NS-Zeit Zwangsarbeiter der Kirche
Katholische Einrichtungen haben während des Zweiten Weltkriegs 7000 Zwangsarbeiter beschäftigt. Eine am Dienstag vorgelegte Dokumentation dazu wirft grundsätzliche Fragen zum Verhältnis von Kirche und NS-Staat auf
Das Bild der katholischen Kirche während des Nationalsozialismus war lange Zeit von zwei Extremen geprägt: Auf der einen Seite stand der – zum Teil begründete – Vorwurf der Kollaboration, mit Verweis etwa auf das mit Hitler geschlossene Konkordat und die Weigerung des Vatikans und des damaligen Papstes, der Judenverfolgung öffentlich entgegenzutreten. Auf der anderen Seite stand die Erinnerung an den heldenhaften
Widerstand einzelner Geistlicher und Bischöfe, aber auch vieler Gläubiger bis hin zur Mitwirkung in Widerstandsgruppen.
Ein weiteres Kapitel dagegen blieb über Jahrzehnte vergessen und wurde erst im Jahr 2000, im Zusammenhang mit der allgemeinen Diskussion über die Entschädigung der Zwangsarbeiter, bekannt. Damals berichtete das Fernsehmagazin
Monitor
, dass solche vornehmlich aus Osteuropa verschleppte Arbeitssklaven während des Zweiten Weltkriegs auch in katholischen Einrichtungen eingesetzt wurden. Die Kirche geriet daraufhin unter Druck, sich genauso wie die Wirtschaft an dem Entschädigungsfonds zu beteiligen.
Die Bischofskonferenz entschied sich jedoch, einen anderen Weg zu gehen: Sie gab der Kommission für Zeitgeschichte, einer Gruppe katholischer Historiker und Sozialwissenschaftler, den Auftrag, die bis dato kaum erforschten Vorgänge zu untersuchen und die genaue Zahl der Zwangsarbeiter in kirchlichen Einrichtungen zu ermitteln. Das sollte die Grundlage dafür bilden, um die noch lebenden ehemaligen Zwangsarbeiter finanziell zu entschädigen und Angebote zur Versöhnung zu entwickeln.
Die Recherche gestaltete sich schwierig. Denn die Zwangsarbeiter waren nicht zentral erfasst, sondern mussten mühsam bei den einzelnen Trägern erhoben werden. Nach siebenjähriger Forschungsarbeit ermittelte die Kommission jetzt insgesamt 5904 Zwangsarbeiter, davon 1075 Kriegsgefangene, die in 776 kirchlichen Einrichtungen eingesetzt wurden, vornehmlich in der Landwirtschaft, in Krankenhäusern, in der Hausarbeit oder auf Friedhöfen. Sie kamen hauptsächlich aus Polen, der Ukraine und der übrigen Sowjetunion. Die Kommission räumt allerdings ein, dass sich die exakte Zahl nicht mehr ermitteln lasse, da zum Beispiel die Archive einiger heute in Polen liegender Bistümer nicht zugänglich waren.
Der ehemalige Vorsitzende der Bischofskonferenz, Kardinal Lehmann, und der Direktor der Kommission, Karl-Josef Hummel, wiesen bei der
Vorstellung der Dokumentation
jedoch darauf hin, dass selbst unter Berücksichtigung einer Dunkelziffer die von der Kirche beschäftigten Zwangsarbeiter - gemessen an der Gesamtzahl von etwa 13 Millionen – nur einen äußerst geringen Anteil von weniger als ein Promille ausmachten. "Der Einsatz ausländischer Arbeitskräfte in der katholischen Kirche war nicht flächendeckend, ja nicht einmal die Regel", sagt Hummel. Lehmann betonte, dennoch blieben sie "eine historische Last, die unsere Kirche auch für die Zukunft herausfordert".
- Datum 09.04.2008 - 13:41 Uhr
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wenn man einen antagonistisch Kooperativen mit einem koorporativen Antagonisten kreuzt?
"Jahr 2000: Die Kirche geriet daraufhin unter Druck, sich genauso wie die Wirtschaft an dem Entschädigungsfonds zu beteiligen. Die Bischofskonferenz entschied sich jedoch, einen anderen Weg zu
gehen: Sie gab der Kommission für Zeitgeschichte, [...], den Auftrag, die bis
dato kaum erforschten Vorgänge zu untersuchen und die genaue Zahl der
Zwangsarbeiter in kirchlichen Einrichtungen zu ermitteln."Wieviele Zwangsarbeiter sind eigentlich in den letzten 8 Jahren gestorben, d.h. wieviel Entschaedigungsleistungen hat die Kirche gespart indem sie nicht in den Entschaedigungsfonds der Wirtschaft eingezahlt hat? Die genannten Millionenbetraege entsprechen zumindest weniger als 0.05% der jaehrlich erhobenen Kirchensteuer. Somit ist die Studie "einer Gruppe katholischer Historiker und Sozialwissenschaftler" nicht nur ein moralischer sondern auch ein finanzieller Sieg...
der nicht entschädigten ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen. die ebenfalls Zwangsarbeit leisteten, unter erbärmlichsten Umständen zu Millionen krepierten und von der Regierung wird jede auch nur symbolische Anerkennung dieses Leids versagt. www.kontakte-kontakty.deIn all diesen Fragen hat sich keine Institution und kein Unternehmen mit Ruhm bekleckert und wenn etwas geschah, dann unter der Drohung, selbst massive finanzielle Einbußen zu erfahren.
Heute wieder ganz genau so:In Leipzig werden 1-EUR- Zwangsarbeiter bei mindestens einem mir bekannten _kirchlichen_Verein_ dazu gezwungen, Müll aufzusammeln (!); der Verein schickt diese in 10er-Gruppen durch sein "Revier" (ein ganzer Stadtteil). Vom Arbeitsamt wird die Vermittlung getätigt, zu einem "VorstellungsGespräch", wo man fast keine Chance hat, _nicht_ eingestellt zu werden.Die (hier evang.) Kirchlichen profilieren sich wieder als Handlanger von den ... .
Noch ein Beispiel kirchlicher Zwangsarbeit in heutiger Zeit:Wieder in Leipzig, im Stadtteil Lindenau, gibt es sog. "BehindertenWerkstätten", wo die Behinderten früh im Dunkeln schon antreten und offensichtlich produzieren. Das nennt sich dann "diakonisch". Ob die Behinderten genug Bildung haben, eine freie Entscheidung dagegen treffen zu können ? Ich glaube es nicht. Ob sie gerecht entlohnt werden: Glaube ich erst recht nicht .
wie die christliche Nächstenliebe. Wer sich die Standpunkte der Kirchen zur Sozialpolitik anschaut, zur menschenunwürdigen Spaltung der Gesellschaft, wer sieht, daß die Brüder im Geiste für jeden €-Sklaven, den sie mildtätig beschäftigen, bis zu 500 € an Betreuungskosten monatlich kassieren, der sieht zwei Großsekten, die ihren Frieden mit den HerrenDamen längst geschlossen haben. Unrühmlich wie eh und je.Es wird Zeit für einen echten Laizismus.
na hilfe..ihr of Weltbild möchte ich haben...@ 4 und 5Die Behindertenwerkstätten sind eine caritative Einrichting mit guter Betreuung. Ich habe selbst eine behinderte Verwandte die in so einer Werkstatt lebt und sich da sehr wohl fühlt.. Und dort herrschen nicht gerade Zustände wie sie sie beschreiben. Behindertenwerkstätten sind Orte an denen man nicht "offensichtlich" produziert (denn Belege für ihre Behauptung haben sie ja keine) Aber was anderes sollte man denn von "chefboss dem großen" erwarten, dass er weiß wie man mit behinderten umgeht und wie man alten leuten den Hintern abwischt? Das sind nämlich Aufgaben die Diakonie und die Caritas heutzutage leisten. natürlich gibt es hier auch an manchen Stellen Missbrauch, und die histoischen Fälle von Zwangsarbeit in der deutschen (nicht "Die Kirche", es gibt da etwas mehrere...) Kirchen sind absolut inakzeptable und sollten dringend aufgearbeitet werden.@6Außerdem wäre ich ihnen dankbar wenn sie etwas genauer auf die Unterscheidung von "Kirche" und Christentum achten würden. Das treiben der Kirche(n) muss ja noch lange nicht chrisltich sein. Die katholische kirche ist zwar noch nicht von ihrem "Alleinvertertungsanspruch" abgerückt, aber, nun wer das ernst nehmen will....
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