ist längst überfällig, und sie können ein Signal setzen für Zentralbanken, die wie die Deutsche Bundesbank noch Goldschätze in ihren Tresoren hüten.

Es gibt nicht viel, was für Gold als Anlage spricht. Das Edelmetall wirft keine Zinsen ab und die Preise schwanken stark. Seit Währungen nicht mehr an Gold gekoppelt sind, ist dieses auch zur Verteidigung des Wechselkurses nur noch begrenzt nötig.

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Es ist also Verschwendung, wenn Zentralbanken und Internationale Finanzinstitutionen immer noch dem Golde verfallen sind. Und es ist keineswegs ihre Privatsache, denn die mehr als 3000 Tonnen Gold, die die Bundesbank hält, sind Teil des Volksvermögens. Die Bürger haben ein Recht darauf, dass es anständig verwaltet und vermehrt wird.

Das kann nur eines bedeuten: Das Edelmetall muss verkauft werden, und zwar solange die Preise noch hoch sind. Der IWF könnte für den Verkauf der geplanten 400 Tonnen mehr als zehn Milliarden Dollar einnehmen. Das sind keine Peanuts.

Es muss allerdings auch sichergestellt werden, dass die Erlöse sinnvoll ausgegeben werden. Im Fall der Bundesbank kann das nur heißen: Das Parlament muss darüber entscheiden, was mit den Mitteln geschieht. Denn das Budgetrecht der Volksvertreter ist eine der zentralen Säulen der Demokratie. Sicher wäre es sinnvoll, die Erlöse in einen Fonds einzubringen, so dass künftige Generationen etwas davon haben. Aber entscheiden müssen diese Frage die Politiker und nicht die Notenbanker.

Leser-Kommentare
  1. Die gleiche, falsche Forderung nach Verkauf des Goldes wurde seitens der Zeit bereits 2005 erhoben. Wo stand denn damals der Goldpreis??Das Wort Geld ist übrigens von Gold abgeleitet. Beide haben ursprünglich die Funktion der Wertaufbewahrungsfunktion und des Zahlungsmittels. Gold ist die Ultima Ratio bei Währungskrisen, wie wir sie in der derzeitigen Krise durchaus bekommen könnten. Es wäre gut, wenn dann eine Reserve da wäre, um handlungsfähig zu bleiben.Gold wirft zwar keine Zinsen ab, aber es bleibt wertbeständig und ist bis jetzt in jeder Krise als Zahlungsmittel akzeptiert worden und dies wird auch so bleiben. Nicht umsonst haben undemokratische und zum Teil auch demokratische Staaten den Privatbesitz von Gold verboten (z.B. USA nach Zusammenbruch des Gold Pools). Denn Gold steht in gewisem Sinne den "Papierwährungen" im Wege und unterminiert damit den Herrschaftsanspruch die eigene Währung nach Belieben manipulieren zu können!In einer Krise, wie wir sie derzeit erleben, den Tausch von hartem Gold gegen weiche Papierwährungen von öffentlichen Institutinen zu verlangen ist angesichts der langen Historie von Gold und Papierwährungen ignorant. Und es behaupte bitte niemand heute sei doch alles ganz anders...

    • vmp
    • 08.04.2008 um 16:23 Uhr

    Erst mal in Papiergeld getauscht werden gleich Löcher gestopft und es ist weg. "Ist der "Hunderter" erst mal angebrochen, ist er auch gleich ganz ausgegeben." Hinterher kommt das Geschrei, wieso, weshalb, warum....und die Löcher sind trotzdem noch da, aber das Wertbeständigste überhaupt ist futsch.
    VMP

  2. Es gibt nicht viel, was für Gold spricht? In den letzten 10 Jahren hat sich der Kurs verdreifacht. Wenn das keine gute Rendite ist, was dann?_______________________
    Ehrlich lügt am besten.

  3. meinen Goldzahn jetzt noch behalten oder auch verkaufen?.Spass beiseite, wer verkauft jetzt wem das Gold, oder wer kauft wem das Gold ab? Ich plädiere dafür, die Börsen und Banken in "Spielkasino" umzubenennnen und riesige Monopoly-Tische aufzustellen - dort können dann die Banken- und Börsenzocker versorgt mit HarzIV ihrer Spielsucht frönen und sich gegenseitig Geschichten aus Münchhausen erzählen.

    • keox
    • 08.04.2008 um 18:25 Uhr
    5. Dreist

    Wie richtig bemerkt, stellen die Goldvorräte Volksvermögen dar. Wie zum Teufel kommt man dann auf dieses schmale Brett, dieses Volksvermögen als Sicherung für Börsenzocker herauszugeben?War nicht vor kurzem noch von zumindest strengeren Auflagen für Finanzgeschäfte die Rede?

    • Hugo_P
    • 08.04.2008 um 18:39 Uhr

    ...ist die Rede davon, daß der IWF von den Zinsen "lebt", die von den Kreditnehmern bezahlt werden. Wenn also dieses Spiel nicht mehr funktioniert, ist diese Institution überflüssig, so einfach isses manchmal.Kann sich eigentlich noch wer dran erinnern, daß an die Kreditvergabe vom IWF extrem "neoliberale" Bedingungen geknüpft waren?Da kann mensch ab und an wirklich den Verdacht hegen, daß eine Weltverschwörung existiert; der US-amerkinasche Kreditblödsinn platzte; schwuppdiwupp wurden Artikel plaziert, die beklagten, daß die Leute ihr schwer verdientes Geld nicht in Aktien und die ganzen anderen obskuren "Finanzprodukte" stecken...

  4.  zu finanzieren.Das muss mann sich wirklich auf der Zunge zergehen lassen.Die Artikel von Mark Schieritz könnten aus dem Pressebüro der DB der des IWF stammen.Nachdem sich ja die Banken gegenseitig (letzte Meldung 18:00uhr) 1 Billion Geld (?) schulden schlage ich vor, dass die Politik, sprich der Geldmonopolist VOLK das Einverständniss zur Entschuldung gibt. Für die Banken, die keine Schulden haben ist´s blöd´gelaufen, aber dann können sie immer noch in Konkurs gehen, oder vielleicht das Gold kaufen.Und für uns Realwirtschaftler erfinden wir halt Hartz IV neu - aber weniger geht eh´nimmer.

    • zagesi
    • 08.04.2008 um 19:15 Uhr

    Ketzerischer Vorschlag
    Der IWF könnte seine gegenwärtig noch bestehenden Engagements auflösen, die Goldbestände an die ursprünglichen Einzahler zurückgeben und in Liquidation gehen.
    Die einzelnen Länder können dann selbst entscheiden, was sie mit ihrem Gold machen wollen.
    Ich gebe Hugo P. recht, der IWF hat sich nach meiner Ansicht als Entwicklungshelfer überlebt. Soviel ich weiss, sind intensive Diskussionen im Gange, wie und in welcher Form diese Institution, die manchmal auch Mist gebaut hat, eine neue Existenzberechtigung bekommen könnte.

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