Eine Falle ist ein Gerät, das zuschnappt, dann ist man gefangen und wird ausgeplündert oder aufgefressen. Ist in diesem Sinne der kalifornische Suchmaschinenbetreiber Google ein Fallensteller?

Der österreichische Journalist und Autor Gerald Reischl ( Kurier , ORF, Im Visier der Datenjäger ) ist davon überzeugt. Sein Buch Die Google-Falle , seit 31. 3. 2008 im Buchhandel, kommt als Enthüllungsbuch daher, das der hippen Internetfirma, die nach eigener Definition zu "den Guten" gehört (Motto: "Don't be evil!"), die lustige Maske vom Gesicht reißt.

Dahinter fletscht eine Fratze die Zähne. Google, ein sektenmäßig organisierter Multimilliardenkonzern, der "Big Brother des Internet", ein "Diktator, eine "gefährliche Datenkrake", der es um die "totale Kontrolle über das Internet" geht. Endziel: Weltherrschaft. Paranoia, denkt der Rezensent, mal wieder hat ein Durchgeknallter seine Mission entdeckt: Die Weltverschwörung aufdecken! Doch ganz so einfach macht es uns Reischl nicht.

Die Google-Falle ist nämlich ein seltsames, aus offenbar disparaten Motiven geschriebenes Buch. Zum einen baut sich Reischl als eifernder und unerschrockener David auf, der gern seinen Mut thematisiert, sich mit dem Monstrum anzulegen. Wagte er sich doch leibhaftig und undercover ins Zentrum des Grauens, nach Mountain View, zum Hauptsitz von Google. Dort drehte er insgeheim ein aussagefreies Filmchen .

Was bekam er in Mountain View zu sehen? Vergnügtes Volk in Campus-Umgebung, freies Essen und Trinken, Fitnesscenter und bunte Büromöbel. Kostenlose Busse mit WLAN. Massagesessel! Eine üppige Wohlfühlkultur, wie sie sonst - versteht sich! - nur gehirnwaschenden Sekten zueigen ist. "Gefährlich lustig", befindet Reischl. Nebenher arbeiten ihm bei Google entschieden zu viele Millionäre, und die Oberchefs haben Flugzeuge, die von einem NASA-Flugplatz starten, der für Privatleute eigentlich gesperrt ist. Das sagt alles.