Nahrungskrise
Woher das Essen kommt - und wer es kauft
Die einen hungern, die anderen leben im Überfluss: Steigende Lebensmittelpreise bedrohen viele Menschen. Andere verdienen daran. Wer gewinnt, wer verliert?
Die Preise der wichtigsten Grundnahrungsmittel schießen in ungeahnte Höhen. Schon warnen Entwicklungsfachleute bis hinauf in Weltbank und Internationalen Währungsfonds davor, dass neue Hungersnöte ausbrechen und ganze Staaten daran fundamentalen Schaden nehmen könnten. Doch wie verteilen sich Produzenten und Verbraucher auf der Erde?
Der Geograf Danny Dorling von der Universität in Sheffield hat Kartogramme entwickelt, die nicht die geografische Fläche eines Landes darstellen, sondern das Verhältnis zwischen einer betrachteten Größe (zum Beispiel der nationale Netto-Export) und ihrer Bezugsgröße (die weltweiten Netto-Ausfuhren).
Zehn Karten zeigen, welche Staaten Getreide, Fleisch, Gemüse, Milchprodukte exportieren, und welche Länder sie einführen. Der Strom der Waren, der sich aus diesen Ansichten ergibt, weist indirekt auch darauf hin, wie das Geld fließt: nämlich in den Gegenrichtung. Bedacht muss allerdings werden, dass den Karten nicht zu entnehmen ist, wie sich ein Land innerhalb seiner Grenzen versorgt. Dennoch hängen auch die inländischen Preise oft direkt von der Entwicklung der Weltmarktpreise ab. Und die,
, legten in den vergangenen Monaten kräftig zu.
- Datum 16.04.2008 - 14:14 Uhr
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Ob die Europäischen Länder noch so enorme Exporteure und Importeure wären würde die EU als ein Land gezählt?(hier lohnt auch ein Blick auf die Tourismus-Karte bei worldmapper.org)
Mir scheint diese Art von Graphen nicht besonders geeignet zu sein, um Einsicht zu vermitteln. Die Form und damit der Wiedererkennungswert der Ländergrenzen geht praktisch vollkommen verloren. Was aber bringt eine solche Karte dann noch, wenn man die Augen zusammenkneifen muss, um sie zu verstehen ?
Simple Farbcodierung wäre hier wohl zielführender gewesen. Aber das ist ja so schrecklich unspektakulär...
Eigentlich liebe ich ja solche Karten - leider verstehe ich aber den Autor nicht:Die Flächen auf der Karte verhalten sich proportional zu - was? Der Menge an Nachrungsmittelexporten? Nach welchen Einheiten werden die Mengen verglichen, nach Masse (kg), nach Nährwert (Joule) oder nach Geld (US$).Ich finde es sehr ärgerlich, wenn vor lauter Prosa die harten Fakten untergehen bzw. unklar bleiben.
karte ich habe alles verstanden. :-))
Eine Sache gefällt mir bei diesen Grafiken besonders. Die (arabischen) Ölnationen sind von Lebensmittelimporten aus den westlichen Ländern abhängig. In der arabischen Wüste wächst nichts - und wird auch nie etwas wachsen. Wöllte man die (noch dazu rasant wachsende) Bevölkerung dort selbst mit Getreide versorgen, ganz zu schweigen vom Rindfleisch, bräuchte man Unmengen von Wasser. Könnte schwierig werden in der Wüste - und Meerwasser entsalzen braucht eine Menge Strom. Man kann vielleicht, durch Solarzellen, die Trinkwasserversorgung damit sicherstellen, aber sicher nicht eine Bewässerungslandwirtschaft betreiben.Kurz gesagt: Warum koppeln nicht die westlichen Länder ihre Getreide- und Fleischexportpreise an die Ölpreise der betreffenden OPEC-Länder. Mal schaun wie lange das Barrel Öl noch 114$ kostet, wenn das Scheffel Getreide auch 114$ (oder 100, oder 50$) kostet...Das Monopol der OPEC auf Öl können wir nicht brechen - aber einer "Getreide-OPEC" des Westens hätten diese Länder ebenfalls nichts entgegenzusetzen. So könnte man wenigstens wieder halbwegs faire Ölpreise durchsetzen...
Wichtigstes Anliegen: Ich denke, "wir" sollten von diesem "Wir"-gegen-"die"-Denken wegkommen. Das erinnert mich zu sehr an Huntingtons Clash of Civilizatons.Außerdem: Angesichts meiner Meinung nach wenig intelligenter Ideen wie dem Biosprit werden wir vielleicht schon demnächst Nahrungsmittelpreise haben, die an die Ölpreise von heute erinnern.
Ihre Idee ist sehr gut!!! Bringt man den Oelpreis runter werden auch viele andere Sachen billiger.
Ich sage nicht, dass man die ärmsten Länder, die ohnehin bereits doppelt leiden (unter hohen Öl- und hohen Getreidepreisen) durch massive, künstlich verursachte Preissteigerungen bei Lebensmitteln noch mehr schröpfen soll.Ich sage nur, dass die OPEC die Abhängigkeit der Welt vom Öl und ihre quasi Monopolstellung schamlos ausnützt, um selbst abzukassieren. Und zwar nicht nur im "reichen Westen", sondern auch bei armen Ländern - oder hat jemand schon mal davon gehört, dass afrikanische Länder nur den halben Ölpreis zahlen müssen?Ganz zu schweigen davon, was viele dieser äußerst undemokratischen Länder mit den Unmengen von Devisen anfangen. Mit den saudischen Öl-Millionen z.B. werden viele "Projekte" gefördert, die ganz und gar nicht der Völkerverständigung dienen...Ganz zu schweigen davon, dass es ein "ungesunder" Reichtum ist, weil er nicht selbst erarbeitet wurde - anders als z.B. in China.Die Nahrungsmittelversorgung dagegen ist eine Schwachstelle der meisten OPEC-Länder, die hier von Importen ebenso abhängig sind wie andere Länder vom Öl. Hier kann man sehr gut ansetzen, um ein Gegen- bzw. Gleichgewicht der Kräfte zu schaffen.
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