Amstetten Polizei sucht nach Komplizen
Im Fall des Inzestverbrechens von Amstetten suchen die Behörden nach möglichen Komplizen des Verdächtigen. Für sie ist klar, dass die Ermittlungen noch lange dauern könnten
Nach Einschätzung der Polizei könnte die Aufarbeitung des Inzest-Falls von Amstetten noch "ein halbes Jahr" dauern. Dies sagte der Leiter des Landeskriminalamts Niederösterreich, Franz Polzer, im österreichischen Fernsehsender ORF. Auch Staatsanwalt Gerhard Sedlacek rechnete mit einer "nicht unbeträchtlichen Verfahrensdauer" von mehreren Monaten.
Nach Auskunft der Polizei gibt es keine Hinweise, dass die Ehefrau F. an der Straftat beteiligt gewesen sein könnte. Auch sei weder den Geschwistern noch den Nachbarn etwas aufgefallen, sagte Polzer. Die Frauenzeitschrift Brigitte berichtete unterdessen, dass zwei frühere Mieter im Haus der Familie beobachtet haben, dass der nebenan wohnende Bruder von Elisabeth als "Hausmeister" einen Kellerschlüssel gehabt haben soll. Außerdem sei auffällig gewesen, dass Josef F. immer allein große Mengen an Lebensmitteln eingekauft habe.
Der geständige Täter Josef F. wird möglicherweise den Rest seines Lebens hinter Gittern verbringen. Die Vorwürfe gegen den 73-Jährigen lauten nach Auskunft der Staatsanwaltschaft St. Pölten auf Mord durch Unterlassen, Vergewaltigung, sexuellen Missbrauch und Freiheitsberaubung.
F. hatte seine heute 42 Jahre alte Tochter Elisabeth 31 Jahre lang immer wieder vergewaltigt. 24 Jahre hatte er sie in einem dunklen Keller-Verlies in seinem Haus gefangen gehalten und mit ihr sieben Kinder gezeugt. Eins davon starb kurz nach der Geburt. Ein DNA-Test hat inzwischen die Vaterschaft des Verdächtigen bewiesen. Alle sechs Kinder stammten von Josef F., sagte Polzer.
Die Opfer des Martyriums, Elisabeth und fünf ihrer Kinder im Alter von 5 bis 18 Jahren, werden in einer Klinik betreut. Berthold Kepplinger vom Landesklinikum Mostviertel Amstetten-Mauer sagte vor Journalisten, vor allem Elisabeth und die drei Kinder, die mit ihr im Verlies gefangen gehalten wurden, müssten vor zusätzlichen Traumatisierungen geschützt werden.
- Datum 11.03.2009 - 11:46 Uhr
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- Quelle ZEIT online, Reuters, dpa
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