Datenschutz Onlinedurchsuchung kommt

Innenminister Schäuble und Justizministerin Zypries sind sich einig: Bald schon sollen Polizisten Computer online durchsuchen können. In die Wohnung des Verdächtigen eindringen dürfen sie aber nicht

Nach monatelangem Ringen bringt die Bundesregierung das BKA-Gesetz und damit auch die umstrittene Regelung zur Onlinedurchsuchung privater Computer auf den Weg.

Vorgesehen sei, dass zur Onlinedurchsuchung die entsprechende Wohnung vorher nicht betreten werden müsse, sagte der Sprecher des Bundesinnenministeriums, Stefan Paris, am Dienstag.

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Die SPD hatte das heimliche Betreten von Wohnungen zur Installation von Spähprogrammen abgelehnt. Jetzt haben sich die Ressorts von Justizministerin Brigitte Zypries (SPD) und Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) geeinigt.

Nach Abschluss der Ressortabstimmung werde der Gesetzentwurf über erweiterte Befugnisse des Bundeskriminalamts (BKA) zur Bekämpfung des Terrorismus nun an die Länder geschickt, sagte Paris. "Damit ist der Weg frei, dass das BKA die entsprechenden präventiven Befugnisse bekommt." Vor der Sommerpause könne der Entwurf dem Kabinett vorgelegt werden.

Noch im Februar hatten Zypries und Schäuble über Details des geplanten BKA-Gesetzes gestritten. Schäuble hatte sich über "mutwillige Verletzungen vereinbarter Verfahren" beschwert, Zypries die Vorwürfe zurückgewiesen.

Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts seien berücksichtigt, sagte Paris. Die Verfassungsrichter hatten in einem Ende Februar veröffentlichten Urteil Onlinedurchsuchungen an hohe rechtliche Hürden geknüpft.

Als Voraussetzung forderte Karlsruhe eine konkrete und absehbare Gefahr für überragend wichtige Rechtsgüter wie Leib, Leben und Freiheit sowie Güter der Allgemeinheit. Auch eine Richteranordnung sahen die Verfassungsrichter als zwingend an.

Leser-Kommentare
  1. jeder der sich kriminellen machenschaften hingibt die in einen terroristischen bereich reichen, wird einfach den stecker aus dem modem ziehen, wenn er merkt das seine festplatte ständig wie doof rödelt, obwohl er gerade nix macht..das einzige wozu die diskrete online dursuchung gut ist, ist ahnungs- und wehrlose bürger auszuspähen..und dann, ich lebe in NRW, gibt es auch noch das problem des anfallenden traffics, damals hatte ich 1500MB volumen, und innerhalb von 10 minuten wurden über einen dsl 2000 anschluss über einen telekom server 2GB daten von meinem PC ins internet übertragen, technisch nur machbar für leute die in der telekom zentrale sitzen, und mal eben meine bandbreite erhöhen um meine festplatte zu kopieren..auf den kosten für die überschreitung meines volumens von damals, bin ich übrigends sitzen geblieben...super idee, ich werde auf jeden fall schön auf meine firewall updates gucken...die online durchsuchung konnte auch nur nem rollstuhlfahrer einfallen...viel spass noch, ich bin der meinung es gibt wichtigere UND dringendere probleme für das was an zivilisation noch übrig ist...

    • Anonym
    • 16.04.2008 um 7:46 Uhr

    herr schäuble noch in einem seiner bücher mit dem ersten satz.ich bin kein schwarzseher.natürlich nicht. der unausgelastete voyeur will lechzend triefend alles sehen, wenn an der tür steht.ich muss draussen bleiben.

  2. Diese Einigung ist eine große Farce und es wundert mich sehr, wie offensichtlich  die Politik ihre Bürger zu hintergehen sucht, und sich nicht einmal Mühe dabei gibt? Wie schön, dass nun niemand mehr meine Wohnung unbefugt betreten darf, um eine Spyware auf meinem Rechner zu installieren - wo doch jeder 16 jährige Schüler heutzutage in der Lage ist Hackerangriffe auf fremde Rechner durchzuführen, ohne auch nur auf dem selben Kontinent zu sein!  Und wie fadenscheinig, die einen kommen ins Gefängnis, weil sie sich unbefugt in fremde Netze einhacken und die anderen dürfen dies mit Zustimmung der Gerichte!
    Und wieder ist der Staat der totalen Kontrolle seiner Bürger einen Schritt näher gekommen ist. Mir macht das mehr Angst als die sogenannten Terroristen vor denen ich beschützt werden soll. Und all jene, die nun naiv sagen "Mir macht dass nichts, ich hab ja nichts zu verbergen", woher wollen die denn wissen, ob in 10 Jahren der Besuch der Zeit-Webseite nicht als terroristischer Akt gewertet wird  ;-)
    Denn gerade dieses Beispiel zeigt doch so schön exemplarisch, es sind Politiker, die entscheiden wann etwas kriminell ist und wann nicht… um es mal platt zu sagen: „Alle Tiere des Bauernhofes sind gleich, doch manche sind (eben) gleicher“
    Wo ist übrigens der Unterschied zwischen Schnüffelproben im Glas und Datenspionage von  Festplatten? Ach, natürlich! Für die Beschaffung des Ersten darf ich die Wohnung des „Verdächtigen“ betreten, für letzteres nicht!

    • Sheak
    • 16.04.2008 um 15:35 Uhr

    die Onliendurchsuchung durchkommst, so wird die Informatik Mittel und Wege finden diese zu Umgehen, sei es durch das Hochziehen eines parallelem, freiem Internets (Web 3.0) oder durch Brieftauben.

  3. 5. ich..

    ..plädiere zu brieftauben, denen kann man schliesslich daumen nagel grosse gigabite monster an den fuss hängen...

    • Anonym
    • 17.04.2008 um 21:29 Uhr

    ES GIBT SOO VIELE WICHTIG TUER - DIE EINFACH WAS WISSSEN WOLLEN ...
    JEDES GESETZ HAT VORLÄUFER .. und die - kommen von Anderen.

    In Bayern Allgäu wurden 1990 SÄMTLICHE TELEFONZELLEN UND TELEFONATE ABGEHÖRT ..
    bis heute - da bin ich sicher.
    Ich wohnte zunächst in einem Appartement ..
    Es war - geradezu selbstverständlich - das in meiner Abwesenheit das Appartement
    betreten worden ist.
    Und was kann da jemand machen?
    z.B. Briefverkehr - durchsehen.

    Ähnlich dann auch 2004 in Rheinlan-Pfalz.

    1991 hatte ich eine Wohnung in Bay. Allgäu ..
    Sofort erzählten die Aussenanstreicher: "Ihre Vermieterin geht immer in Ihre Wohnung
    wenn sie weg sind"!

    2001 ff hatte ich es mit einer Anehörigen in der Wohnung von Mutti zu tun ...
    2005 ff benutze ich mit jmd denselben DSL-Anschluss ...m.W. versucht der alles mitzulesen.

    Also an einem Attentat-Geschädigten kann es sicher nicht alleine liegen.

    UND IM ÜBRIGEN: KANN SO EIN LUSTIGES GESETZ NATÜRLICH JEDERZEIT WEGEN ALLEM
    GEKIPPT WERDEN:sowas luftiges aus dem Bereich: "Dunkler Materie" etwas was nicht da ist ...
    DA WIRD EBEN EINFACH JEMAND zur Gefahr erklärt ...
    Oder: Noch einfacher: Jemand wird unter einem Vorwand unter "Betreuung" gestellt ...
    DAMIT kann JEDER der will - in die Wohnung - und sich ansehen was er / sie will.
    Oder: Jemand kommt einfach unter einem Vorwand ins Krankenhaus "zur Abklärung"
    oder "Beobachtung" - in der Zeit kann in die Wohnung oder muss sogar - wer will.
    Das geht dann alles unter der Hand mit den jenigen die sich kennen oder es aus mir -
    noch immer unerfindlichen Gründen - miteinander können. Wie die zusammenhängen
    weiss ich zwar immer noch nicht ..aber es geht.
    Es fängt immer so an: Irgend Jemand bildet sich was/ oder viel ein ...
    macht viele Worte - übertritt das Gesetz ... und dann: Sind /Machen es alle.
    Ich mache mir da nichts vor. "Wer suchet der findet"! egal was ..
    Man kann aus allem was machen.
    Die Welt ist voller Missverständnisse - und diese - sind dann ..

    • Anonym
    • 17.04.2008 um 21:37 Uhr

    Briefe, die Sie schreiben aber nicht versenden - können Sie zerreissen - oder schreddern.
    Briefe auf Ihrer Festplatte ... das kann noch tödlich lustig werden...
    Die verhaften einen noch - wegen einem/ oder Briefen den sie nie erhalten haben.

    • Anonym
    • 13.05.2008 um 9:40 Uhr

    geht nach und nach verloren; der Glaube - es handele sich um jedermann schützende, nicht anttastbare Rechte wird ständig und zunehmend relativiert und es ist nur eine Frage der Zeit oder des Eintretens eines Ereignisses bis auch die letzten noch geltenden Hürden aufgegeben werden (müssen). Das ist die große Stunde der Sicherheitsfanatiker, Leute welche ihrem eigenen Schatten nicht trauen und aus diesem Grunde das Licht und die Helligkeit scheuen, verhindert es doch sich unbemerkt -auch politisch - zu bewegen. Es ist erstaunlich festzustellen, mit welch hoher Akzeptanz und parteiübergreifend die Eckpfeiler einer demokratischen Gesellschaft "geschliffen" werden bis sie zur Unkenntnlichkeit verkommen. Das ist ein Nachteil der derzeitigen politischen Konstellation, in welcher es keine bedeutende Opposition mehr gibt und die demokratisch gewählte Legislative mit geradezu diktatorischer Machtfülle gutheißt, was die Exekutive oder einzelne Mitglieder dieser sich zu allgemeinen Kontrollen einfallen lassen. Das diese Konstellation u.U. vom Wähler so nicht gewollt worden war ist schon lange vergessen und den Teilerfolgen der derzeitigen Politik geopfert.Das Regelwerk des Staates gerät mehr und mehr aus den Fugen, die einheitliche Auffassung zwischen Legislative und Exekutive wird (oder ist bereits) zu einer ernsten Bedrohung der Demokratie und der uns schützenden Grundrechte geworden - welcher derzeit nur noch das BVerfG entgegen steht. In der Nominierung eines Nachfolgers für Herrn Hassemer durch die SPD war der Ansatz schon zu erkennen, sich auch diese Bastion unter Gesetzesanwendung gefügig machen zu wollen - was nun im ersten Ansatz nicht klappte, deshalb aber nicht vom Tisch ist.Diese Instrumente dienen, so der Ansatz, dem Schutz des Staates vor terroristischer Bedrohung und reduzieren die Möglichkeiten des Einzelnen vor der staatlichen Gewalt überproportional, angefangen mit der Abkehr von einer allgemeinen Unschuldsvermutung und dem Schutz der Privatsphäre. Bereits zu RAF Zeiten wurden Einschnitte zu Lasten der Grundrechte vorgenommen, welche bis heute fortbestehen obgleich es die RAF - auch eine terroristische Vereinigung - nicht mehr gibt. Es sei eine Notwendigkeit, so der BMI, der technisch immer besser ausgestatteten Szene mit korrespondierenden Mitteln zu begegnen - nur sind wir nicht die Szene, noch sind wir dabei den Staat mit technischen Mitteln zu bekämpfen. Ich frage mich, wie all die Erfolge die der BMI für sich in der Bekämpfung des internationalen Terrorismus' möglich waren ohne über die hier zu Debatte stehenden Mittel und resultierenden Einschränkungen zu verfügen; daraus resultiert zum Einen die Vermutung dass es hier nur vordergründig um die Gefahrenabwehr von Aussen geht, vielmehr um eine effektive Kontrolle Aller im Inneren und aus verschiedensten Bereichen wo legitime Widersprüche zwischen dem Bürger und dem Staat existieren - das BMF sei hier als Beispiel genannt - um zum Zweiten auch darum, die verdachtsfreie Ermittlung zu etablieren, wie wir dies aus 1933 - 45 kannten oder in der DDR, beides Systeme welche bisher politisch verbal als menschenverachtend kritisiert wurden, u.a. wegen der überbordenden Überwachung, Kontrolle ihrer Bürger. Wir haben seit geraumer Zeiut schon das Denunziantentum politisch und gesetzmäßig etabliert, geschehen zu Eichel's Zeiten und wer einmal das zweifelhafte Glück hatte sich hiermit konfrontiert zu sehen kann ahnen, welche Konstellationen aus Anspruch des Staates, krimineller Energie eines Denunzianten und kooperativer Justiz möglich sind - und wie schwer bis unmöglich es ist, durch die heute schon bestehende Unmöglichkeit der Einsichtnahme in Akten auch bei erwiesener Unschuld, den behörden ein Fehlverhalten nachzuweisen. Wir, die uns vertretenden Politiker haben nichts dazu gelernt, befinden uns auf direktem Wege um genau dort anzuknüpfen, wo der Untergang der Demokratie seinen Anfang nahm, indem zwischen Legislative und Exekutive keine Trennung mehr erkennbar und gewollt war, wo -das politisch formulierte- Sicherheitsbedürfnis die Demokratie zerstörte noch bevor sie eine Chance hatte. Die derzeitige Gesetzgebung bahnt und ebnet den Weg nach dort. Non omne quod licet honestum est.

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