Die Peking Universität und die Universität für Wirtschaft und Handel (UIBE) hatten am Donnerstag eine Meldung bestätigt, nach der alle ausländischen Studenten in China wegen der Olympischen Spiele in Peking im Juli und August das Land verlassen müssen. Bestätigungen von offizieller Seite gab es nicht. „Ich habe nichts in dieser Hinsicht gehört“, sagte ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Chinas Bildungsministerium bezeichnete die Berichte am Freitag als "völlig falsch und unwahr". Die Behörden und Universitäten hätten die Studenten "niemals aufgefordert", während der Spiele das Land zu verlassen. "Während der Olympischen Spiele und Paralympischen Spiele können die ausländischen Studenten weiterhin rechtmäßig in China bleiben", hieß es in einer Erklärung des Ministeriums.

Auch die Peking Universität dementierte heute. Berichte, nach denen die Universität die Studenten aufgefordert habe, das Land zu verlassen, seien "falsch". Am Vortag hatte das Büro für internationalen Austausch der Universität auf Anfrage der dpa mitgeteilt, dass Studenten auf höhere Anweisung hin nicht bleiben könnten, selbst wenn sie im September weiterstudieren wollten. Die Universität sagte jetzt, es gebe "keine Order von den Behörden, die Studenten zum Verlassen aufzufordern".

Die Pekinger Volksuniversität (Renmin Daxue) teilte auf dpa-Anfrage mit, dass Visa von Studenten, die nach Ende des Semesters Anfang Juli ausliefen, nicht verlängert werden könnten. Es sei "unmöglich" für solche Studenten, ihren Aufenthalt auszudehnen. Die Universität habe in diesem Jahr auch alle Sommerkurse gestrichen. Informierte europäische Kreise, die mit dem chinesischen Hochschulsystem vertraut sind, erläuterten, dass solche Visa früher in der Regel verlängert worden waren.