Auf einer Wahlkampfveranstaltung im US-Bundesstaat Pennsylvania beantwortete Obama die Frage, ob er den prominenten Klimaschützer und Friedensnobelpreisträger für einen Posten in seiner Regierung in Erwägung ziehen würde mit einem klaren "Würde ich!". Er stehe bereits jetzt regelmäßig in Kontakt mit Gore. Sollte er ins Weiße Haus einziehen, "würde Gore mit am Tisch sitzen und eine zentrale Rolle dabei spielen, wie wir dieses Problem lösen". Der Klimawandel sei Wirklichkeit: "Das ist ein Problem, das wir jetzt angehen müssen."

Al Gore, der im Jahr 2000 das Rennen ums Weiße Haus gegen George Bush knapp verloren hatte, gab bisher weder eine Wahlempfehlung für Obama noch für dessen innerparteiliche Rivalin Hillary Clinton ab. Gore hatte in der Vergangenheit mehrmals betont, dass ihm die Rolle am Rande der Tagespolitik sehr behage. Obama gelang es unterdessen auch, weitere Schlüsselpolitiker der eigenen Partei auf seine Seite ziehen. Der ehemalige Abgeordnete Lee Hamilton und Dave Freudenthal sicherten ihm am Mittwoch ihre Unterstützung zu.

Hamilton ist ein führender Politiker der Demokraten in Fragen der inneren Sicherheit. Er leitete 2006 eine von der Regierung eingesetzte Kommission, die einen Kurswechsel im Irak empfahl. Zuvor gehörte er dem Untersuchungsausschuss zu den Terroranschlägen vom 11. September 2001 an. Seine Unterstützung für Obama, die er in Kürze offiziell bekannt geben wollte, ist für diesen ein wichtiger Pluspunkt im Hinblick auf die Einschätzung seiner Kompetenz beim Thema Innere Sicherheit. Auch Freudenthal, Gouverneur von Wyoming, sagte Obama seine Hilfe zu. Obama habe ihn überzeugt, weil er ehrliche Antworten statt vorgefertigter Floskeln von sich gebe, so Freudenthal.

Auch der Präsidentschaftskandidat der US-Republikaner, John McCain, macht sich Gedanken um sein künftiges Personal: Angesichts seines Alters will er seinen möglichen Stellvertreter besonders genau prüfen. Er sei sich der "besonderen Bedeutung" bewusst, die der Wahl seines Vizes zukomme, sagte der 71-jährige Senator aus Arizona. Sollte McCain bei den Präsidentschaftswahlen siegen, wäre er der bei Dienstantritt bislang älteste US-Präsident. Sein Team habe damit begonnen, eine Liste mit möglichen Anwärtern auf den Vizeposten zusammenzustellen und deren Eignung zu prüfen, sagte McCain.

Währenddessen hat die demokratische Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton am Mittwoch ein Milliardenprogramm für neue Arbeitsplätze in den USA vorgeschlagen. Auf einer Wahlkampfveranstaltung in der Industriestadt Pittsburgh in Pennsylvania sagte Clinton, ihr Plan sehe Steuererleichterungen und Investitionen von jährlich sieben Milliarden Dollar vor. Finanzieren will sie das Programm mit der Abschaffung von Steuervergünstigungen für Firmen, die Arbeitsplätze ins Ausland verlagern.