Bildungspolitik Bayern plant "Südabitur"
Bayern will ein länderübergreifendes Abitur etablieren - zunächst mit Baden-Württemberg, Thüringen und Sachsen.
Nach einem Bericht der
Süddeutschen Zeitung
von Montag plant Bayerns Bildungsminister Siegfried Schneider (CSU) ein länderübergreifendes Zentralabitur. Gemeinsam mit Baden-Württemberg, Thüringen und Sachsen will man eine Kommission aus Ministerialbeamten und erfahrenen Lehrern gründen, um Aufgaben für ein solches „Südabitur“ festzulegen. Termin für eine erste Sondierung ist der 14. April.
Geplant seien einheitliche oder zumindest vergleichbare Prüfungen in Deutsch, Mathematik und einer Fremdsprache, so ein Sprecher des bayerischen Kultusministeriums. „Die Idee ist, dass ein Pool an vergleichbaren Aufgaben entstehen soll, aus dem sich die einzelnen Bundesländer bedienen können“, so der Sprecher weiter.
Die Wahl der kooperierenden Länder resultiere aus den guten Ergebnisse, die die Schüler dieser Bundesländer in Leistungsvergleichsstudien wie der Pisa-Studie erzielt haben.
Die Gefahr, dass sich diejenigen Bundesländer von anderen abkoppeln, die in der letzten Pisa-Studie zu den Gewinnern gehörten, will man in Bayern nicht sehen. Auch glaube man nicht, dass dies von den anderen Bundesländern so gesehen werde, so der Sprecher weiter.
„Möglichst auf alle Bundesländer“ will Bayerns Bildungsminister Siegfried Schneider die vergleichbaren Abiturprüfungen ausgeweitet sehen. In drei Jahren, so die Hoffnung, sollen sie zumindest gemeinsam mit Baden-Württemberg, Thüringen und Sachsen Realität werden.
Die stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Marianne Demmer, äußerte sich skeptisch: „Der Vorstoß zielt darauf ab, irgendwann ein bundesweites Zentralabitur durchzusetzen“, sagte sie zu ZEIT online. Dass ein Zentralabitur für mehr Qualität bürge, sei aber wissenschaftlich nicht belegt. „Die zentrale Frage in Deutschland ist nicht, ob wir ein zentrales oder dezentrales Abitur haben, sondern wie Chancengleichheit hergestellt werden kann."
Der Vorsitzende des Deutschen Philologenverbands, Heinz-Peter Meidinger,
sagte im Interview mit ZEIT online
: "Ich bezweifle, dass ein Südabitur die Lokomotive sein kann, an die sich andere anhängen und die zu mehr Qualität verhilft. Ein süddeutsches Abitur wird kaum mehr Qualität in Hamburg oder Berlin bewirken. Im Gegenteil wird man eher spalten, als dass man zu einer gemeinsamen Lösung kommt."
- Datum 17.04.2008 - 13:42 Uhr
- Serie -
- Quelle ZEIT online
- Kommentare 1
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:




Die reformierte Oberstufe mitte der 70iger Jahre war ein großer Gewinn.Intensiv Englisch zu lernen war m.E. sinnvoller als sich bis zum Schluß mit höherer Mathematik zu quälen, die manchmal noch nicht einmal die Nachhilfelehrer verstehen.Nun soll auch noch ein neuer Nord-Südkonflikt heraufbeschworen werden. Einfach lächerlich.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren