MBA Leiden an der Logik
MBA-Studenten kommen um den englischen GMAT-Test nicht herum. Trost kommt nun von einer neuen Studie: Über den Studienerfolg sagt das Testergebnis wenig aus
Dieser Test erfreut sich bei vielen Bewerbern an Managementschulen keiner großen Beliebtheit. Der Graduate Management Admission Test (GMAT) wird von allen Interessenten verlangt, die sich an renommierten Business Schools bewerben wollen. Der GMAT gilt als eine der wichtigsten Eintrittskarten für das MBA-Studium. Und er ist ein harter Brocken: Auf English werden bei dem Computertest sprachliche, mathematische und analytische Fähigkeiten getestet. Die 78 Fragen werden zum Teil im Multiple-Choice-Verfahren gestellt; zusätzlich müssen zwei Essays bewältigt werden. Die Testkandidaten erbringen dreieinhalb Stunden konzentrierte Höchstleistungen.
Wichtig ist es, beim GMAT mit einem möglichst hohen Punktestand abzuschneiden. Die Luxusliner unter den Schulen wie die amerikanische Wharton School verlangen über 700 Punkte; in Europa hat man oft schon mit weniger Punkten eine Chance. Die Höchstzahl liegt bei 800 Punkten.
Nicht nur für Leute, deren Mathe-Abitur lange zurückliegt und die Logikaufgaben allenfalls aus Rätselheften kennen, ist der GMAT eine Herausforderung, auf die man sich je nach analytischem Vermögen oft wochenlang vorbereiten muss. Doch alles Wehklagen hilft kaum, denn die MBA-Schulen brauchen den Test zusammen mit anderen Zulassungsvoraussetzungen, dem Ergebnis des Englisch-Tests sowie Infos zum Werdegang, Empfehlungsschreiben und dem Studienabschluss des Erststudiums, um sich für einen Kandidaten entscheiden zu können. Vor allem um internationale Bewerber objektiv vergleichen zu können, ist das GMAT-Ergebnis nach Ansicht der Business Schulen ein gutes Kriterium.
Aus Hannover kommt jetzt jedoch eine gute Nachricht: Das Ergebnis des Tests korreliert kaum mit dem späteren Studienerfolg. Das hat die Business-Schule GISMA herausgefunden. Sie hat die GMAT-Scores ihrer MBA-Jahrgänge von 2003 bis 2006 mit dem Durchschnittsnoten der MBA-Abschlüsse verglichen. "MBA-Studenten mit einem mittelmäßigen GMAT-Ergebnis von 600 Punkten können im Studium ebenso gute Leistungen vollbringen wie ihre Kommilitonen, die das GMAT-Ergebnis von sehr guten 740 Punkten erreichten und umgekehrt", heißt es in der Untersuchung. Wer beim GMAT an der unteren Grenze liegt, kann sich also noch steigern.
Allerdings: Bewerber, die weniger als 500 Punkte haben, sollten laut Studie nicht zugelassen werden, weil sie die Gefahr liefern in manchen Fächern etwa wie Auccounting und Finanzmanagement zu scheitern. Da man für den Vollzeit-MBA sein Arbeitsverhältnis kündige und Studiengebühren zahle, wolle man solchen Bewerbern so ein böses Erwachen ersparen.
Unterschiede zwischen den Fächern des Erststudiums gibt es laut GISMA nicht unbedingt. "Ingeniere und Naturwissenschaftler haben beim GMAT zwar gewisse Vorteile, doch Geisteswissenschaftler schneiden nicht unbedingt schlechter ab", erklärt die akademische Direktorin Annegret Zurawski. Entscheidend sei das analytische Verständnis. Der Student mit dem besten GMAT-Ergebnis in Hannover ist übrigens ein Theologe.
- Datum 09.04.2008 - 04:41 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT online
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:








Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren