Nahrungskrise Mindestens 20 Milliarden zur Hungerbekämpfung nötig

Die Lebensmittelkrise in vielen Länder ist keine vorübergehende, sagt der deutsche Agrarökonom von Braun in der ZEIT. Und kritisiert, dass zwar die Finanzkrise, nicht aber der drohende Hunger unmittelbare politische Reaktionen hervorruft

Klicken Sie auf die Grafik für eine Übersicht der Hungerproteste in aller Welt

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Um den weltweit grassierenden Hunger wirksam zu bekämpfen, sind jährlich 20 bis 30 Milliarden Dollar für Ernährungshilfen und für Investitionen in die Landwirtschaft der Entwicklungsländer nötig. Das sagt der deutsche Agrarökonom Joachim von Braun, Direktor des International Food Policy Research Institute (IFPRI) in Washington, der ZEIT .

Von Braun widerspricht damit der Auffassung, die gegenwärtige Situation sei Ausdruck einer vorübergehenden Krise, die sich mit Nothilfe lindern lasse. Die Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung werde nur gelingen, „wenn Forschung und Wissen gewaltige Fortschritte machen“, sagt der Forscher.

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Boden, Wasser, Energie und Nährstoffe müssten viel intelligenter genutzt werden. „Sonst wird die Lage unbeherrschbar.“ Es sei „frustrierend“, sagt Joachim von Braun, „dass die Finanzkrise, die sich an der Wall Street oder in Frankfurt abspielt, unmittelbare politische Reaktionen hervorgerufen hat, die Finanzkrise von zwei Milliarden Menschen aber nicht“.

Lesen Sie das vollständige Interview mit von Braun von diesem Donnerstag an in der aktuellen Ausgabe der ZEIT.

 
Leser-Kommentare
    • japeko
    • 16.04.2008 um 18:56 Uhr

    Bei der Nahrungsmittelknappheit in Teilen der Welt sollte nicht vergessen werden, dass es neben der Produktion noch eine andere, mindestens ebenso wichtige Stellschraube zur Lösung des Problems gibt, nämlich den Verbrauch.Zum einen sollte die entwickelte Welt den Fleischkonsum senken, zum anderen sollten bzw müssen Länder mit Bevölkerungswachstum drastische Schritte gegen dieses Bevölkerungswachstum einleiten.Die entwickelte Welt sollte den Ländern mit hohem Bevölkerungswachstum bei der Bewältigung dieser Aufgabe tatkräftig helfen, allerdings werden diese Länder die Folgen bei einem Versagen bzw bei Unterlassen zum grossen Teil selbst tragen. Die Zeiten, in denen eine wachsende Weltbevölkerung in spärlich besiedelte Kontinente auswandern konnte, sind vorbei. Grenzen können und sollten zur Erhaltung einigermassen stabiler Regionen geschlossen werden, dies ist nur eine Frage des politischen Willens. Allein auf die Ausweitung und Änderung (weniger Fleisch) der Produktion zu setzen und nichts gegen das Bevölkerungswachstum zu unternehmen erscheint strategisch idiotisch, da es (neben anderen Gründen) aufgrund von unvermeidbaren Schwankungen in der Nahrungsmittelproduktion keinen Sinn macht, die Erde bis an die Grenze der Belastung auszulasten.

  1. ... braucht man bei gerechter Verteilung der Reichtümer dieser Welt an ALLE Menschen, die an dem Entstehen dieser Reichtümer ihren Beitrag geleistet haben.Die Armut der Einen ist immer nur der Reichtum der Anderen!

  2. nämlich Menschen die sich einen feuchten Kehricht um börsengetriebenen Kapitalismus, Sozialismus oder anderen Schnickschnack scheren, die etwas essen wollen, sich ihres Lebens freuen, bischen Liebe machen, ein paar Kinder, eine Stunde fernsehen, Menschen die die "Menschheit" eher repräsentieren als ein von Gier zerfressener, syphilitischer Kapital-Mob.

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